Die Partie im Detail:
Die Saale Bulls Halle traten auswärts bei den KSW Icefighters Leipzig an und erlebten ein erstes Drittel, das in seinem Ausgang nicht dem Spielverlauf entsprach. Trotz klarer Vorteile und zahlreicher Chancen lagen unsere Bulls nach 20 Minuten mit 0:2 zurück.
Von Beginn an übernahmen die Bulls im anona ICEDOM die Initiative. Direkt nach dem Eröffnungsbully setzten sie Leipzig unter Druck und prüften Torhüter K. Kessler mehrfach. Adam Domogalla, Elvijs Biezais, Robin Palka und Sergej Stas kamen zu guten Abschlüssen, während Halle immer wieder durch aggressives Forechecking Pucks gewann und sich im Angriffsdrittel festsetzte. Leipzig wirkte in dieser Phase unsortiert und hatte Mühe, sauber aus der eigenen Zone zu kommen.
Auch defensiv stand Halle stabil. Einzelne Leipziger Vorstöße wurden von Nils Kapteinat souverän entschärft. Die Bulls kontrollierten das Spielgeschehen, verteilten den Puck geduldig an der blauen Linie und erspielten sich mehrere Großchancen – unter anderem einen Bauerntrick, den Kessler nur mit einem Spagat vereiteln konnte.
In der 13. Spielminute bot sich im ersten Powerplay nach einem Ellbogencheck gegen Vojtech Suchomer die große Möglichkeit zur Führung der Saale Bulls. Tomi Wilenius traf dabei nur den Pfosten, auch die weiteren Abschlüsse fanden ihren Weg nicht ins Tor. Kurz darauf war Leipzig wieder komplett und kam besser ins Spiel, ohne jedoch dominant zu werden.
Der Wendepunkt folgte in der 18. Minute: Nach einem gewonnenen Bully vor Kapteinat zog J. Eriksson direkt ab und brachte die Hausherren überraschend mit 1:0 in Führung – entgegen dem bisherigen Spielverlauf. Halle versuchte sofort zu antworten, doch eine Strafe gegen Elvijs Biezais leitete die nächste bittere Szene ein. In Unterzahl rutschte ein Schuss von der blauen Linie durch, Kapteinat konnte den Puck nicht sichern und L. Vantuch schob aus kurzer Distanz zum 2:0 ein.
Mit diesem Doppelschlag ging es in die erste Pause. Die Saale Bulls hatten das Spiel über weite Strecken kontrolliert, standen am Ende des Drittels jedoch ohne eigenen Treffer da, während die Icefighters ihre wenigen Chancen konsequent nutzten.
Im zweiten Drittel des Auswärtsspiels bei den Icefighters Leipzig zeigten die Saale Bulls eine deutliche Reaktion und belohnten sich endlich für ihren hohen Aufwand – sie verkürzten verdient auf 1:2. Angesichts des Spielverlaufs, in dem Halle erneut über weite Strecken das Geschehen bestimmte, wäre auch der Ausgleich mehr als verdient gewesen.
Der Mittelabschnitt begann zunächst ungünstig für Halle. Leipzig setzte sich im Drittel der Bulls fest, ehe Patrick Schmid bereits in der ersten Minute wegen eines Crosschecks auf die Strafbank musste. In Unterzahl verteidigte Halle jedoch aufmerksam und kam sogar selbst zu zwei gefährlichen Kontern. Elvijs Biezais und Adam Domogalla verpassten dabei nur knapp den Anschlusstreffer.
Kaum war die Unterzahl überstanden, folgte dann aber der längst fällige Treffer. Tomi Wilenius spielte einen starken Querpass durch das Leipziger Drittel auf Adam Domogalla. Der nahm Tempo auf, lief allein auf Konstantin Kessler zu, umkurvte den herauskommenden Goalie und schob den Puck sehenswert per Rückhand zum 1:2-Anschlusstreffer ins Tor. Ein stark herausgespieltes Tor, das dem Spielverlauf entsprach.
In der Folge blieben die Saale Bulls die aktivere Mannschaft. Mit aggressivem Forecheck, hohem Tempo und viel Scheibenbesitz setzten sie Leipzig immer wieder unter Druck. Chancen durch Robin Palka, Tomi Wilenius und weitere Abschlüsse aus dem Slot ließen den Ausgleich mehrfach greifbar erscheinen. Leipzig konzentrierte sich zunehmend auf die Defensivarbeit und kam nur noch sporadisch zu Entlastungsangriffen, die von der Verteidigung der Bulls meist früh unterbunden wurden.
Auch körperlich war Halle präsenter. Marvin Neher setzte mit einem offenen Check ein Zeichen, während Spieler wie Erik Gollenbeck und Robin Drothen defensiv konsequent arbeiteten und gefährliche Situationen entschärften. Im Angriffsdrittel wirbelten die Bulls immer wieder, suchten abgefälschte Schüsse und hielten die Scheibe lange in der Leipziger Zone.
Bis zur Pausensirene gelang es den Saale Bulls allerdings trotz klarer Vorteile nicht, den Ausgleich zu erzielen. So ging es mit einem knappen 1:2-Rückstand in die zweite Pause – ein Zwischenstand, der dem Spielgeschehen auch nach 40 Minuten nur bedingt gerecht wurde.
Im Schlussdrittel setzten die Saale Bulls Halle ihre starke Leistung fort und wurden erneut belohnt. Mit viel Tempo, konsequentem Forechecking und hohem Druck erzwangen die Bulls den hochverdienten Ausgleich und schickten die Partie nach 60 Minuten in die Overtime.
Halle kam sehr energisch aus der Kabine und setzte Leipzig von Beginn an unter Druck. Bereits in den ersten Minuten erspielten sich die Bulls mehrere gute Möglichkeiten. Sebastian Christmann ging konsequent nach, Robin Drothen und Sergej Stas verpassten nach Abprallern von K. Kessler nur knapp den Treffer. Die Icefighters hatten große Probleme, sich geordnet zu befreien und konnten meist nur über schnelle Befreiungsschläge Entlastung schaffen.
Der Druck zahlte sich in der 45. Spielminute aus. Elvijs Biezais legte auf Robin Palka ab, dessen Schuss aus halber Distanz Kessler nur prallen lassen konnte. Nicolas Cornett stand goldrichtig im Slot und schob den Puck zum mehr als verdienten 2:2-Ausgleich ins Tor.
Auch nach dem Treffer ließ Halle nicht nach. Adam Domogalla, Patrick Schmid und erneut Nicolas Cornett kamen zu weiteren guten Chancen, doch entweder fehlte der letzte Tick oder Kessler verhinderte mit starken Paraden den Rückstand der Hausherren. Leipzig wirkte in vielen Situationen einen Schritt zu spät und fand kaum Struktur im eigenen Spielaufbau.
Defensiv blieben die Bulls aufmerksam. Einzelne Leipziger Entlastungsangriffe wurden konsequent unterbunden, auch wenn es in der 58. Minute nach einem Abpraller von Nils Kapteinat kurzzeitig brenzlig wurde. Kapteinat behielt jedoch die Übersicht und sicherte den Puck im Nachfassen, ehe sich vor dem Tor eine kleine Auseinandersetzung entwickelte.
In den Schlussminuten drängte Halle weiter auf den Führungstreffer. Robin Palka und Tomi Wilenius hatten noch einmal gute Möglichkeiten, doch der entscheidende Treffer fiel nicht mehr. So endete die reguläre Spielzeit mit einem 2:2-Unentschieden. Die Partie ging folgerichtig in die Verlängerung.
Nach einer starken Aufholjagd der Saale Bulls Halle ging das Spiel bei den Icefighters Leipzig nach 60 Minuten mit einem 2:2 in die Overtime. In dieser entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der erst wenige Sekunden vor dem Ende entschieden wurde.
Beide Teams starteten zunächst abwartend in die Verlängerung. Das Tempo war kontrolliert, Fehler sollten unbedingt vermieden werden. Leipzig kam dann etwas besser ins Spiel und prüfte Nils Kapteinat mehrfach. Der Bulls-Goalie reagierte aufmerksam, nahm einem Leipziger mit dem Schläger den Puck vom Blatt und entschärfte auch die folgenden Abschlüsse souverän.
Halle fand anschließend besser in die Overtime, ließ die Scheibe gut laufen und setzte sich phasenweise im Angriffsdrittel fest. Leipzig blieb jedoch gefährlich über Konter. Besonders M. Herzog sorgte mit einem energischen Antritt für Gefahr, scheiterte aber erneut an Kapteinat.
Die große Chance zur Entscheidung bot sich den Saale Bulls in der 64. Minute. Nach einem Zwei-auf-eins-Angriff legte Brett Schaefer quer auf Robin Palka, der den Puck jedoch nicht im Tor unterbringen konnte. Kurz darauf hatten die Bulls eine weitere gute Möglichkeit, ließen diese aber ebenfalls ungenutzt.
In der Schlussminute setzte Leipzig zum letzten Angriff an, Y. Bauer zog vors Tor und passte quer auf J. Alasaari. Der fand die Lücke und schob den Puck nur 2,6 Sekunden vor Ablauf der Overtime zum entscheidenden Treffer ein. Damit holt sich Leipzig den Zusatzpunkt.
Fazit: Trotz einer starken Leistung und zahlreicher Chancen musste sich unser Team denkbar knapp und unverdient geschlagen geben. Ein bitteres Ende für die Saale Bulls, die über weite Strecken die aktivere Mannschaft waren und sich am Ende nicht für ihren hohen Aufwand belohnen konnten. (FE)
♦ Träger des goldenen Helms: #63 Tomi Wilenius
Torschützen:
1:0 Johan Eriksson – 18.
2:0 Lukáš Vantuch – 20. (PP1)
1:2 Adam Domogalla – 23.
2:2 Nicolas Cornett – 45.
3:2 Jesper Alasaari – 65.
Tore: 3:2 (2:0/0:1/0:1/1:0)
Mit: HWGmbH