Spielbericht Playoff-Achtelfinale: Spiel drei – Selb verwandelt Matchpuck und gewinnt Serie!

Es gab so viel Hoffnung, es gab genug Chancen, doch auch im dritten Aufeinandertreffen fanden unsere Saale Bulls kein wirksames Mittel gegen die kompakte Defensive und die effiziente Offensive der Selber Wölfe.
Somit müssen wir uns leider viel zu früh in die Sommerpause verabschieden.

Die Partie im Detail:

Unsere Saale Bulls waren zum Auswärtsspiel bei den Selber Wölfe gefordert und erwischten im ersten Drittel einen schwierigen Start. Nach zwanzig intensiven Minuten lag unsere Mannschaft mit 1:3 zurück.

Die Partie begann mit viel Tempo auf beiden Seiten. Gleich nach dem Anbully suchten die Gastgeber erstmals den Weg in die offensive Zone, doch auch die Bulls konnten sich früh im gegnerischen Angriffsdrittel festsetzen. In der 2. Minute bot sich den Bulls eine gute Gelegenheit, als gegen F. Kuqi wegen Beinstellens eine Strafzeit verhängt wurde. Halle ließ den Puck im Powerplay gut laufen, ein Schuss von Jesper Åkerman wurde jedoch von N. Lahtinen geblockt, der dabei sogar seinen Schläger verlor. Zwingende Abschlüsse blieben dennoch aus, sodass Selb die Unterzahl schadlos überstand.
Auch in der Folge blieben die Bulls bemüht, Druck aufzubauen. Erik Gollenbeck geriet bei einem Zweikampf neben dem eigenen Tor in die Bande, wenig später versuchte es Elvijs Biezais mit einem Schuss auf das kurze Eck. Die beste Chance hatte Brett Schaefer, der sich stark durchsetzte, jedoch an Selbs Schlussmann M. Weidekamp scheiterte.
Mit zunehmender Spielzeit kamen jedoch auch die Wölfe besser ins Spiel. In der 8. Minute nutzten die Gastgeber ihre erste wirklich klare Möglichkeit zur Führung: R. Gelke brachte die Scheibe ins Angriffsdrittel und legte auf T. Pauker ab, der seinen Schläger in den Pass hielt und den Puck zur 1:0-Führung für Selb ins Tor lenkte.
Der Treffer gab den Hausherren zusätzlichen Schwung. Nach dem Power Break folgte in der 10. Minute der nächste Rückschlag für Halle. T. Pauker zog mit der Scheibe ins Drittel der Bulls, während R. Gelke auf der gegenüberliegenden Seite völlig frei zum Tor lief. Der Querpass erreichte Gelke, der den Puck problemlos zum 2:0 einschob.
Die Saale Bulls versuchten anschließend, wieder Struktur in ihr Spiel zu bringen. Mehrfach bauten sie ihre Angriffe neu auf und kamen auch zu Möglichkeiten, etwa durch Sebastian Christmann nach einem Zuspiel von Adam Domogalla. Doch Weidekamp im Selber Tor blieb aufmerksam. Auch ein Überzahlspiel nach einer Strafe gegen Th. Gauch brachte nicht den erhofften Anschluss, da die Wölfe aggressiv verteidigten und Halle kaum in eine geordnete Aufstellung kommen ließen.
In der Schlussphase des Drittels erhöhte Selb noch einmal den Druck. Bulls-Torhüter Nils Kapteinat musste mehrfach eingreifen und hielt seine Mannschaft mit einigen Paraden im Spiel.
Kurz vor der Pause gelang den Bulls dann doch der wichtige Treffer. In der 19. Minute spielte Tomi Wilenius einen präzisen Querpass auf Adam Domogalla, der die Scheibe direkt verwertete und zum 2:1-Anschluss traf.
Die Freude darüber währte jedoch nur kurz. Nach einer Strafzeit gegen Sergej Stas nutzten die Wölfe das folgende Überzahlspiel eiskalt aus. Lahtinen leitete die Scheibe in die Rundung, Gelke spielte sie hinter dem Tor weiter zu Pauker, der erneut zur Stelle war und kurz vor der Sirene auf 3:1 für Selb erhöhte.
Mit diesem Spielstand ging es schließlich in die erste Drittelpause.

Im zweiten Drittel versuchte unser Team, den Rückstand aus den ersten zwanzig Minuten zu verkürzen. Trotz mehrerer Möglichkeiten gelang ihnen jedoch kein weiterer Treffer, während die Selber Wölfe ihre Chancen weiterhin effizient nutzten und ihre Führung sogar noch ausbauten.

Halle kam zunächst engagiert aus der Kabine. Bereits früh im Abschnitt eroberte Elvijs Biezais an der eigenen blauen Linie die Scheibe, zog ins Angriffsdrittel und schloss direkt ab, doch Selbs Torhüter Weidekamp reagierte mit der Stockhand. Auch Vojtech Suchomer versuchte es wenig später aus halber Distanz, sein Schuss wurde jedoch geblockt. Die Bulls bemühten sich, Druck aufzubauen, fanden jedoch nur selten einen Weg durch die kompakte Defensive der Gastgeber.
Die Wölfe konzentrierten sich zunehmend auf eine stabile Defensive und setzten immer wieder Nadelstiche durch Konter. Eine dieser Situationen führte beinahe zum nächsten Treffer, als Ch. Schutz links frei angespielt wurde, der Pfosten jedoch für Halle rettete. Auf der Gegenseite erarbeiteten sich die Bulls ebenfalls vielversprechende Möglichkeiten. Brett Schaefer zog nach einer Befreiung der Hausherren erneut ins Angriffsdrittel und schloss direkt ab, doch Weidekamp griff sicher zu. Auch Abschlüsse von Marvin Neher und Robin Palka brachten nicht den gewünschten Erfolg.
Mit zunehmender Spielzeit übernahm Selb wieder mehr Kontrolle. Zwar konnten sich die Bulls zwischenzeitlich im Angriffsdrittel festsetzen, doch zwingende Abschlüsse blieben selten. In der 36. Minute nutzten die Gastgeber schließlich einen Fehler im Spielaufbau der Hallenser. Erik Hoffmann wollte hinter dem eigenen Tor die Scheibe aufnehmen, verlor sie jedoch an einen Selber Spieler. Der Puck kam sofort in den Slot zu Schutz, der eiskalt zum 4:1 einschob.
Kurz darauf gerieten die Bulls erneut in Unterzahl, nachdem Marvin Neher wegen Beinstellens auf die Strafbank musste. Selb nutzte das Powerplay effektiv aus: Thomas Gauch zog von der blauen Linie ab und traf zum 5:1 – ein komfortabler Spielstand für Selb.
In der Schlussphase des Drittels spielten sich die Wölfe dann regelrecht in einen Lauf und setzten sich mehrfach im Drittel der Bulls fest. Halle versuchte dagegenzuhalten, kam aber nur noch vereinzelt zu Entlastungsangriffen. Ein Schuss von Patrick Schmid kurz vor der Pause stellte Weidekamp vor keine größeren Probleme.
So ging es nach vierzig Minuten mit einer klaren 5:1-Führung für Selb in die zweite Drittelpause.

Auf das erhoffte Wunder warteten die gut 300 mitgereisten Hallenser Fans im letzten Drittel  vergeblich. Zwar versuchten unsere Bulls noch einmal, ein Zeichen zu setzen. Doch die Selber Wölfe blieben weiterhin effizient und sicherten sich am Ende einen deutlichen 7:2-Erfolg.

Zu Beginn des dritten Abschnitts nahmen die Bulls einen Wechsel auf der Torhüterposition vor: Daniel Allavena rückte für Nils Kapteinat zwischen die Pfosten. Halle startete engagiert und konnte sich zunächst im Angriffsdrittel festsetzen, fand jedoch weiterhin kaum eine Lücke in der gut organisierten Defensive der Gastgeber. Auf der Gegenseite prüfte Ch. Schutz den neuen Bulls-Schlussmann früh, doch Allavena blieb zunächst aufmerksam.
In der 43. Minute musste er allerdings doch hinter sich greifen. Nach einem Bully gelangte der Puck zu Gauch an der blauen Linie, der direkt abzog und zum 6:1 für Selb traf. Trotz dieses weiteren Rückschlags gaben sich die Bulls nicht auf und suchten weiterhin den Weg nach vorne. Mehrere Abschlüsse, unter anderem von Erik Gollenbeck aus der Distanz, stellte Weidekamp jedoch vor keine größeren Probleme.
In der 47. Minute wurde der Einsatz der Hallenser schließlich belohnt. Tomi Wilenius legte die Scheibe zurück auf Erik Gollenbeck, der von der blauen Linie abzog und den Puck zum 6:2 im Tor der Wölfe unterbrachte (lt. DEB-Spielbericht wurde das Tor aber Tomi Wilenius zugesprochen).
Auch danach versuchten die Bulls, weiter Druck aufzubauen. Lars Schiller brachte einen Schuss von der blauen Linie aufs Tor, doch im Verkehr vor dem Kasten kam die Scheibe nicht durch. Selb blieb unterdessen auch offensiv gefährlich – einen Eins-auf-Eins-Konter durch P. Klöpper endete aber bei Daniel Allavena.
Im weiteren Verlauf spielte sich das Geschehen zunehmend im Angriffsdrittel der Gastgeber ab, doch Selb verteidigte weiterhin kompakt und lauerte auf Kontermöglichkeiten. Eine gute Gelegenheit ergab sich, als Patrick Schmid von der blauen Linie abzog und Adam Domogalla im Slot lauerte – doch erneut war bei Weidekamp Endstation.
In der Schlussphase setzten die Bulls alles auf eine Karte. Daniel Allavena verließ mehrfach das Tor zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers, um offensiv noch einmal den Druck zu erhöhen. Selb konnte sich mehrfach mit weiten Schüssen auf das leere Hallenser Tor befreien, verfehlte zunächst jedoch das Ziel. In der 58. Spielminute nutzten sie das Empty Net schließlich aber aus: Ch. Schutz setzte sich im Laufduell durch und schob die Scheibe ungehindert ins verwaiste Bulls-Tor zum 7:2-Endstand.
Kurz darauf endete die Partie in Selb. Für unsere Saale Bulls bedeutet diese Niederlage gleichzeitig das Saisonende – die Mannschaft verabschiedet sich damit in die Sommerpause. (FE)

 

♦ Träger des goldenen Helms: #19 Elvijs Biezais

 

Torschützen:
1:0 Tom Pauker – 8.
2:0 Richard Gelke – 10.
2:1 Adam Domogalla – 19.
3:1 Tom Pauker – 20. (PP1)
4:1 Chris Schutz – 36.
5:1 Thomas Gauch – 38. (PP1)
6:1 Thomas Gauch – 43.
6:2 Tomi Wilenius – 47.
7:2 Chris Schutz – 58. (EN)
Tore: 7:2 (3:1/2:0/2:1)

 

Mit: HWGmbH

📸: Doro Garré

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