… mit dem glücklicheren Ende für unsere Gäste. Einfach nur Respekt an unser Team für diese krasse Leistung gegen den Tabellenführer – und das trotz immer länger werdender Krankenliste. Gerade einmal 14 Feldspieler ließen gegen 19 Indianer nicht nur ihr Herz auf dem Eis. Da wäre mehr als nur ein Punkt verdient gewesen.
Die Partie im Detail:
Die Saale Bulls Halle erlebten im Heimspiel gegen die Hannover Indians ein intensives und körperbetontes erstes Drittel, an dessen Ende ein leistungsgerechtes 1:1 auf der Anzeigetafel stand.
Beide Teams begannen mit viel Tempo. Während Hannover von Beginn an körperliche Präsenz zeigte, nahmen die Saale Bulls den Kampf früh an und setzten ihrerseits mehrere harte Checks. Bereits nach den ersten Minuten war klar, dass sich beide Mannschaften nichts schenken würden. Torhüter Nils Kapteinat war früh gefordert und entschärfte unter anderem einen Schuss von Ryker Killins aus halber Distanz souverän.
Offensiv erspielten sich die Bulls erste gute Möglichkeiten. Robin Palka vergab eine Großchance, als er frei zum Abschluss kam, den Puck jedoch am Tor vorbei setzte. Kurz darauf profitierte Halle beinahe von einem Fehler der Gäste, doch Erik Gollenbeck verpasste am langen Pfosten nur knapp.
In der 9. Spielminute belohnten sich die Saale Bulls für ihren engagierten Auftritt. Nachdem Vojtech Suchomer nach der Puckannahme kurz ins Straucheln geraten war, behielt er die Übersicht und legte an der blauen Linie für Brett Schaefer ab. Dessen Direktschuss schlug unhaltbar im Tor von T. Herden ein – die verdiente 1:0-Führung für Halle!
Auch nach dem Führungstreffer blieb das Spiel schnell und intensiv. Hannover drängte auf den Ausgleich, doch die Bulls verteidigten konzentriert und arbeiteten konsequent in den Zweikämpfen. In der 15. Minute musste Robin Palka wegen Behinderung auf die Strafbank, doch das Unterzahlspiel der Hausherren stand sicher und ließ kaum gefährliche Abschlüsse zu.
Kurz vor der Pause wurde es nochmals hitzig: Nach einem harten Einsteigen vor dem Tor gerieten Robin Drothen und P. Messing aneinander, was für beide eine Strafzeit wegen übertriebener Härte nach sich zog. In der Schlussminute – beide Teams wieder komplett – dann der bittere Moment für die Bulls: Hannover nutzte einen schnellen Konter eiskalt aus: nach Zuspiel von P. Messing und R. Gropp traf W. Jerry exakt 1,1 Sekunden vor der Pausensirene zum 1:1-Ausgleich.
So ging es nach einem temporeichen, sehr physischen und unterhaltsamen ersten Drittel mit einem ausgeglichenen Spielstand in die Kabinen.
Im zweiten Drittel der Partie zwischen den Saale Bulls Halle und den Hannover Indians blieb der Spielstand unverändert, doch an Intensität, Tempo und Körperlichkeit mangelte es der Partie weiterhin nicht. Beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, in dem Kleinigkeiten den Unterschied hätten machen können.
Hannover eröffnete den Mittelabschnitt mit der ersten Offensivaktion vor dem Tor von Nils Kapteinat, doch die Bulls antworteten prompt. Robin Palka hatte früh die große Chance zur Führung, setzte seinen Abschluss jedoch über das Tor. Kurz darauf leisteten sich die Bulls einen Fehler im Spielaufbau, der einen gefährlichen Abschluss der Gäste zur Folge hatte, allerdings ohne zählbaren Erfolg.
In der Folge entwickelte sich ein schnelles Hin und Her. Kapteinat rückte mehrfach in den Fokus und parierte unter anderem stark gegen W. Jerry, inklusive gesichertem Nachschuss. Auf der anderen Seite setzten sich die Bulls immer wieder im Angriffsdrittel fest. Brett Schaefer zog gefährlich in den Slot, und Halle kam zu mehreren Abschlüssen in kurzer Folge, blieb aber ebenfalls ohne Torerfolg.
Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie spürbar nickliger. Die Unparteiischen ließen zunächst viel laufen, was dem Spielfluss zwar gut tat, aber auch die Zweikämpfe verschärfte. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend, standen defensiv kompakt und ließen nur wenige klare Chancen zu.
In der 14. Minute unterlief Hannover ein Wechselfehler, der den Bulls ein Powerplay einbrachte. Doch kurz darauf egalisierten die Hausherren die Überzahl selbst, als es nach einem gebrochenen Schläger von Robin Palka zu einem Missverständnis mit seiner Bank und ebenfalls zu einer Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis kam. Wenig später folgte eine weitere Strafe gegen Hannover, sodass Halle kurzzeitig im 4-gegen-3 agierte. Trotz guter Bewegung und eines Abschlusses ans Außennetz blieb am Ende auch diese Gelegenheit ungenutzt.
Der Mittelabschnitt blieb bis zum Ende hart umkämpft. In den Schlussminuten kam es nochmals zu hitzigen Szenen, als J. Lagacé und Nicolas Cornett aneinandergerieten. Beide Spieler mussten wegen unsportlichen Verhaltens auf die Strafbank, bevor die Sirene das Drittel beendete.
So ging es nach einem körperlich sehr intensiven, aber torlosen Mittelabschnitt mit einem weiterhin ausgeglichenen 1:1 in die zweite Pause – ein Spiel auf Augenhöhe, in dem weiterhin ein einziger Fehler den Ausschlag geben konnte.
Im dritten Drittel erhöhten die Saale Bulls Halle nochmals die Intensität und belohnten sich kurz vor Ende der regulären Spielzeit mit dem verdienten Ausgleich zum 2:2, der die Partie in die Verlängerung schickte.
Beide Teams kehrten fokussiert aus den Kabinen zurück und knüpften nahtlos an das hohe Tempo der ersten 40 Minuten an. Früh sorgte Vojtech Suchomer mit einem Schuss von der blauen Linie für Gefahr, doch Hannovers Schlussmann parierte auch die Nachschüsse sicher. Auf der Gegenseite blieb es ebenfalls brenzlig, unter anderem als L. Krüger aus der Drehung nur knapp über das Tor zielte.
Das letzte Drittel war geprägt von intensiven Zweikämpfen, sauberen Checks und wenigen Unterbrechungen. Patrick Schmid kam in der 46. Minute völlig überraschend zu einer Großchance vor dem Tor der Gäste, scheiterte jedoch am aufmerksamen Herden. Kurz darauf wurde Robin Palka von zwei Indianern unsanft in die Zange genommen. Trotz Protest und anschließendem Videostudium entschieden die Unparteiischen auf jeweils eine Strafe gegen beide Teams.
In der 48. Minute nutzte Hannover eine kleine Unachtsamkeit der Hausherren erneut eiskalt aus. Nachdem ein Angriff der Bulls nicht von Erfolg gekrönt war, gerieten die Abwehrreihen wieder etwas in Unordnung vor dem eigenen Tor. Dies nutzte Indians-Topscorer J. Lagacé aus, zog aus halber Distanz ab und brachte die Indians mit 2:1 in Führung. Kurz darauf mussten die Bulls zusätzlich eine Strafzeit überstehen, verteidigten das Unterzahlspiel jedoch konzentriert und hielten den Rückstand in Grenzen.
Mit zunehmender Spielzeit erhöhte Halle den Druck deutlich. Sergej Stas und Robert Hechtl sorgten mit Abschlüssen für neue Gefahr, ehe eine Strafe gegen Hannover den Bulls nochmals Schwung verlieh. Die Gastgeber ließen den Puck gut laufen, erspielten sich mehrere hochkarätige Chancen und hielten den Druck auch nach Ablauf des Powerplays aufrecht.
In der 56. Minute wurden diese Bemühungen schließlich belohnt: Thomas Merl setzte im Angriffsdrittel energisch nach, brachte den Puck aus kurzer Distanz aufs Tor und traf zum umjubelten 2:2-Ausgleich. Die Stierkampfarena stand Kopf, denn der Treffer war nicht nur hochverdient, er spiegelte auch das starke Spiel der Bulls wider.
In den Schlussminuten war beiden Mannschaften dann aber die hohe körperliche Belastung anzumerken. Trotz weiterer Offensivaktionen auf beiden Seiten fiel kein weiterer Treffer mehr. Nach 60 intensiven Minuten endete das Spiel somit 2:2 – die logische Konsequenz war die Overtime.
Nach dem 2:2 in regulärer Spielzeit starteten beide Teams hochmotiviert in die Verlängerung.
Halle fuhr den ersten Angriff , hatte aber erneut kein Glück im Abschluss. Danach ließ man den Puck laufen, doch in der Rundung eroberten sich die Indians den Puck und starteten einen Konter: R. Gropp legte auf für T. Bappert und der netzte ein. Damit sicherte sich Hannover den Zusatzpunkt.
Fazit: Wir sahen ein Duell auf Augenhöhe, mit dem (nach dem Freitagspiel) so wohl keiner gerechnet hatte. Die Saale Bulls traten trotz stark dezimiertem Kader engagiert und couragiert auf und überraschten die Gäste damit augenscheinlich. Am Ende wurden leider zu viele Großchancen ungenutzt liegengelassen und man konnte sich trotz einer starken Leistung nur mit einem Punkt belohnen. (FE)
♦ Träger des goldenen Helms: #20 Adam Domogalla
Torschützen:
1:0 Brett Schaefer – 9.
1:1 William Jerry – 20.
1:2 Jacob Lagacé – 49. (PP1)
2:2 Thomas Merl – 56.
2:3 Tom-Eric Bappert – 62.
Tore: 2:3 (1:1/0:0/1:1/0:1)
Mit: HWGmbH