Spielbericht: Denkbar knapp und unglücklich – Saalebulls verlieren gegen Hannover Scorpions!

Es war das erwartet schwere und harte Duell gegen den souveränen Tabellenführer aus Mellendorf.
Während das erste Drittel relativ klar an unsere Gäste ging (0:1), kämpften sich unsere Bulls in den zweiten 20 Minuten eindrucksvoll zurück. Und so ging es mit einem ausgeglichenen 1:1 in den entscheidenden dritten Abschnitt.
Hier neutralisierten sich beide Teams gegenseitig, alle Angriffe verliefen erfolglos, auch, weil beide Goalies einen wirklichen „Sahnetag“ hatten. Bis zur 57. Spielminute, als unsere Gäste nach einer starken Druckphase unserer Bulls einen Konter erfolgreich abschließen konnten. Leider reichte die verbleibende Zeit nicht mehr, um noch die absolut verdiente Overtime zu erkämpfen.

 

Die Partie im Detail:

Zum heutigen Heimspiel empfingen wir zur Freitag-Abend-Eishockeyzeit die Hannover Scorpions im Sparkassen-Eisdom. Nach intensiven ersten 20 Minuten lagen unsere Saale Bulls mit 0:1 zurück.

Von Beginn an entwickelte sich ein temporeiches Spiel. Kaum war die Partie angepfiffen, musste Kai Kristian bereits eingreifen und einen frühen Abschluss der Gäste entschärfen. Die Bulls versuchten im Gegenzug, Ruhe ins Spiel zu bringen und kontrolliert aufzubauen. Elvijs Biezais suchte den ersten Abschluss, wenig später fing Marvin Neher an der blauen Linie einen Puck ab, doch sein Schuss blieb im Gewühl hängen.
Die Scorpions zeigten sich effizienter. A. McPherson prüfte Kristian, wenig später setzte sich Hannover im Drittel der Bulls fest. In der dritten Minute nutzte N. Miglio eine starke Einzelaktion: Mit Tempo zog er hinter das Hallenser Tor, kam seitlich heraus und schob den Puck ins Netz zur 1:0-Führung für die Gäste.
Halle musste sich kurz schütteln. Während die Niedersachsen weiter Druck ausübten und sich im Drittel der Bulls festsetzten, setzte Sebastian Christmann mit einem harten Check ein Zeichen. Kurz darauf bot sich unserem Team die erste große Chance im Powerplay: Ch. Kabitzky musste wegen Crosschecks für zwei Minuten auf die Strafbank. Doch die Überzahl blieb ohne Ertrag. Hannover verteidigte diszipliniert, fing Pässe ab und klärte mehrfach.
Im weiteren Verlauf blieb das Spiel schnell und intensiv. Niklas Jentsch spielte einen starken Pass in die Tiefe, Aaron Reinig zog wuchtig ab, verfehlte jedoch das Tor. Auf der Gegenseite war Kristian mehrfach gefordert, unter anderem bei einem gefährlichen Schuss aus dem Slot. Auch nach dem Power Break blieb das Tempo hoch.
Beide Teams suchten den schnellen Umschaltmoment. Ein Zwei-auf-Eins-Konter der Bulls über Biezais und Palka wurde im letzten Moment von einem Scorpion vereitelt. Kurz darauf setzte Halle erneut nach und erzeugte Druck vor dem Gäste-Tor. Doch immer wieder schlichen sich im Aufbau kleine Fehler ein. J. Kirsch fing einen Fehlpass ab und kam frei zum Schuss, Kristian parierte stark. Auch Kabitzky und Miglio sorgten in der Druckphase der Gäste für weitere brenzlige Situationen.
In der Schlussphase des Drittels wurde es hektisch. Halle setzte sich noch einmal im Angriffsdrittel fest und brachte mehrere Scheiben aufs Tor. Mit der Pausensirene wurde zudem ein hoher Stock gegen Adam Domogalla geahndet, sodass die Bulls mit einer Unterzahl ins zweite Drittel starten mussten.

Im zweiten Drittel kämpfte sich unser Team eindrucksvoll zurück. Nach 40 Minuten stand es 1:1.

Die Bulls starteten mit einer zweiminütigen Unterzahl in den Mittelabschnitt. Hannover gewann das Auftaktbully und ging direkt in die Formation, doch Halle verteidigte konzentriert. Elvijs Biezais führte wichtige Zweikämpfe, mehrfach gelang die Befreiung. Kurz darauf waren die Bulls wieder komplett.
Mit Ablauf der Unterzahl kippte das Momentum. Halle kam deutlich aggressiver ins Spiel, Åkerman prüfte von der blauen Linie und die Einschläge kamen nun näher. In der fünften Minute belohnte sich das Team: Nach einem Bully im Angriffsdrittel landete die Scheibe an der blauen Linie bei Lars Schiller. Der Verteidiger zog direkt ab und traf zum umjubelten 1:1. Die Assists gingen an Vojtech Suchomer und Elvijs Biezais.
Der Ausgleich wirkte wie ein Befreiungsschlag. Die Bulls setzten sich immer wieder im Angriffsdrittel fest, Robin Drothen arbeitete stark im Slot, Robert Hechtl nahm einen Direktschuss, Hannover musste mehrfach zum Icing klären. Als N. Miglio bei einem Konterversuch die Scheibe verlor und Kai Kristian mit dem Stock traf, erhielten wir ein weiteres Powerplay. Doch die Gäste verteidigten wieder konsequent, attackierten den Scheibenführenden teils mit drei Spielern und ließen Halle kaum in die geordnete Aufstellung kommen.
Auch in der Folge blieb das Spiel intensiv und schnell. Sergej Stas versuchte es mit einem Bauerntrick, Alex Berger setzte nach. Nicolas Cornett verpasste nur knapp, nachdem Biezais stark aufgelegt hatte. P. Berger im Tor der Gäste bekam nun deutlich mehr Arbeit als sein Gegenüber.
Die Partie wurde zunehmend körperbetonter. Vor der Eventbox gerieten J. Kirsch und Erik Gollenbeck aneinander, wenig später kassierte Patrick Schmid eine Strafe wegen hohen Stocks. Doch auch diese Unterzahl überstanden die Bulls diszipliniert, standen eng in den Passwegen und ließen kaum gefährliche Abschlüsse von außen zu. Kaum zurück auf dem Eis, stellte Schmid sofort N. Miglio und setzte ein Zeichen.
In der Schlussphase wurde es noch einmal hitzig. M. Vallerand und Marvin Neher lieferten sich vor der Bank ein Duell, beide mussten wegen Stockschlags beziehungsweise Crosschecks auf die Strafbank. Es ging mit fünf gegen fünf weiter, Halle setzte sich noch einmal im Angriffsdrittel fest – dann ertönte die Sirene.
Nach einem engagierten und deutlich druckvolleren zweiten Drittel hatten sich die Saale Bulls das 1:1 mehr als verdient. Das Spiel war wieder offen – und versprach ein intensives Schlussdrittel.

Im Schlussdrittel lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch – mit dem besseren Ende für die Gäste. Nach 60 Minuten stand eine 1:2-Niederlage für die Bulls auf der Anzeigetafel .

Beide Teams kamen mit Tempo aus der Kabine. Th. Supis zog früh quer vor dem Hallenser Tor und versuchte es mit der Rückhand, doch Kai Kristian blieb aufmerksam. Auf der Gegenseite suchten die Bulls sofort den Weg nach vorn. Alex Berger kam zum Abschluss, Robert Hechtl eroberte sich nach verpasstem Querpass im Laufduell stark die Scheibe zurück und Halle setzte sich im Angriffsdrittel fest. Auch Sergej Stas und Berger sorgten mit guten Aktionen für Gefahr.
Die Partie blieb intensiv und ausgeglichen. Während Vallerand und Marvin Neher nach ihren Strafen zunächst lange (gute 7 Minuten) auf eine Unterbrechung warten mussten, erspielten sich die Bulls weitere Möglichkeiten. Sergej Stas verfehlte das Tor knapp, Robin Palka suchte im Slot den Abschluss. Doch Berger im Tor der Gäste hielt seine Mannschaft im Spiel.
Nach dem obligatorischen Power Break nahm die Intensität weiter zu. Beide Teams fingen Angriffe früh ab, es ging schnell hin und her. In der 53. Minute wurde es brenzlig: Hannover kam zu einem Zwei-auf-Eins-Konter. Kristian parierte stark, verlor dabei seinen Schläger, doch die Bulls überstanden die Situation schadlos.
In der Folge blieb das Spiel völlig offen. Palka schoss aus der Drehung, Christmann prüfte Berger am kurzen Pfosten. Doch die Scorpions verteidigten kompakt, stellten im eigenen Drittel die Räume zu und erschwerten Halle den geordneten Aufbau.
Dann der entscheidende Moment in der 57. Spielminute: A. McPherson lief kurz hinter der blauen Linie quer, zog ab und traf zur 2:1-Führung für die Gäste. Ein Treffer aus dem Nichts in einer Phase, in der sich beide Teams auf Augenhöhe begegnet waren und Halle näher am Führungstreffer dran war.
In der Schlussphase warfen die Bulls noch einmal alles nach vorn. Nach einer angezeigten Strafe gegen Hannover nahmen sie eine Auszeit, J. Plauschin musste wegen Haltens auf die Strafbank. Halle gewann das Bully, setzte sich fest, doch die Gäste befreiten sich mehrfach. Kurzzeitig war Kai Kristian bereits auf dem Weg zur Bank, musste jedoch wegen eines Scheibenverlusts wieder zurück ins Tor. Erst in der letzten Minute verließ er endgültig das Eis zugunsten eines sechsten Feldspielers.
Mit Ablauf der regulären Spielzeit wurde noch eine weitere Strafe gegen T. Supis wegen Beinstellens angezeigt – doch 2,4 Sekunden Restspielzeit reichten nicht mehr aus. Die Sirene beendete eine enge Partie.

Fazit: Die Saale Bulls hatten über weite Strecken ein starkes, engagiertes Heimspiel gezeigt, belohnten sich jedoch nicht für ihren Aufwand. Am Ende entschieden Kleinigkeiten zugunsten der Hannover Scorpions. Schade, aber verstecken müssen wir uns definitiv nicht. Das war ein starker Auftritt unseres Teams und wir sind der Meinung, dass zumindest eine Punkteteilung mehr als gerecht gewesen wäre. Aber noch ist nichts verloren im Kampf um Platz vier und damit dem Heimrecht in den Playoffs. Jetzt heißt es, am Sonntag noch einmal alles geben, um den vierten Platz zu verteidigen. (FE)

 

♦ Träger des goldenen Helms: #19 Elvijs Biezais
(Tomi Wilenius fehlte krankheitsbedingt)

 

Torschützen:
0:1 Yannick Drews – 3.
1:1 Lars Schiller – 25.
1:2 Allan McPherson – 57.
Tore: 1:2 (0:1/1:0/0:1)

 

Mit: HWGmbH

📸: Hannes Kabel

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