Die Partie im Detail:
Die Saale Bulls Halle empfingen die KSW Icefighters Leipzig zum Heimspiel und starteten konzentriert in die Partie. Bereits im ersten Drittel entwickelte sich ein intensives, körperbetontes Spiel, in dem beide Teams früh zeigten, dass sie keinen Zentimeter Eis herschenken wollten.
Leipzig gewann das erste Bully und suchte zunächst den einfachen Weg mit tiefem Spiel, während die Bulls schnell versuchten, Struktur in ihr Aufbauspiel zu bringen. In der Anfangsphase hatten die Gäste leichte Vorteile bei der Scheibenkontrolle, doch die Defensive der Bulls stand stabil. Besonders Torhüter Nils Kapteinat war früh gefordert und parierte mehrere Abschlüsse, unter anderem gegen J. Schumacher und C. Bassen, souverän.
In der 5. Minute nutzten die Saale Bulls ein erstes Powerplay nach einer Strafzeit gegen Vantuch, konnten den Puck lange im Angriffsdrittel halten, scheiterten aber mehrfach am aufmerksam reagierenden Leipziger Goalie K. Kessler. Kurz darauf mussten die Bulls selbst in Unterzahl agieren, nachdem Tomi Wilenius wegen Beinstellens auf die Strafbank musste. Auch diese Phase überstand Halle dank konsequenter Defensivarbeit ohne Gegentreffer.
Mit zunehmender Spieldauer wurden die Zweikämpfe intensiver, das Spiel phasenweise nickliger. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen, doch entweder fehlte die letzte Präzision oder die Torhüter standen im Mittelpunkt. Halle setzte sich gegen Ende des Drittels zunehmend im Leipziger Drittel fest und erhöhte den Druck spürbar.
Kurz vor der ersten Pausensirene zahlte sich dieser Aufwand aus: In der letzten Minute des Drittels eroberte Elvijs Biezais hinter dem Tor die Scheibe, bediente Thomas Merl, der quer auf Tomi Wilenius legte. Dieser vollendete eiskalt zum umjubelten 1:0 für die Saale Bulls. Die Führung spiegelte die starke Schlussphase der Hausherren wider.
Die Saale Bulls Halle kehrten mit einer knappen 1:0-Führung zurück aufs Eis, mussten das zweite Drittel jedoch zunächst in Unterzahl beginnen. Leipzig nutzte diese Phase, um früh Druck aufzubauen. J. Eriksson prüfte die Bulls gleich doppelt, ein Abschluss landete sogar an der Latte. Der Ausgleich lag in der Luft – und er fiel wenig später.
In der 22. Spielminute wurde es unübersichtlich vor dem Tor der Bulls. Nach einer wilden Szene jubelten die Gäste, die Schiedsrichter entschieden auf Tor und bestätigten dies nach Videobeweis. L. Vantuch traf zum 1:1, Leipzig hatte damit das Spiel wieder offen gestaltet. In der Folge setzten sich die Icefighters phasenweise im Drittel der Bulls fest und überzeugten mit aggressivem Forechecking.
Halle brauchte einige Minuten, um wieder Ruhe ins eigene Spiel zu bringen, kam dann aber wieder besser in die Partie. Nach mehreren guten Ansätzen belohnten sich die Bulls in der 29. Minute: Nach einem schnellen Zwei-auf-eins-Konter zog Elvijs Biezais selbst ab und traf sehenswert zur 2:1-Führung. Die Antwort der Gäste ließ jedoch nicht lange auf sich warten, Leipzig blieb präsent und suchte konsequent den Weg nach vorne.
Das Drittel entwickelte sich zunehmend zu einem offenen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Eine erneute Unterzahl der Saale Bulls brachte in der Folge schließlich den erneuten Ausgleich für die Gäste: Genau in dem Moment, als Halle wieder komplett war, drückte Leipzig den Puck über die Linie. Erneut war es L. Vantuch, der zum 2:2 traf.
In der Schlussphase des Drittels wurde die Partie deutlich hitziger. Die Zweikämpfe nahmen an Intensität zu, vor dem Leipziger Tor kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung, bei der mehrfach die Fäuste flogen. Die Schiedsrichter hatten alle Hände voll zu tun, sortierten mehrere Strafzeiten auf beiden Seiten und unterbrachen das Spiel länger.
Nach 40 Minuten stand es somit 2:2 zwischen den Saale Bulls Halle und den KSW Icefighters Leipzig. Alles war angerichtet für ein spannendes Schlussdrittel in einem intensiven und zunehmend emotionalen Derby.
Mit einem 2:2-Zwischenstand gingen beide Teams in den Schlussabschnitt, in dem die Saale Bulls Halle zunächst noch eine kurze Unterzahl überstehen mussten.
Kaum war diese Phase beendet, bot sich den Bulls die Chance, selbst in Überzahl Druck aufzubauen. Doch ein Scheibenverlust im eigenen Drittel wurde von Leipzig in der 42. Minute eiskalt bestraft: Tim Detig nutzte den Abpraller vor dem Tor und brachte die Gäste erstmals in Führung.
Halle versuchte im Anschluss, Struktur ins Powerplay zu bekommen, kam jedoch nicht zu klaren Abschlüssen. Die Partie wurde zunehmend emotionaler, Zweikämpfe wurden konsequent zu Ende gefahren, das Publikum kommentierte jede Aktion lautstark. Die Bulls investierten viel, kämpften um den Ausgleich und erspielten sich mehrere Abschlüsse, scheiterten jedoch immer wieder an Leipzigs Torhüter Kessler oder an der eigenen Ungenauigkeit im Abschluss.
Mit zunehmender Spielzeit öffnete Halle zwangsläufig Räume. In der 57. Minute nutzten die Icefighters einen Puckgewinn im Mitteldrittel gnadenlos aus: M. Zajic tauchte frei vor Nils Kapteinat auf und erhöhte auf 2:4. Nur wenig später folgte der nächste Rückschlag, als C. Bassen nach einem abgefangenen Pass zum 2:5 traf. Leipzig zeigte sich in dieser Phase extrem effizient und entschied das Spiel praktisch vorzeitig.
Trotzdem gaben sich die Saale Bulls nicht auf. In der letzten Minute belohnten sie sich noch einmal für ihren Einsatz: Nach schöner Kombination über Kai Zernikel und Adam Domogalla traf Sebastian Christmann im Slot zum 3:5. Die Bulls nahmen daraufhin eine Auszeit und setzten alles auf eine Karte, Kapteinat verließ zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers das Eis.
Der erhoffte Anschlusstreffer blieb jedoch aus. Stattdessen traf Leipzig wenige Sekunden vor dem Ende ins leere Tor und stellte den 3:6-Endstand her.
Fazit: Nach 60 Minuten mussten sich die Saale Bulls den Icefighters Leipzig geschlagen geben. Ausschlaggebend war die konsequente Chancenverwertung der Gäste im letzten Drittel, während sich die Bulls trotz großer Moral und viel Einsatz nicht mehr entscheidend zurückkämpfen konnten. (FE)
♦ Träger des goldenen Helms: #19 Elvijs Biezais
Torschützen:
1:0 Tomi Wilenius – 20.
1:1 Lukáš Vantuch – 22. (PP1)
2:1 Elvijs Biezais – 29.
2:2 Lukáš Vantuch – 34.
2:3 Tim Detig – 42. (SH1)
2:4 Marc Zajic – 57.
2:5 Chad Bassen – 58.
3:5 Sebastian Christmann – 60.
3:6 Yannic Bauer – 60. (EN)
Tore: 3:6 (1:0/1:2/1:4)
Mit: HWGmbH