Spielbericht: Bittere Auswärtsniederlage in Mellendorf!

Diese Partie wurde im ersten Spielabschnitt entschieden: vier zu schnelle Gegentore waren ein Rucksack, den wir den Rest des Spiels mit uns herumtragen mussten. Ein ausgeglichenes zweites und starkes letztes Drittel reichten nicht, um die Niederlage noch abzuwenden.

 

Die Partie im Detail:

Im Auswärtsspiel bei den Hannover Scorpions erwischten die Saale Bulls einen rabenschwarzen Start. Nach den ersten zwanzig Minuten lag unser Team bereits mit 0:4 zurück.

Die Partie begann eigentlich vielversprechend. Halle gewann das Eröffnungsbully, zog sich jedoch direkt ins eigene Drittel zurück. Hannover übernahm sofort die Kontrolle und nutzte die erste Unsicherheit eiskalt aus: Daniel Allavena rutschte aus seinem Tor nach links heraus, während sich das Spiel auf die andere Seite verlagerte. S. Gill legte mit der Rückhand auf N. Miglio ab, der in der ersten Minute ins verwaiste Tor einschob. Der Treffer wurde per Videobeweis überprüft und schließlich gegeben.
Die Bulls versuchten zu antworten. Brett Schaefer bediente Robin Drothen, dessen Abschluss F. Gensicke jedoch sicher parierte. Auch Robert Hechtl suchte per Direktabnahme den schnellen Abschluss. Doch defensiv blieb Halle anfällig. In der 3. Minute entwischte erneut N. Miglio der Hallenser Abwehr, zog allein vor Allavena und erhöhte auf 2:0.
Hannover blieb aggressiv im Forecheck und setzte die Bulls permanent unter Druck. C. McMillan traf zwischenzeitlich nur die Latte, ehe P. Aquin im Powerplay zuschlug. Nach einem Abpraller von Allavena reagierte er am schnellsten und traf zum 3:0. Wieder wurde die Szene überprüft – wieder zählte das Tor.
Die Bulls fanden kaum Entlastung. Zwar versuchte Kai Zernikel es von der blauen Linie, doch insgesamt kontrollierten die Scorpions das Geschehen. Halle kam kaum in geordnete Angriffe, Pässe – wie von Sebastian Christmann – fanden selten ihr Ziel. Zwei Strafzeiten gegen die Bulls erschwerten die Situation zusätzlich, auch wenn das Unterzahlspiel zwischenzeitlich Stabilität zeigte.
Als A. Reiss auf Seiten der Gastgeber auf die Strafbank musste, bot sich Halle erstmals die Chance im Powerplay. Doch selbst in Überzahl kamen die Bulls kaum in Formation. Stattdessen nutzte erneut P. Aquin eine Unachtsamkeit der Gäste, schnappte sich den Puck und traf in der 16. Spielminute zum 4:0 – ein weiterer Nackenschlag.
In der Schlussphase des Drittels setzte sich Hannover weiterhin im Hallenser Drittel fest. J. Kirsch wurde einmal völlig frei vor dem Tor übersehen, doch zweimal fehlte den Gastgebern die Präzision im Passspiel. Kurz vor der Pause hatte Aquin sogar noch das fünfte Tor auf dem Schläger, zielte jedoch knapp über das Gehäuse.
So ging es mit einem deutlichen 0:4-Rückstand aus Sicht der Saale Bulls in die erste Pause – ein Ergebnis, das den Spielverlauf klar widerspiegelte.
Patrick Schmid fand im Pauseninterview deutliche Worte: „Wir spielen einfach Scheiße … ich bin sprachlos.“

Auch im zweiten Drittel fanden die Saale Bulls Halle zunächst kein Mittel gegen die druckvoll auftretenden Gastgeber. Trotz einiger Lichtblicke im Spiel der Bulls – insbesondere in Unterzahl – stand es nach 40 Minuten 5:1 für Hannover.

Die Scorpions knüpften nahtlos an ihre dominante Anfangsphase an. Halle konnte sich mehrfach nur mit Icings befreien und geriet immer wieder durch eigene Ungenauigkeiten unter Druck. Ein Rückpass an der eigenen blauen Linie blieb liegen, ein Hannoveraner reagierte am schnellsten und leitete sofort den nächsten Angriff ein. A. Reiss prüfte Daniel Allavena, der zunächst noch parieren konnte.
Doch der Druck blieb hoch. J. Kirsch und P. Aquin kamen zu weiteren Möglichkeiten, während die Bulls offensiv kaum klare Abschlüsse verbuchten. In der 26. Spielminute folgte der nächste Nackenschlag: N. Hauner setzte sich mit zwei schnellen Haken durch, lief direkt auf das Tor zu und schob die Scheibe an Allavena vorbei zum 5:0 ein. Kurz darauf erfolgte der Torhüterwechsel – Allavena verließ das Eis, Nils Kapteinat übernahm zwischen den Pfosten.
Eine Strafzeit gegen P. Aquin wegen Stockschlags brachte Halle erstmals im Mittelabschnitt in Überzahl. Zunächst tat sich das Team schwer, in Formation zu kommen, doch dann lief die Scheibe besser durch die eigenen Reihen. Aaron Reinig zog von der blauen Linie ab, Hannover blockte kompromisslos. Wenig später bot sich die nächste Gelegenheit: Nach einer weiteren Strafe gegen N. Hauner nutzten die Bulls ihr Powerplay konsequent: Adam Domogalla spielte einen starken Querpass durch das Drittel auf Brett Schaefer, der am Bullykreis Maß nahm und präzise zum 5:1 abschloss. Der Treffer war ein wichtiges Lebenszeichen und belohnte eine engagiertere Phase der Gäste.
In der Folge kämpfte sich Halle immer mehr ins Spiel und erhöhte die eigenen Spielanteile. Zwar setzte sich Hannover immer wieder auch im Drittel der Bulls fest, doch die Bulls agierten zunehmend mutiger. Adam Domogalla legte von hinter dem Tor auf Marvin Neher zurück, dessen Schuss F. Gensicke jedoch sicher hielt. Auch Robert Hechtl versuchte, Nicolas Cornett in Szene zu setzen, doch der Pass fand sein Ziel nicht.
Trotz einer sichtbaren Leistungssteigerung blieb der Rückstand deutlich. Mit 1:5 aus Sicht der Saale Bulls ging es in die zweite Pause – die Aufgabe für das Schlussdrittel war klar definiert: stabiler stehen, konsequenter abschließen und Moral zeigen.

Im Schlussabschnitt zeigte unsere Mannschaft noch einmal ein anderes Gesicht. Am Ende reichte die Leistungssteigerung jedoch nicht mehr aus – nach 60 Minuten stand eine 2:5-Niederlage auf der Anzeigetafel.

Zu Beginn des dritten Drittels übernahmen die Bulls sofort die Initiative. Das Bully ging an Halle und das Team trat deutlich entschlossener auf. Zwar setzte C. McMillan früh einen Schuss von der blauen Linie ab, doch Nils Kapteinat machte rechtzeitig dicht. In den folgenden Minuten häuften sich Icings der Gastgeber – ein Zeichen dafür, dass Halle nun Druck aufbaute
In der 44. Minute belohnten sich die Bulls endlich. Elvijs Biezais legte klug auf Marvin Neher ab, der F. Gensicke unter den Schonern zum 2:5 überwand. Der Treffer gab sichtbar Auftrieb. Halle biss sich im Angriffsdrittel fest, Adam Domogalla hatte eine große Möglichkeit und auch Sebastian Christmann kam gleich doppelt zum Abschluss – doch Gensicke blieb aufmerksam.
Die Saalestädter liefen weiter an. Immer wieder suchten sie den Weg zum Tor, während Hannover zunehmend auf Konter lauerte. Ein vermeintlicher Treffer von Nick Miglio nach einem unübersichtlichen Gestochere im Slot wurde nach Videobeweis regelgerecht nicht gegeben – ein Moment, der den Bulls zusätzlich Hoffnung gab.
Das letzte Drittel war klar das stärkste der Bulls. Tomi Wilenius prüfte Gensicke mit Schuss und Nachschuss, Jesper Åkerman setzte Elvijs Biezais mit einem starken Pass in Szene, doch im Slot versprang der Puck. Insgesamt vier Abschlüsse binnen kurzer Zeit unterstrichen den Hallenser Offensivdrang, der leider nicht belohnt wurde.
Defensiv blieb man wachsam: Aaron Reinig nahm P. Aquin die direkte Schussmöglichkeit, auch wenn J. Kirsch im Anschluss noch zum Abschluss kam – Kapteinat parierte sicher. In der Schlussphase setzte sich Hannover noch einmal im Drittel der Bulls fest, doch ein weiterer Treffer fiel nicht mehr.
So blieb es nach 60 Minuten beim 5:2 für die Hannover Scorpions. Die Saale Bulls zeigten im Schlussabschnitt Moral und Kampfgeist, konnten den Rückstand aus den vorangegangenen Dritteln jedoch nicht mehr entscheidend verkürzen.

Fazit: Die gastgebenden Hannover Scorpions gewannen diese Partie verdient. Halle schenkte mögliche Punkte her, weil man das erste Drittel im wahrsten Sinne verschlafen hat. Dass mehr möglich gewesen wäre, bewiesen sie im zweiten und dritten Abschnitt, allerdings kam das Aufbäumen zu spät. Das letzte Drittel machte Mut – das Spiel insgesamt offenbarte jedoch, wie schwer es ist, gegen einen effizienten Gegner einem frühen Rückstand hinterherzulaufen. (FE)

 

♦ Träger des goldenen Helms: #63 Tomi Wilenius

 

Torschützen:
1:0 Nicholas Miglio – 1.
2:0 Nicholas Miglio – 3.
3:0 Pascal Aquin – 7. (PP1)
4:0 Pascal Aquin – 16.
5:0 Norman Hauner – 27.
5:1 Brett Schaefer – 33. (PP1)
5:2 Marvin Neher – 44.
Tore: 4:0 (4:0/1:1/0:1)

 

Mit: HWGmbH

📸: Doro Garré

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