Spielbericht Playoff-Achtelfinale: Wölfe bauen Serienführung aus und haben am Freitag Matchpuck!

Wir sahen ein Spiel, das sich die Bezeichnung Playoff-Eishockey verdient hat:
Es war eine intensive, hart umkämpfte (auch und vor allem körperlich gespielte) Partie gegen die Selber Wölfe. Am Ende war es ein Sudden Victory in der ersten Overtime, was das Spiel entschied.

 

Die Partie im Detail:

Die Saale Bulls Halle lieferten sich im Heimspiel gegen die Selber Wölfe ein intensives und körperbetontes erstes Drittel, das nach zwanzig Minuten mit einem 2:2 in die Pause ging.

Von Beginn an entwickelte sich eine schnelle Partie. Die Bulls starteten engagiert, gewannen das erste Bully und setzten Selb früh unter Druck. Bereits nach gut zwei Minuten belohnten sich die Hausherren für den energischen Auftakt: Ein Schuss von der blauen Linie prallte von Selbs Schlussmann M. Weidekamp ab, Robin Palka reagierte am schnellsten und schob den Rebound zur frühen Hallenser Führung über die Linie. Marvin Neher und Erik Gollenbeck verbuchten die Assists.
Kurz darauf mussten die Bulls jedoch erstmals in Unterzahl ran. Nach einem Stockschlag von Erik Gollenbeck erhielten die Gäste ein Powerplay, doch Halle verteidigte konzentriert und überstand die Situation ohne Gegentor. Das Spiel blieb in der Folge offen und temporeich, beide Teams suchten den Weg nach vorn.
In der neunten Minute kochten die Emotionen erstmals hoch. Nachdem ein Selber Treffer wegen einer angezeigten Strafe nicht zählte, kam es direkt neben dem Tor zu einem Faustkampf zwischen Robin Palka und Ph. Rubin. Beide Spieler mussten für fünf Minuten auf die Strafbank.
Kurz darauf nutzten die Gäste eine Unordnung in der Hallenser Defensive: T. Pauker kam im Slot frei zum Abschluss und glich für Selb zum 1:1 aus. Doch die Antwort der Bulls ließ nicht lange auf sich warten. Halle nutzte im Gegenzug eine ungeordnete Phase der Gästeabwehr, Niklas Jentsch bediente Tomi Wilenius im Slot und der Stürmer stellte mit einem präzisen Abschluss die Führung der Bulls wieder her.
Das Spiel blieb in der Folge weiter hart umkämpft. Nach einer kurzen Unterbrechung, bei der eine Linesperson zwischen die Fronten geriet (ein Puck traf ihn im Nacken), ging es mit viel Intensität weiter. In der 15. Minute gelang den Selber Wölfen schließlich erneut der Ausgleich: Ph. Rubin zog nach einem Konter ab und traf zum 2:2.
In der Schlussphase des Drittels erhöhte Halle nochmals den Druck, erspielte sich im Powerplay mehrere Möglichkeiten und brachte den Puck immer wieder gefährlich vors Tor. Weidekamp hielt jedoch stark, sodass es mit einem ausgeglichenen Spielstand in die erste Pause ging. Selbst beim Gang in die Kabinen blieb es hitzig – in der neutralen Zone kam es noch zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen Spielern beider Teams.

Im zweiten Drittel blieb die Partie intensiv und emotional. Beide Teams lieferten sich weiterhin ein hart umkämpftes Duell, sodass es nach vierzig Minuten 3:3 stand.

Die Bulls starteten mit einem laufenden Powerplay in den Mittelabschnitt und kamen früh zu guten Möglichkeiten. Tomi Wilenius verzog zunächst knapp, ehe auch Elvijs Biezais eine gute Gelegenheit ungenutzt ließ. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Robert Hechtl versuchte es mit einem Alleingang, konnte die Aktion jedoch nicht erfolgreich abschließen.
Kurz darauf mussten Robin Drothen und D. Müller nach einem kleinen Gerangel jeweils wegen unsportlichen Verhaltens auf die Strafbank. Das Spiel blieb dadurch weiter zerfahren und körperbetont.
Nachdem R. Gelke unseren Kapitän Adam Domogalla unsanft in die Bande checkte, bekamen die Bulls erneut ein Überzahlspiel – welches diesmal konsequent genutzt wurde: Robin Palka leitete die Aktion selbst ein und erhielt den Puck nach einem Zusammenspiel mit Adam Domogalla und Patrick Schmid im Slot zurück. Mit einem flachen Abschluss überwand er Weidekamp und brachte die Bulls erneut in Führung.
Das Spiel blieb jedoch von zahlreichen Unterbrechungen und Nickligkeiten geprägt. Immer wieder kam es zu kleineren Auseinandersetzungen, sodass die Schiedsrichter mehrfach eingreifen mussten. Nach einem Gerangel vor dem Hallenser Tor erhielten Nicolas Cornett und Ch. Schutz Strafen wegen übertriebener Härte. Zudem sorgte eine kurze Schrecksekunde für Unruhe, als Niklas Jentsch in die Kabine gehen musste.
Sportlich bot sich den Zuschauern weiterhin eine intensive Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Halle setzte sich phasenweise im Angriffsdrittel fest und ließ den Puck gut laufen, während Selb immer wieder versuchte, mit schnellen Gegenstößen gefährlich zu werden.
In der 37. Spielminute nutzten die Gäste schließlich eine eigene Überzahlsituation zum erneuten Ausgleich. Nachdem Marvin Neher ohne Schläger verteidigen musste, kam der Puck nach einem Querpass von N. Lahtinen zu Ch. Schutz, der aus dem linken Bullykreis abzog und zum 3:3 traf.
In der Schlussphase des Drittels erhielten die Bulls noch einmal ein Powerplay, nachdem E. Nemec wegen Hakens auf die Strafbank musste. Trotz einiger Abschlüsse – unter anderem durch Jesper Åkerman von der blauen Linie – blieb ein weiterer Treffer jedoch aus. Somit ging es nach vierzig gespielten Minuten mit einem ausgeglichenen 3:3 in die zweite Pause.

Erwartungsgemäß blieb die Partie im Schlussdrittel weiterhin hart umkämpft. Beide Teams agierten jedoch zunehmend vorsichtiger, sodass nach sechzig Minuten weiterhin ein 3:3 auf der Anzeigetafel stand.

Selb startete druckvoll in den letzten Abschnitt und setzte die Bulls sofort unter Druck. Kai Kristian musste gleich mehrfach eingreifen, unter anderem nach einem Abschluss von N. Lahtinen und später bei einem Versuch von D. Müller. Auf der anderen Seite bot sich Nicolas Cornett eine große Möglichkeit, als er vor dem Tor frei zum Abschluss kam, den Puck jedoch nicht richtig traf und verzog.
Die Partie wurde in der Folge zunehmend taktischer, doch in der achten Minute sorgte eine Szene vor dem Hallenser Tor für Aufregung. Nach einem Zweikampf zwischen N. Lahtinen und Kai Kristian kam es zu einer längeren Videoprüfung. Die Schiedsrichter entschieden schließlich auf Matchstrafe gegen Bulls-Goalie Kai Kristian wegen Stockschlags. Zusätzlich erhielten Marvin Neher und N. Lahtinen jeweils zwei Minuten wegen übertriebener Härte. Für Kristian rückte Nils Kapteinat ins Tor, während Vojtech Suchomer die fünfminütige Strafe absitzen musste.
In der folgenden langen Unterzahlsituation stemmten sich die Bulls mit großem Einsatz gegen den Druck der Gäste. Immer wieder gelang es Halle, sich zu befreien, was von den Zuschauern mit Szenenapplaus honoriert wurde. Kapteinat zeigte dabei eine starke Leistung und parierte mehrere Schüsse der Wölfe, während einmal auch der Pfosten für die Hausherren rettete. Schließlich überstand Halle die fünf Minuten ohne Gegentreffer und war wieder komplett.
In der Schlussphase entwickelte sich ein zunehmend taktisch geprägtes Spiel, in dem beide Mannschaften darauf bedacht waren, keinen entscheidenden Fehler zu machen. Chancen blieben rar, obwohl beide Teams noch einmal versuchten, den entscheidenden Treffer zu erzwingen. Brett Schaefer prüfte Weidekamp mit einem Schuss vom Bullykreis, während auf der Gegenseite Kapteinat weitere Abschlüsse entschärfte.
So blieb es nach einem intensiven, von vielen Zweikämpfen und Emotionen geprägten dritten Drittel beim 3:3. Die Entscheidung über den Sieg musste somit in der anschließenden Verlängerung fallen.

Nach sechzig hart umkämpften Minuten und einem Spielstand von 3:3 ging die Partie in die Overtime, in der laut Playoff-Regeln maximal zwanzig Minuten fünf gegen fünf gespielt wird oder bis ein Team das entscheidende Tor erzielt.

Die Bulls starteten zunächst mit einem Angriff in die Verlängerung, doch kurz darauf musste Halle eine brenzlige Situation überstehen. Nach einem Stockschlag von Robin Palka erhielt Selb ein Powerplay und konnte sich sofort im Angriffsdrittel festsetzen.
Die Gäste nutzten diese Überzahlsituation konsequent aus. N. Lahtinen spielte den Puck auf Ch. Schutz, der vom linken Bullykreis abzog und den Puck zum entscheidenden Treffer im Tor der Bulls unterbrachte. Damit endete die Partie nach knapp drei Minuten in der Verlängerung mit dem 4:3 für die Selber Wölfe.

Fazit: In einem intensiven und über weite Strecken ausgeglichenen Heimspiel musste sich unser Team am Ende den Selber Wölfe in der Verlängerung geschlagen geben. Trotz der Niederlage hatten die Bulls zuvor eine kämpferisch starke Leistung gezeigt. Am Ende entschied jedoch das effektive Powerplay der Gäste die Partie zugunsten der Selber Wölfe.
Für die Saale Bulls bedeutet dieses Ergebnis, dass es im nächsten Aufeinandertreffen (am Freitag) bereits um Alles oder Nichts geht – nur ein Auswärtssieg würde unsere bulls weiterhin im Wettbewerb halten. (FE)

 

♦ Träger des goldenen Helms: #19 Elvijs Biezais

 

Torschützen:
1:0 Robin Palka – 2.
1:1 Tom Pauker – 10.
2:1 Tomi Wilenius – 12.
2:2 Philip Rubin – 15.
3:2 Robin Palka – 27. (PP1)
3:3 Chris Schutz – 37. (PP1)
3:4 Chris Schutz – 63. (PP1)
Tore: 3:4 (2:2/1:1/0:0/0:1)

 

Mit: HWGmbH

📸: Doro Garré

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