Die Partie im Detail:
Die Saale Bulls erwischten auswärts in Duisburg den klar besseren Start und führten nach dem ersten Drittel verdient mit 2:0.
Beide Teams begannen druckvoll und suchten früh den Abschluss. Bereits in der zweiten Minute wurde es turbulent: Nach einer Strafe wegen Beinstellens gegen P. Kuschel überprüften die Unparteiischen eine mögliche Hallenser Führung per Videobeweis – entschieden jedoch auf „kein Tor“. Im anschließenden Powerplay erspielten sich die Bulls gute Möglichkeiten, doch L. Willerscheid im Duisburger Tor war konzentriert und hielt seine Füchse im Spiel.
Halle blieb am Drücker. Niklas Jentsch setzte ein erstes Ausrufezeichen, scheiterte aber noch am Füchse-Schlussmann. In der sechsten Minute war es dann soweit: Robin Palka traf zur Führung für die Bulls. Elvijs Biezais und Aaron Reinig bereiteten den Treffer vor. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung mehr als verdient – die Bulls hatten deutlich mehr vom Spiel und setzten Duisburg mit aggressivem Forecheck und schnellem Umschaltspiel unter Druck.
Die Hausherren fanden kaum Entlastung. Nach einem gewonnenen Bully der Füchse konnte die Hallenser Defensive den Angriff schnell unterbinden. Im direkten Gegenzug leitete Patrick Schmid einen schnellen Vorstoß ein, den Niklas Jentsch perfekt zum 2:0 abfälschte. Halle nutzte seine Chancen effizient und zeigte sich vor dem Tor zielstrebig.
Auch in der Folge bestimmten die Bulls das Geschehen. Duisburg verteidigte viel, kam nur vereinzelt zu Abschlüssen – etwa durch S. Zolmanis, dessen Versuch über das Tor ging. Eine weitere Überzahlsituation nach einer Behinderungsstrafe gegen N. Mannes brachte zwar gute Möglichkeiten, doch Willerscheid verhinderte einen höheren Rückstand.
Kurz vor Drittelende mussten die Bulls selbst in Unterzahl ran, nachdem Patrick Schmid wegen Hakens auf die Strafbank geschickt wurde. Das Penaltykilling funktionierte jedoch stark. Nils Kapteinat parierte sicher gegen P. Sanche und ließ keinen Treffer zu.
So gingen die Saale Bulls mit einer konzentrierten, dominanten Vorstellung und einer verdienten 2:0-Führung in die erste Pause.
Nach einem starken ersten Drittel mussten die Saale Bulls im zweiten Abschnitt deutlich mehr arbeiten. Nach 40 Minuten stand es 3:3 – Duisburg hatte die Partie zwischenzeitlich gedreht, doch Halle fand die passende Antwort.
Die Bulls starteten noch in Unterzahl in das Drittel, überstanden diese Phase jedoch schadlos. Kurz darauf gerieten Elvijs Biezais und P. Grosse aneinander, was in einer Crosscheck-Strafe gegen Duisburg mündete. Das folgende Powerplay lief allerdings nicht rund. Halle tat sich schwer, in die Formation zu kommen, leistete sich ein Abseits und kam nur zu vereinzelten Abschlüssen.
Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie offener und wilder. Duisburg nutzte das Momentum. In der 26. Minute nahm P. Sanche unserem Schlussmann die Sicht, L. Üffing traf zum 1:2-Anschluss. Die Füchse setzten nach und profitierten von einer Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis gegen Halle. Im anschließenden Gewühl vor dem Tor rutschte der Puck über Kapteinats Schoner hinweg – C. Popoff glich zum 2:2 aus.
Die Antwort der Bulls folgte prompt. Direkt nach dem Ausgleich setzte Robin Palka energisch nach, brachte die Scheibe trotz Bedrängnis zum Tor. Elvijs Biezais reagierte am schnellsten und stocherte den Puck unter L. Willerscheid hindurch zur erneuten Führung für Halle ins Netz.
Doch Ruhe kehrte nicht ein. Eine weitere Unterzahl – diesmal gegen Jesper Åkerman – brachte Duisburg erneut ins Spiel. Nach überstandener Strafzeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. In der 38. Minute nutzten die Füchse einen Zwei-auf-eins-Konter eiskalt aus: Über Üffing und Zolmanis kam die Scheibe zu Sanche, der vollkommen ungedeckt vollendete – 3:3.
Bis zur Pause blieb das Tempo hoch. Halle setzte noch einmal offensive Akzente, doch der erneute Führungstreffer fiel nicht mehr. Nach einem intensiven, körperbetonten und phasenweise chaotischen zweiten Drittel war die Partie wieder völlig offen.
Die Saale Bulls mussten sich nach einem intensiven und umkämpften Schlussdrittel in Duisburg mit 3:4 geschlagen geben.
Kaum war das letzte Drittel angepfiffen, folgte der nächste Nackenschlag. Nach einem Icing der Bulls zog L. Üffing mit viel Tempo ums Hallenser Tor und vollendete per Bauerntrick zur 4:3-Führung für die Hausherren. Ein Treffer, der Duisburg spürbar Rückenwind gab.
Halle versuchte, umgehend zu reagieren. Jesper Åkerman brachte einen Schuss von der Blauen aufs Tor, der gefährlich abgefälscht wurde. Doch kurz darauf mussten die Bulls erneut in Unterzahl ran: Sergej Stas saß wegen Beinstellens auf der Strafbank. Duisburg setzte sich fest, gewann viele Bullys und schnürte Halle phasenweise im eigenen Drittel ein. Mit großem Einsatz – unter anderem durch geblockte Schüsse – hielten die Bulls dagegen und überstanden die Druckphase.
In der Folge entwickelte sich ein intensives Spiel mit hohem Tempo, aber wenigen klaren Abschlüssen. Halle arbeitete sich zunehmend ins Angriffsdrittel vor, ließ die Scheibe gut laufen und suchte konsequent den Abschluss. Brett Schaefer traf das Außennetz, Niklas Jentsch prüfte Willerscheid mehrfach, doch der Ausgleich wollte nicht fallen.
Eine Überzahlchance nach einer Stockschlag-Strafe gegen Sanche brachte zwar viel Scheibenbesitz und Abschlüsse, aber keinen Treffer. Duisburg verteidigte kompakt und warf sich in die Schüsse. Als Erik Hoffmann nach einem Stockschlag auf die Strafbank musste, lief den Bulls endgültig die Zeit davon. Das Powerplay der Füchse eröffnete ihnen zwar keine echten Torchancen mehr, nahm jedoch wertvolle Sekunden von der Uhr.
In der Schlussphase warfen die Bulls alles nach vorne. Nach einer Auszeit blieb Nils Kapteinat zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers auf der Bank. Halle drückte, brachte die Scheibe immer wieder vors Tor, doch Duisburg blockte aufopferungsvoll. Ein letzter Schuss von Niklas Jentsch ging hauchdünn vorbei. 0,3 Sekunden vor Schluss folgte das letzte Bully – ohne Happy End für unser Team.
Nach dem Schlusspfiff kam es noch zu einem kurzen Wortgefecht zwischen Patrick Schmid und P: Sanche. Einen Handschlag gab es nicht mehr – zu viel Emotion lag in der Partie.
Fazit: Am Ende stand eine bittere 3:4-Niederlage, die Duisburg im direkten Vergleich drei Punkte Vorsprung einbrachte. Für die Bulls bedeutet das: volle Konzentration auf das letzte Spiel der Zwischenrunde und die Hoffnung auf Schützenhilfe aus Tilburg. (FE)
♦ Träger des goldenen Helms: #19 Elvijs Biezais
(Tomi Wilenius fehlte krankheitsbedingt)
Torschützen:
0:1 Robin Palka – 6.
0:2 Niklas Jentsch – 11.
1:2 Luis Üffing – 26.
2:2 Carter Popoff – 33. (PP1)
2:3 Elvijs Biezais – 34.
3:3 Philippe Sanche – 38.
4:3 Luis Üffing – 41.
Tore: 4:3 (0:2/3:1/1:0)
Mit: HWGmbH