Kurz vor dem letzten Spieltag der Hauptrunde und dem Start der Zwischenrunde luden wir am gestrigen Dienstag Abend zum ersten Fanforum im neuen Sparkassen-Eisdom ein.
Unserer Einladung folgten ca. 70 interessierte Fans der Saale Bulls, die mit Vertretern des Vereins im Foyer des Sparkassen-Eisdoms in einen angeregten Dialog zu allen Fragen und Kritikpunkten rund um die aktuelle Saison, unser neues Zuhause sowie anknüpfenden Themen traten.
Von Seiten des Vereins stellten sich den Fragen der Fans: Daniel Mischner (Präsident), Benjamin Bars (Geschäftsführer), Andreas Haschke (Marketing), Christian Hommel (Sportdirektor), Marko Raita (Trainer) sowie aus den Reihen der Spieler Vojtech Suchomer und Adam Domogalla. Zudem beehrte uns unser Caterer Volkmar Knoll zwischendurch als Gast auf der Bühne.
Moderiert wurde das Forum durch Marc Beyer.
Besprochene Themen waren:
1.) Informationen zum Sparkassen-Eisdom
2.) Wirtschaftlicher Bereich
3.) Marketing
4.) Catering
5.) Sportlicher Bereich
Kurz nach 18 Uhr begrüßte Präsident Daniel Mischner alle Fans und betonte, dass ein Fanforum auch mal ohne Probleme stattfinden kann. Dennoch seien unpopuläre und kritische Fragen auf jeden Fall erwünscht.
1.) Informationen zum Sparkassen-Eisdom
Die lange Reise hat ein Ende – der Verein ist endlich zu Hause angekommen. Damit liegen auch die Krisenjahre hinter den Saale Bulls, denn die letzten Jahre ging es hinsichtlich Infrastruktur und Finanzen um das pure Überleben. Doch noch ist das Projekt „neuer Eisdom“ nicht abgeschlossen, dafür werden wohl noch 3-4 Monate ins Land ziehen müssen.
Was soll jetzt noch geschehen?
Das als letztes fertiggestellte Foyer soll gemeinsam mit den Fans ein neues Konzept hinsichtlich Lichttechnik erhalten. Das gesamte Ambiente und Beleuchtungskonzept muss für die Übertragungen der Pressekonferenzen, Kindergeburtstage oder sonstige Veranstaltungen angemessen und passend sein. Das Foyer soll zukünftig ein gemütlicher Ort zum Verweilen sein. Die Unterhaltung in den Drittelpausen kann in Zukunft auch gerne weiterhin mit den Fans gemeinsam gestaltet werden.
Vor der Eishalle kommen bald neue Drehkreuze, die den Einlass nach vorne (und damit weg vom Foyer) verlagern werden. So kann das Foyer ein Ort zum Ankommen und Entspannen, aber auch für Partys werden. Somit soll das Foyer auch als ein Ersatz für die Sportsbar angesehen werden, da diese vorrangig zur Vermarktung im Businessbereich verwendet werden soll.
Kinder unter 14 Jahren werden, sobald die Drehkreuze funktionsbereit sind, ein eigenes Ticket benötigen und an den Schleusen vorzeigen müssen.
Bei den Parkplätzen im vorderen Bereich gab es leider zeitlichen Verzug, diese sollen aber in den kommenden 6 Wochen fertiggestellt sein. Generell ist dem Verein bekannt, dass es um die Halle zu wenige Parkplätze gibt, dies wurde so auch der Stadt mitgeteilt.
Im Eisdom selbst werden Eventthemen zukünftig weiter geplant und vorangetrieben.
In der Folge wurde gefragt, ob es zukünftig Geländer an den Treppen geben wird, da die Situation dort zu gefährlich sein könnte. Dieses Thema ist dem Verein bereits bekannt, hier sind Markierungen auf den Treppen geplant, zu denen man aktuell mit der Stadt im Gespräch ist. Da das Bauamt die Halle und Tribünen so abgenommen hat, werden seitens der Stadt wohl keine Geländer an den Treppen nachgebessert.
Eine weitere Frage bezog sich auf die Situation der wenigen Mülleimer in der Halle und ob hier weitere Mülleimer geplant seien. Dieses Thema nimmt der Verein auf jeden Fall mit und bekommt es selbst geregelt.
Die nächste Frage bezog sich dann erneut auf die Tribünen. Die Treppenaufgänge im Fanblock sollen bitte freibleiben. Hier wird Marc zu den Spieltagen durchsagen, dass die Treppenaufgänge bitte freizuhalten sind. Als Verein erhofft man sich hier ein gegenseitiges Erziehen untereinander, denn zusätzliche Security ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, zu denen man nur im letzten Fall greifen wolle. Aufkleber an den Treppenaufgängen wurden noch als Möglichkeit genannt.
2.) Wirtschaft
Die Kalkulation ist aufgegangen. Im neuen Sparkassen-Eisdom konnten wir in dieser Saison mehr Zuschauer und mehr Sponsoren begrüßen. Zudem haben wir viele Gäste beim Eislaufen und den Sponsorenevents. So konnten wir alle Investitionen deckeln, die im Zuge des Aus- und Umbaus des Eisdoms entstanden sind. Wir können somit stolz sagen, dass wir ein schuldenfreier Verein und sauber aufgestellt sind.
3.) Marketing
Andreas Haschke stellte sich als Leiter der Marketingabteilung vor. Er hat 2004 die Saale Bulls mitgegründet und immer einen freundschaftlichen Kontakt zu Daniel Mischner gehabt. In den letzten Jahren hatte er immer wieder gute Ideen und Vorschläge und landete so wieder, neben seinem Hauptberuf bei den Stadtwerken, im Marketing der Saale Bulls – einfach aus Herzblut für den Sport und den Verein!
Es sei wichtig, noch mehr Emotionen für den Eissport zu generieren. Besonders positiv nahm er die Eröffnungsphase des Eisdoms mit der Power auf allen Kanälen und im Stadtbild wahr: Zu dem Zeitpunkt gab es nur Eishockey als Thema! Das hat ihn sehr stolz gemacht. Auf diesem Weg dankte er allen, die dafür ihre Freizeit geopfert haben.
Die Arbeit im Marketing verlief in dieser Saison sehr kampagnenorientiert. Man weiß aber auch, dass noch viel mehr gehen kann und dass noch Potential für viel mehr Erfolg vorhanden ist. Man möchte, auch mit den Fans zusammen, noch mehr Leute davon überzeugen, die Saale Bulls in den Vordergrund zu stellen und dein Eishockeysport zu feiern.
Die Bands und Künstler, die in dieser Saison im Foyer auftraten, waren erste zaghafte Versuche unseren Fans Unterhaltung zu bieten und Eishockey als Erlebnis zu definieren. Dabei steht das Ziel im Vordergrund, neue Fans zu gewinnen und bestehende Fans hierzubehalten und weiter an uns zu binden.
Der Sommer soll dafür genutzt werden, dass man sich noch viel mehr vornehmen kann. Dabei ist Feedback unserer Fans immer gerne gesehen. Man freut sich einfach auf die gemeinsame Zeit, die noch vor uns liegt!
4.) Catering
Im Anschluss an die Vorstellung der Marketing-Abteilung wurde eine Frage bezüglich des Caterings gestellt. Bei anderen Vereinen gibt es immer wieder Alleinstellungsmerkmale, wie beispielsweise eine Pizza Calzone bei den Hannover Indians. Auch bei den Saale Bulls gab es in der Vergangenheit immer wieder besondere Speisen, wie Schnitzel mit Kartoffelecken, aber ist so etwas auch in Zukunft wieder denkbar?
Daraufhin übernimmt der Caterer Volkmar Knoll das Wort. Im Laufe der Saison wurde Pizza zum Angebot hinzugefügt, die auch sehr guten Anklang findet. Bezüglich Schnitzelbrötchen ist er eher skeptisch, weil die aus Wärmebehältern nicht so gut schmecken. Generell ist er aber bereit für Vorschläge und würde diese gerne versuchen, beispielsweise auch Erbensuppe oder ähnliches. Er wurde gefragt, ob warme Speisen und Getränke auch auf der Gästeseite möglich wären, dies ist, am Beispiel der Pommes, jedoch aufgrund der fehlenden Abluft problematischer. Jedoch ist auch geplant, das Sortiment der warmen Speisen auch im hinteren Bereich zu erweitern.
5.) Sportlicher Bereich
Für den sportlichen Bereich nahm Sportdirektor Christian Hommel das Mikrofon an sich. Er betonte das familiäre Klima im Verein, was auch in Zukunft ein wichtiger Aspekt für die Saale Bulls sein wird. Man ist als Verein eine mega Möglichkeit für ganz Sachsen-Anhalt, dazu muss aber auch der sportliche Bereich seinen Teil leisten.
Der vergangene Sommer bot viele Themen: So wurde beispielsweise der Kader zu 50% ausgetauscht und auch zwei Monate Busfahren zu Saisonbeginn gehen nicht spurlos an einer Mannschaft vorbei, war und ist jedoch machbar. Bis zur Grippewelle Ende des Jahres 2025 ist die Mannschaft gut in Tritt gekommen, viele haben zu dem Zeitpunkt krank gespielt und es gab kein Gemecker. In den letzten 9 Spielen holte das Team einen Punkteschnitt von 1,9 Punkten pro Spiel.
Insgesamt lässt sich die Mannschaft noch zu oft vom Gegner anstecken, hat es im Laufe der Saison jedoch auch geschafft, unnötige Strafen besser zu vermeiden. Das Minimalziel (Erreichen der Top 5) wurde nun erreicht. Nun will das Team die Playoffs mit einem Heimspiel beginnen, dazu will man mindestens Platz 4 in der Zwischenrunde erreichen.
Zur Stimmung meinte Christian Hommel, dass diese insgesamt megagut ist und die Spieler mitzieht. Er stellt jedoch auch die Frage, was man gemeinsam (Mannschaft und Fans) tun kann, um enge Spiele zusammen nach Hause zu fahren: Wie bringt man die Heimwand und die Sitzplätze gemeinsam zum Beben? Selbstverständlich muss dazu auch der Funken vom Eis auf die Tribünen überspringen.
In der Folge sprach er über das Team selbst. Da hat Nils Kapteinat den verletzten Kai Kristian sehr gut vertreten. Generell ist man zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft, jedoch gibt es bei individuellen Entscheidungen auf dem Eis weiter Verbesserungspotential.
Mannschaft und Fans müssen gemeinsam einen Weg gehen. Zusammen kann man etwas Herausragendes in der Region erschaffen. Christian Hommel hat großen Spaß an seiner Arbeit mit diesem Team und freut sich weiter auf die Zusammenarbeit mit Mannschaft und Fans!
Im Anschluss gab es den Impuls des Vorsängers, dass man in entscheidenden Situationen gerne einen Push von Marc oder ein Top-Song geben könnte, um kurz vor Schluss das gesamte Publikum mitzureißen.
Weiter kam die Frage auf, ob man zum jetzigen Zeitpunkt noch die Möglichkeit hat, einen Spieler für die anstehenden Playoffs nachzuverpflichten. Christian Hommel meinte dazu, dass der Markt (besonders für deutsche Spieler) momentan trocken ist und viele Vereine ihre Spieler lieber in der Hinterhand für die Playoffs behalten. Die Situation der verschuldeten Heilbronner Falken beobachtet man derzeit, letzten Endes müssen Transfers aber Sinn machen. Man beschäftigt sich mit dem Thema und würde gerne etwas machen.
Ist das Spiel der Mannschaft vielleicht zu kompliziert? Die Entscheidungsfindung während eine Spielsituation ist nur ein Puzzleteil des Spiels und ist nicht immer richtig. Die Spieler sollen sich auf dem Eis, besonders offensiv, frei entfalten dürfen. Entscheidungen müssen spielstandsgerecht getroffen werden. In dieser Saison wurden einige Entscheidungen richtig getroffen, sonst würde man sich nicht in dieser Position befinden, dennoch möchte man Spiele wie zuletzt gegen Herne auch nicht schönreden.
Wonach wird die Auswahl des Torhüters getroffen? Mit Daniel Allavena hat man einen guten (deutschen) Torhüter gefunden. Er hat vorher jedoch wenig gespielt und befand sich in einer schwierigen sportlichen Phase. Während einer Saison stellt man sich dann die Frage: Wer bringt der Mannschaft Sicherheit? Wieviel Risiko müssen wir gehen? Manchmal trifft man so Entscheidungen auf Messers Schneide.
In einem Nebensatz sprach Christian Hommel zuvor von einer Verlängerung Kapteinats, woraufhin jetzt noch einmal Nachfragen kamen. Diese Aussage bezog sich aber auf die Verlängerung im vergangenen Sommer. Generell beschäftigt sich der Verein aber mit dem Thema: Wenn Nils Kapteinat verlängern möchte, möchte der Verein das auch. Christian Hommel ist zuversichtlich, dass man hier zusammenkommt.
Eine weitere Frage bezog sich auf die stärkere Sanktionierung von härterem Einsteigen innerhalb der Liga. Hemmen solche stärkeren Sanktionen einen Spieler? Generell kann so etwas hemmen, sollte es aber nicht. Dennoch sollte ein Spieler niemals seine Mannschaftskameraden in Bedrängnis bringen, nur um für einen harten Check „seine Trikotverkäufe anzukurbeln“.
Auch Vojtech Suchomer und Adam Domogalla durften dann ein paar Fragen beantworten. So wurde Vojtech Suchomer nach der neuen Kabine befragt. Er sieht die Kabine als einen Quantensprung, in der man nach einem Spiel wunderbar entspannen kann.
Adam Domogalle betonte im Anschluss, dass die Mannschaft die Fans unbedingt braucht. Das Team arbeitet das ganze Jahr für die Playoffs. Sie wollen sich unbedingt das Heimrecht holen und benötigen dabei die geschlossene Unterstützung der Fans. Fehler passieren nicht mit Absicht, aber jeder einzelne des Teams gibt immer 100%. Die Mannschaft braucht die Fans!
Als die Frage nach dem Wunschgegner für die Playoffs aufkam, skandierten viele Fans gleich die Selber Wölfe. Adam Domogalla und Coach Marko Raita ist egal wer da kommt, es müssen alle geschlagen werden. Vojtech Suchomer meinte: „Je härter die Mannschaft, desto mehr Spaß macht es“.
Moderator Marc Beyer wollte dann noch einmal auf das Thema der Fan-Motivation durch ihn als Hallensprecher zu sprechen kommen. Generell sind der neue Sparkassen-Eisdom und die sportliche Situation der Hammer! Doch leider ist der Fangesang am anderen Ende der Halle nicht hörbar. Deshalb der Appell: Zusammenstehen! Das hier ist unser! Noch springt der Funke innerhalb der Fans nicht über, doch wir alle sind Eishockey und wir müssen hier Krach machen!
Auch Präsident Daniel Mischner stimmte mit ein: „Wir alle haben ein Ziel: Das Team!“. Die Stimmung in der Halle sei das Wichtigste!
Ein unschönes Thema gab es dann noch zum Thema Security. Hier wurden Fans von Security-Mitarbeitern in die Schranken gewiesen, wenn sie zu laut das Team angefeuert haben und Sätze wie „Jungs, weiter so! Reißt euch den Arsch auf!“ riefen.
Marc Beyer wies noch einmal auf die Kampagne der vergangenen Woche hin, in der man seine Musikwünsche abgegeben konnte. Diese Möglichkeit soll bitte wahrgenommen werden. Der Verein sammelt die Wünsche und wird damit arbeiten. So sorgen wir für noch mehr Stimmung in der Halle.
Zum Thema Stimmung wurde noch eine Frage mit NHL-Bezug gestellt. Dort sorgt man mit Einblendungen wie „MAKE SOME NOISE“ auf dem Würfel und lauter Techno-Musik für Stimmung in der Halle. Für den Verein stellen der Videowürfel und die LED-Flächen in der Halle ein Vermarktungsinstrument da, worauf die NHL-Vereine beispielsweise nicht angewiesen sind. Der Verein arbeitet auch hier weiter an derlei Themen und Lösungen. Marc Beyer wies jedoch auch darauf hin, dass beispielsweise in Las Vegas die Stimmung nur über laute Musik läuft, was in Halle sicher auch keiner möchte.
Dann wurde nach den beliebten Seilraketen gefragt, die im alten Sparkassen-Eisdom durch die Halle flogen. Dazu gab es nur die Aussage, dass die Stahlseile gespannt sind, mehr wird nicht verraten. Genauso wenig wie zu einer weiteren Überraschung, die derzeit geplant ist.
Marketingleiter Andreas Haschke wies im Anschluss noch einmal darauf hin, dass die Kommunikation zum Thema Zwischenrunde gar nicht so einfach ist. Er appellierte an die Fans mit dafür zu sorgen, dass Leute im Umfeld von der Bedeutung der Zwischenrunde erfahren. Denn den aktuellen Flow wollen wir mit in die Playoffs nehmen.
Bezüglich des Marketings kam dann noch die Frage nach den Instagram-Takeovers der Vergangenheit auf, die man gerne wieder mit in die Social Media Arbeit integrieren könne.
Eine weitere Frage bezog sich auf das Vorkaufsrecht für Dauerkarteninhaber zu den Playoffs. Hierzu wird es auch zeitnah noch Informationen seitens des Vereines geben. Generell werden die Plätze aber weiter für die Dauerkarteninhaber reserviert sein und können von Spiel zu Spiel verlängert werden.
Im letzten Auswärtsspiel bei den Herford Ice Dragons wurde im Anschluss an das Spiel der beste Spieler beider Mannschaften verliehen. Ist denn in Planung, dies auch bei uns wieder einzuführen? Das Thema ist in der Vergangenheit durch Corona und später durch den Umzug ins Zelt leider eingeschlafen. Der Verein nimmt das gerne als Thema mit auf. Kann man hierzu vielleicht auch die Stadt zur Verleihung der Preise (Salz o.ä.) integrieren?
Um 19:30 Uhr schloss Moderator Marc Beyer die Veranstaltung mit den Worten: „Steht zusammen und lasst uns den Laden rocken!“
Im Anschluss an den offiziellen Teil fand der erste Fanstammtisch statt.
Wir danken allen Fans, die unserer Einladung gefolgt sind und ihre Meinungen mit uns ausgetauscht haben. Es war ein – für beide Seiten – interessanter, informativer und aufschlussreicher Abend.