Trotz der Niederlage machte die späte Aufholjagd der Saale Bulls deutlich, dass in dieser Serie noch alles möglich ist – die Fortsetzung folgt bereits im zweiten Spiel, am Dienstag in unserem Sparkassen-Eisdom.
Die Partie im Detail:
Die Saale Bulls starteten am frühen Sonntagabend in ihr erstes Auswärtsspiel des Play-off-Achtelfinales bei den Selber Wölfen. Vor stimmungsvoller Kulisse in der NETZSCH-Arena entwickelte sich von Beginn an ein intensives und körperbetontes Spiel, in dem unsere Saale Bulls zwar von Beginn an Druck machten, nach dem ersten Drittel jedoch aufgrund unzureichender Chancenverwertung mit zwei Toren zurücklagen.
Beide Teams gingen mit klaren Formationen in die Partie. Für die Bulls begann Kai Kristian zwischen den Pfosten, während Jesper Åkerman und Erik Hoffmann die Verteidigung der ersten Reihe bildeten. Im Sturm starteten Sebastian Christmann, Brett Schaefer und Nicolas Cornett.
Die Bulls fanden sehr gut in die Partie und setzten die Hausherren früh mit aggressivem Forechecking unter Druck. Bereits in der Anfangsphase gelang es Halle, den Puck tief im Selber Drittel zu erobern, Erik Gollenbeck sorgte mit dem ersten gefährlichen Abschluss für Aufmerksamkeit.
Doch mit der ersten wirklichen Offensivaktion der Gastgeber fiel auch der frühe Rückschlag für die Saalestädter. F. Kuqi bekam den Puck zugespielt, brachte ihn aufs Tor und die Scheibe sprang unglücklich über die Fanghand von Kai Kristian hinweg ins Netz – die Wölfe gingen bereits in der zweiten Spielminute mit 1:0 in Führung.
Die Bulls ließen sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen und arbeiteten sich anschließend immer wieder ins Angriffsdrittel vor. Über „hinter dem Tor geführte“ Kombinationen versuchte Halle Druck aufzubauen, doch Selbs Torhüter M. Weidekamp zeigte sich aufmerksam und sicherte mehrere Abschlüsse. Vor dem Tor wurde es früh ruppig: Nach einem Gerangel kassierten E. Nemec und Adam Domogalla jeweils zwei Minuten wegen übertriebener Härte.
Das Spiel blieb intensiv. Halle fuhr weiterhin viele Checks konsequent zu Ende und arbeitete sich mit viel Einsatz immer wieder nach vorne. Eine Strafzeit gegen M. Tabert brachte den Bulls eine erste Überzahlsituation, doch nur kurze Zeit später musste auch Elvijs Biezais wegen Beinstellens auf die Strafbank, sodass sich die Kräfteverhältnisse schnell wieder ausglichen.
In der Folge erspielte sich Halle mehrere gute Möglichkeiten. Patrick Schmid hatte eine große Chance, scheiterte jedoch wiederholt an Weidekamp. Auch Lars Schiller und Erik Hoffmann prüften den Selber Schlussmann, während Robin Palka und Erik Gollenbeck im Nachsetzen für gefährliche Situationen vor dem Tor sorgten. Trotz der spielerischen Vorteile gelang es den Bulls leider nicht, den verdienten Ausgleich zu erzielen.
Selb hielt vor allem mit Kontern gegen den Angriffsdruck der Gäste und nutzte schließlich eine weitere Gelegenheit konsequent. Nach einem Zweikampf im Hallenser Drittel blieb Marvin Neher an T. Pauker hängen. Der brachte die Scheibe zu L. Valasek, der in der 17. Minute eiskalt abschloss und auf 2:0 für die Gastgeber erhöhte.
Auch danach blieb das Spiel hart umkämpft. Es wurde um jeden Zentimeter Eis gefightet, doch erneut verhinderte M. Weidekamp mit einer starken Parade gegen Robin Palka den Anschlusstreffer der Bulls.
Kurz vor der Pause versuchten die Bulls noch einmal, ordentlich Druck aufzubauen, doch die Selber Defensive hielt stand. So ging es nach einem intensiven, körperlichen, aber fairen ersten Drittel mit einer 2:0-Führung für die Selber Wölfe in die Kabinen – ein Ergebnis, das den Spielverlauf nicht widerspiegelte, denn die Bulls hatten die größeren Spielanteile und eine deutliche Chancenüberzahl, scheiterten jedoch immer wieder am stark aufgelegten Selber Torhüter.
Auch im zweiten Drittel des ersten Play-off-Achtelfinalspiels zwischen den Saale Bulls und den Selber Wölfen setzte sich das intensive und kämpferische Spiel fort. Trotz erneut mehrerer hochkarätiger Möglichkeiten für Halle stand es nach vierzig Minuten 3:0 für die Gastgeber.
Die Bulls versuchten direkt nach Wiederbeginn, Druck aufzubauen. Sie suchten früh den Weg nach vorne, doch zunächst verhinderten Ungenauigkeiten im Aufbau ein geordnetes Angriffsspiel. Ein Schuss von Lars Schiller von der blauen Linie wurde geblockt, während auf der Gegenseite F. Kuqi seinen Mitspieler E. Nemec vor dem Tor suchte, der jedoch knapp verpasste.
Kurz darauf bot sich unseren Bulls die nächste Gelegenheit: D. Müller musste nach einem harten Bandencheck gegen Sebastian Christmann auf die Strafbank. Doch Halle tat sich schwer, in ihre Formation zu kommen. Selb störte früh, fing mehrere Pässe ab und ließ kaum klare Abschlüsse zu. Ein Versuch von Elvijs Biezais wurde einmal mehr von Weidekamp sicher entschärft.
Nur kurze Zeit später nutzten die Wölfe ihre nächste Chance eiskalt. C. Schutz kam frei vor dem Tor an den Puck und ließ Kai Kristian keine Möglichkeit – mit der erst fünften klaren Gelegenheit des Spiels stellten die Gastgeber in der 25. Minute auf 3:0.
Die Bulls bemühten sich trotz dieses Nackenschlags weiterhin um den Anschluss, doch immer wieder war Weidekamp Endstation. Während Selb nun zwischenzeitlich mehr Spielkontrolle übernahm und sich mehrfach im Hallenser Drittel festsetzen konnte, musste Kristian unter anderem gegen Th. Gauch und L. Valasek eingreifen, um einen noch höheren Rückstand zu verhindern.
Im weiteren Verlauf wurde die Partie phasenweise ruhiger und im neutralen Drittel etwas zerfahrener. Dennoch gelang es den Bulls immer wieder, offensive Akzente zu setzen. Niklas Jentsch setzte sich stark gegen D. Müller durch und brachte die Scheibe gefährlich vor das Tor, während Patrick Schmid mit einem Schuss aus dem Bullykreis den Selber Torhüter prüfte.
Die größte Chance der Hallenser im zweiten Drittel hatte Adam Domogalla, der nach einem schnellen Angriff allein auf das Tor zulief, jedoch nur den Pfosten traf. Auch Erik Gollenbeck versuchte es aus der Distanz, doch erneut war Weidekamp zur Stelle.
Kurz darauf kam zusätzliche Härte in die Partie: Nach einem Zweikampf mussten F. Kuqi und V. Suchomer wegen übertriebener Härte auf die Strafbank. Wenig später erhielt D. Müller eine weitere Strafzeit wegen Hakens, nachdem er Sergej Stas bei einem vielversprechenden Alleingang regelwidrig gestoppt hatte. Doch auch diese Überzahlsituation konnten die Bulls nicht nutzen – erneut parierte Weidekamp einen Schuss von Elvijs Biezais.
In der Schlussphase des Drittels erspielten sich beide Teams noch Chancen. Kai Kristian verhinderte bei einem Konter der Wölfe einen weiteren Treffer, während auf der Gegenseite Robert Hechtl kurz vor der Pause noch einmal allein vor Weidekamp auftauchte, den starken Selber Schlussmann jedoch ebenfalls nicht überwinden konnte.
So ging es nach vierzig Minuten mit einer 3:0-Führung für die Selber Wölfe in die zweite Drittelpause. Die Bulls hatten sich durchaus mehrere Möglichkeiten erarbeitet – darunter einen Pfostentreffer –, doch weiterhin fehlte das nötige Glück im Abschluss, während Selb seine Chancen effizient nutzte.
Im Schlussdrittel des ersten Play-off-Achtelfinalspiels stemmten sich unsere Saale Bulls noch einmal mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage. Trotz einer starken Aufholjagd reichte es am Ende jedoch nicht mehr – Selb setzte sich mit 4:2 durch.
Wie schon nach der ersten Pause versuchte Halle direkt nach Wiederbeginn, den Druck zu erhöhen und kam mehrfach ins Angriffsdrittel, doch zunächst fehlte noch die letzte Präzision. Mehrere Abseitsentscheidungen und Icings unterbrachen den Spielfluss der Bulls. Die Gastgeber standen in der neutralen Zone kompakt und machten den Saalestädtern den geordneten Aufbau schwer.
Dennoch erspielten sich die Bulls ihre Chancen. Niklas Jentsch setzte sich stark durch und tauchte nach einem Zuspiel von Robert Hechtl allein vor Michel Weidekamp auf, doch der Selber Schlussmann blieb auch in dieser Situation Sieger. Kurz darauf mussten die Hallenser jedoch erneut in Unterzahl agieren, nachdem Elvijs Biezais wegen hohen Stocks auf die Strafbank geschickt wurde.
Die Partie wurde anschließend deutlich hitziger. Nach einem harten Check von Patrick Schmid kam es zu einer Rudelbildung, mehrere Selber Spieler gingen auf den Bulls-Stürmer los. Die Schiedsrichter überprüften die Szene, während C. Schutz kurzzeitig verletzt vom Eis musste. Schmid erhielt schließlich zwei Minuten wegen Behinderung. Direkt nach dem folgenden Bully nutzten die Wölfe die Situation eiskalt: T. Gauch brachte die Scheibe aufs Tor, wo P. Rubin sie entscheidend abfälschte – das 4:0 für Selb.
Die Bulls gaben sich jedoch noch lange nicht geschlagen. Als F. Kuqi wegen Haltens auf die Strafbank musste, nahm Halle eine Auszeit und ging volles Risiko: Torhüter Kai Kristian verließ das Eis zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers. Das Überzahlspiel zahlte sich aus. Tomi Wilenius zog die Aufmerksamkeit der Defensive auf sich und legte quer auf Sebastian Christmann, der in der 55. Minute zum 4:1 traf.
Halle blieb weiterhin ohne Torhüter auf dem Eis und setzte Selb massiv unter Druck. Nur eine Minute später zahlte sich der Mut erneut aus: Nach einem schnellen Angriff über Wilenius kam der Puck zu Elvijs Biezais, der aus kurzer Distanz zum 4:2 einschob. Die Gastgeber reagierten mit einer Auszeit, um die Partie wieder zu beruhigen.
In der Schlussphase drängten die Bulls weiter auf den Anschlusstreffer. Kristian verließ erneut das Tor, Halle warf alles nach vorne und kam zu weiteren Abschlüssen – unter anderem durch Jesper Åkerman und Niklas Jentsch. Doch die Selber Defensive warf sich in die Schüsse, und Torhüter Michel Weidekamp blieb auch in den letzten Minuten stabil.
So blieb es am Ende beim 4:2-Erfolg für die Selber Wölfe. Die Saale Bulls zeigten vor allem im letzten Drittel große Moral und kämpften sich noch einmal eindrucksvoll zurück ins Spiel.
Fazit: Trotz einer geschlossenen Mannschaftsleistung liegen unsere Saale Bulls nach dem ersten Spiel in der Achtelfinal-Serie gegen die Selber Wölfe mit 1:0 hinten. An diesem Sonntag fehlte es neben etwas Glück (oder zu viel Pech – Pfosten, gebrochene Schläger, …) oft auch an der nötigen Treffsicherheit bzw. Präzision. Selb nutzte seine Chancen hingegen konsequent und sicherte sich auch Dank eines Sahnetages ihres Schlussmanns Michel Weidekamp den ersten wichtigen Punkt in der Best-of-Five-Serie. Positiv hervorheben muss man aber auch die gezeigte Moral unseres Teams, das sich zu keiner Sekunde aufgegeben hat und in den Schlussminuten noch einmal stark zurück kämpfte. (FE)
♦ Träger des goldenen Helms: #63 Tomi Wilenius
Torschützen:
1:0 Fabjon Kuqi – 2.
2:0 Lukas Valasek – 17.
3:0 Chris Schutz – 25.
4:0 Philip Rubin – 50. (PP2)
4:1 Sebastian Christmann – 55. (PP1)
4:2 Elvijs Biezais – 56.
Tore: 4:2 (2:0/1:0/1:2)