Die Partie im Detail:
Im ersten Drittel der Dienstagspartie gegen den Herner EV Miners legten unsere Saale Bulls einen Traumstart inklusive früher Führung hin.
Von der ersten Sekunde an war unser Team hellwach und legte einen Start nach Maß hin. Kaum war die Scheibe freigegeben, kombinierte man sich zielstrebig nach vorn: Tomi Wilenius bediente Adam Domogalla, der nach nur wenigen Sekunden eiskalt zur frühen Führung einnetzte. Dieser Treffer nach nur zwölf Sekunden markierte den Auftakt für ein dominantes erstes Drittel – Halle blieb aggressiv, laufstark und klar spielbestimmend.
Nur wenig später legten unsere Bulls nach. Ein Schuss von Jesper Åkerman von der Blauen fand direkt den Weg ins Tor. die Hausherren nutzten die Unsicherheiten der Gäste konsequent aus und schnürten Herne phasenweise im eigenen Drittel ein. Immer wieder kamen Abschlüsse aus allen Lagen, während Herne Mühe hatte, die Laufwege sauber zu verteidigen.
Die Miners meldeten sich zwar mit einzelnen Offensivaktionen zurück, doch Nils Kapteinat zeigte sich im Tor der Bulls aufmerksam und sicher. Auch eine frühe Unterzahlsituation nach einer Strafe gegen Adam Domogalla überstand Halle dank konsequenter Defensivarbeit und aggressivem Forechecking ohne Gegentreffer.
In Überzahl schlugen die Bulls dann erneut zu. Mit viel Verkehr vor dem Tor verlor Herne-Goalie D. Döge kurz die Orientierung und Elvijs Biezais schob den Puck abgeklärt zum 3:0 ein. Halle hatte das Spiel zu diesem Zeitpunkt klar im Griff.
Ein kleiner Moment der Unordnung brachte Herne jedoch in der 16. Spielminute zurück ins Spiel. Nach einem schnellen Angriff nutzten die Gäste eine offene Seite vor dem Tor, V. Pfeifer verkürzte auf 3:1. In der Schlussphase des Drittels versuchten die Bulls, wieder mehr Struktur in ihr Spiel zu bringen, setzten sich erneut im Angriffsdrittel fest – jedoch ohne den Vorsprung weiter auszubauen.
Nach zwanzig intensiven Minuten gingen die Saale Bulls mit einer verdienten 3:1-Führung in die erste Pause – getragen von einem furiosen Start, hohem Tempo und klarer offensiver Präsenz.
Nach der ersten Pause nahmen die Saale Bulls Halle das Spiel mit der 3:1-Führung im Rücken wieder auf. Der zweite Abschnitt begann deutlich ruhiger als das furiose Auftaktdrittel. Beide Teams tasteten sich zunächst ab, kleinere Ungenauigkeiten – wie ein frühes Icing der Bulls – prägten den Start.
Halle blieb insgesamt die aktivere Mannschaft, auch wenn der letzte Zug zum Tor phasenweise fehlte. Nach einem Fehlpass der Gäste ergab sich eine frühe Konterchance, wenig später prüfte Nicolas Cornett Herne-Torhüter D. Döge mit einem Schuss, der diesen direkt am Helm traf. In der Folge setzten sich die Bulls mehrfach längere Zeit im Drittel der Miners fest, ließen den Puck gut laufen und zwangen Herne zu viel Defensivarbeit, ohne jedoch zwingend zum Abschluss zu kommen.
Die Gäste suchten ihr Glück immer wieder über Einzelaktionen und Konter. Nils Kapteinat zeigte sich dabei aufmerksam und entschärfte mehrere Abschlüsse sicher. Mitte des Drittels verlor das Spiel spürbar an Tempo. Halle agierte zeitweise zu passiv, lauerte eher auf Umschaltmomente, während Herne etwas mehr Spielanteile sammelte, daraus aber zunächst kein Kapital schlagen konnte. Eine brenzlige Situation entstand, als Kapteinat kurzzeitig ohne Schläger agieren musste – seine Verteidiger vor ihm halfen jedoch konsequent aus.
In der Schlussphase des Drittels erhöhte Halle noch einmal den Druck. Nach einer Strafe gegen F. Nifosi spielten sich die Bulls in Überzahl fest, doch Herne verteidigte kompakt. Ein wuchtiger Schuss von Jesper Åkerman sowie weitere Nachschüsse fanden ihren Weg nicht ins Tor. Auch nach Ablauf der Strafe blieb der Ertrag aus.
So ging ein insgesamt zähes, von vielen Zweikämpfen und wenig Höhepunkten geprägtes zweites Drittel ohne weitere Treffer zu Ende. Die Saale Bulls verwalteten ihre Führung souverän und gingen weiterhin mit 3:1 in die zweite Pause.
Mit der 3:1-Führung im Rücken gingen die Saale Bulls Halle in das Schlussdrittel, fanden jedoch nur schwer in ihren Rhythmus. Der Start verlief verhalten, das Spieltempo blieb niedrig und beide Teams agierten zunächst vorsichtig.
Herne nutzte diese Phase besser als die Gastgeber und setzte sich zunehmend im Drittel der Bulls fest. In der vierten Minute folgte der erste Wirkungstreffer für die Gäste. N. Ford überraschte mit einem technisch starken Michigan-Tor hinter dem Tor von Nils Kapteinat und brachte Herne auf 3:2 heran. Der Treffer wirkte wie ein Weckruf, Halle erhöhte anschließend den Druck und suchte konsequent den Weg zum Tor. Abschlüsse von Åkerman und Schaefer sowie mehrere gute Möglichkeiten aus dem Slot blieben jedoch ohne zählbaren Erfolg.
Ein weiteres Powerplay nach einer Strafe gegen Herne brachte die Bulls nah an das erhoffte 4:2 heran. Ein Pfostenschuss, ein Big Save von Döge gegen Sebastian Christmann und anhaltender Druck unterstrichen die Dominanz von Halle in dieser Phase, doch der verdiente Treffer fiel nicht. Stattdessen blieb das Spiel offen und wurde zunehmend hitziger.
Eine umstrittene Strafe gegen Marvin Neher in der 55. Minute leitete die entscheidende Phase in diesem Spiel ein: Herne nutzte die Überzahl eiskalt aus – erneut war es N. Ford, der zum 3:3-Ausgleich traf. Kurz darauf verließ Elvijs Biezais nach einem Stocktreffer angeschlagen das Eis und wurde ärztlich betreut – ein weiterer Bruch im Spielfluss der Bulls.
In der Schlussphase hatten beide Teams die Entscheidung auf dem Schläger. Halle vergab bei einem Konter die große Chance auf den Sieg, weil ein Herner Verteidiger in letzter Sekunde klärte. Auf der Gegenseite hielt Kapteinat mit einer starken Parade gegen Munichiello das Unentschieden fest. Kleine Reibereien und Strafzeiten kurz vor Ende unterstrichen die Nervosität beider Mannschaften.
Nach 60 intensiven Minuten stand ein 3:3 auf der Anzeigetafel. Die Saale Bulls hatten ihre Führung aus der Hand gegeben, sich aber mit Einsatz und Kampfgeist zumindest in die Overtime gerettet.
Nach dem bitteren 3:3 nach regulärer Spielzeit gingen die Saale Bulls Halle mit viel Entschlossenheit in die Overtime.
Von Beginn an zeigte sich das Team wach und konzentriert, fing den ersten Angriff der Herne Miners bereits im Mitteldrittel ab und leitete selbst schnell den Gegenangriff ein. Auch defensiv arbeiteten die Bulls konsequent, blockten Schüsse und hielten die Gäste vom eigenen Tor fern.
Die erste entscheidende Szene folgte in der zweiten Minute der Overtime. B. Snetsinger brachte Tomi Wilenius zu Fall, die Schiedsrichter zeigten folgerichtig eine Strafe an. Nach einer Auszeit nutzten die Bulls das folgende Powerplay, um sich im Angriffsdrittel festzusetzen. Der Puck lief gut durch die eigenen Reihen, Halle kontrollierte das Geschehen und kam zu mehreren Abschlüssen, auch wenn zunächst noch die letzte Präzision fehlte.
Auch nach Ablauf der Strafe blieb der Druck hoch. Die Bulls hielten den Puck in der Angriffszone, setzten konsequent nach und ließen Herne kaum Luft zum Durchatmen. In der 64. Spielminute zahlte sich diese Geduld schließlich aus: Sebastian Christmann zog energisch ums Tor, drehte sich blitzschnell und überwand D. Döge mit einem Abschluss aus der Drehung zum umjubelten Siegtreffer.
Fazit: Mit dem entscheidenden Treffer in der Verlängerung sicherten sich die Saale Bulls Halle den 4:3-Erfolg und damit den verdienten Extrapunkt. Nach zwischenzeitlich verspielter Führung bewies das Team Moral, blieb ruhig in der Overtime und belohnte sich für eine engagierte Leistung mit dem Heimsieg gegen die Herner EV Miners. (FE)
♦ Träger des goldenen Helms: #63 Tomi Wilenius
Torschützen:
1:0 Adam Domogalla – 1.
2:0 Jesper Åkerman – 3.
3:0 Elvijs Biezais – 14. (PP1)
3:1 Valentin Pfeifer – 16.
3:2 Nick Ford – 44.
3:3 Nick Ford – 56. (PP1)
4:3 Sebastian Christmann – 64.
Tore: 4:3 (3:1/0:0/0:2/1:0)
Mit: HWGmbH