Spielbericht: Keine Punkte im Gepäck – Tilburgs Effektivität spielentscheidend!

„Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele“ … dieser Spruch für’s Phrasenschwein traf für die Sonntagspartie gegen die Tilburg Trappers voll und ganz zu, wie die Statistik dieses Spiels eindrücklich beweist: Endstand 6:2, wobei drei der sechs Gegentore im Powerplay erzielt wurden (sechster Treffer war ein Emptynet-Goal). Wenn man dann noch die Ausgeglichenheit bei den „Schüssen aufs Tor“ anschaut (25:27), dann kann man den Trappers nur gratulieren zu ihrer äußerst effektiven Chancenverwertung.

 

Die Partie im Detail:

Die Saale Bulls Halle waren auswärts bei den Tilburg Trappers schnell gefordert und erlebten ein erstes Drittel, das von hohem Tempo, viel Physis und zahlreichen Diskussionen mit den Unparteiischen geprägt war. Nach 20 Minuten lagen die Bulls mit 0:2 zurück.

Die Partie begann aus Hallenser Sicht durchaus engagiert. Direkt nach dem Eröffnungsbully setzten sich die Saale Bulls im Angriffsdrittel fest und suchten früh den Weg zum Tor. Tilburg antwortete jedoch umgehend mit schnellen Gegenstößen und übernahm zunehmend die Spielkontrolle. In den Anfangsminuten hielten sich die Gastgeber lange im Drittel der Bulls auf, doch Bulls-Torhüter Nils Kapteinat blieb bei mehreren Abschlüssen, unter anderem von der linken Seite, aufmerksam.
Früh wurde das Spiel ruppiger. Thomas Merl wurde im Gesicht getroffen, wenig später diskutierte Adam Domogalla mit den Schiedsrichtern – ein Vorgeschmack auf ein Drittel, in dem die Referees immer stärker in den Mittelpunkt rückten.
Trotz einzelner Offensivaktionen, etwa durch Jesper Åkerman und später Robert Hechtl sowie Kai Zernikel von der Blauen, fehlte den Bulls die letzte Konsequenz im Abschluss.
In der 10. Spielminute nutzten die Trappers ihre Druckphase eiskalt aus. Nach einem Passspiel von hinter dem Tor zog T. van Soest aus dem Slot ab und brachte Tilburg mit 1:0 in Führung.
Auch danach blieb das Spiel zerfahren. Mehrere Strafzeiten auf beiden Seiten, lange Unterbrechungen und hitzige Szenen – darunter ein handfester Zweikampf zwischen Nicolas Cornett und einem Tilburger Gegenspieler – sorgten für Unruhe. Insgesamt wirkte die Linie der Schiedsrichter inkonsequent, was die Emotionen weiter anheizte.
Kurz vor der ersten Pause folgte der nächste Rückschlag für Halle. Gerade als eine Unterzahl schadlos überstanden war, kassierte man die nächste Strafzeit. Nach diesem „fliegenden Wechsel“ nutzten die Trappers diese zweite Überzahl sofort und erhöhten auf 2:0, als Kobe Roth einen schnellen Angriff erfolgreich abschloss. Direkt im Anschluss kam es erneut zu Auseinandersetzungen neben dem Tor der Bulls, die das ohnehin hektische Drittel abrundeten.
Mit einem 0:2-Rückstand, vielen Strafminuten und einem deutlich physischer werdenden Spiel hinter sich, gingen die Saale Bulls Halle schließlich in die erste Drittelpause – mit der klaren Aufgabe, im Mittelabschnitt mehr Struktur und Ruhe ins eigene Spiel zu bringen.

Im zweiten Drittel des Auswärtsspiels bei den Tilburg Trappers entwickelte sich eine intensive und teils chaotische Partie, in der die Saale Bulls Halle trotz Rückschlägen Moral bewiesen. Nach 40 Minuten führten die Gastgeber dennoch mit 4:1.

Tilburg knüpfte nahtlos an den Druck aus dem ersten Abschnitt an und setzte sich direkt wieder im Drittel der Bulls fest. Nils Kapteinat stand früh im Fokus und entschärfte unter anderem einen gefährlichen Abschluss von R. de Hondt mit der Fanghand. Mit zunehmender Spielzeit fanden die Saale Bulls jedoch besser in die Partie und konnten sich ihrerseits längere Zeit im Angriffsdrittel festsetzen. Zwei Abschlüsse in kurzer Folge sorgten erstmals für echte Entlastung, ehe eine unglückliche Szene folgte, in der die Hauptschiedsrichterin zwischen zwei Spieler geriet und zu Boden ging.
In Überzahl verteidigten die Bulls zunächst engagiert und hielten Tilburg lange aus dem eigenen Drittel fern. Zwei Sekunden vor Ablauf der Strafe nutzten die Trappers jedoch eine angezeigte Strafe konsequent aus: P. Marinaccio traf zum 3:0. Kurz darauf folgte eine weitere Unterzahlsituation für Halle, die das Spiel erneut in Richtung der Gastgeber kippen ließ.
Trotzdem gaben sich die Saale Bulls nicht auf. Nach dem Power Break erspielten sie sich mehrere gute Chancen. Aaron Reinig scheiterte mit einem Schuss von der Blauen an C. Andree, Elvijs Biezais versuchte es wenig später spektakulär per Bauerntrick und Robert Hechtl kam gleich mehrfach aus kurzer Distanz zum Abschluss – stets blieb der Tilburger Schlussmann Sieger.
In der 37. Minute nutzte Tilburg eine weitere Überzahlsituation eiskalt aus. Nach einem Querpass stand K. Roth frei und erhöhte auf 4:0. Doch die Antwort der Bulls folgte unmittelbar. Direkt nach dem Bully zog Robin Palka aus dem Angriffsdrittel ab, Andree kam nicht mehr entscheidend an den Puck und Halle verkürzte auf 4:1. Der Treffer wirkte wie eine spürbare Erlösung für die Bulls.
Die Schlussminuten des Drittels waren erneut von hitzigen Szenen geprägt. Nach einer gegen Tilburg ausgesprochenen Strafe kassierte nun auch Kapteinat (aufgrund einer kuriosen Aktion nach einem gehaltenen Schuss) wegen Haltens dieselbe Strafe. So ging es mit vielen Diskussionen, wenig Spielfluss und einer weiterhin aufgeheizten Stimmung in die zweite Pause.
Trotz des 1:4-Rückstands zeigte das zweite Drittel, dass die Saale Bulls Halle kämpferisch voll im Spiel blieben und sich für ihren Aufwand zumindest mit einem Tor belohnten.

Im Schlussdrittel zeigten die Saale Bulls noch einmal ihren inzwischen bekannten Kampfgeist, konnten die Partie jedoch nicht mehr drehen. Am Ende stand eine 2:6-Niederlage.

Der dritte Abschnitt begann aus Hallenser Sicht optimal. Gleich in der ersten Minute eroberte Elvijs Biezais hinter dem gegnerischen Tor den Puck. Tilburgs Torhüter C. Andree verließ sein Gehäuse, um einzugreifen, kam jedoch zu spät zurück. Biezais nutzte die Situation, umkurvte das Tor und schob zum 2:4 ein. Kurz darauf hatte Sebastian Christmann nach Zuspiel von Robin Drothen im Slot den nächsten Treffer auf dem Schläger, scheiterte aber knapp am Schlussmann der Gastgeber.
In der Folge stemmten sich die Saale Bulls engagiert gegen den erneuten Druck der Trappers. Defensivarbeit und einzelne Checks, unter anderem von Nicolas Cornett, hielten die Partie zunächst offen. Dennoch war die zunehmende Frustration im Spiel der Hallenser spürbar, während Tilburg versuchte, das Tempo zu kontrollieren und Zeit von der Uhr zu nehmen.
Mit fortschreitender Spielzeit kippte das Geschehen wieder zugunsten der Niederländer. In der 54. Minute nutzte Tilburg einen Konter konsequent aus. Nach mehreren Pässen schloss R. de Hondt erfolgreich ab und stellte den alten Drei-Tore-Abstand wieder her. Halle bemühte sich weiterhin um Offensivaktionen, kam im Angriffsdrittel jedoch kaum noch zu klaren Abschlüssen. Zu oft fingen die Trappers Pässe ab oder zwangen die Bulls zu neuen Anläufen.
In der Schlussphase nahm Halle noch einmal alles Risiko. Nils Kapteinat verließ kurz vor Ende sein Tor, doch statt des erhofften Anschlusstreffers sorgte P. Marinaccio mit einem Treffer ins verwaiste Gehäuse für die endgültige Entscheidung zum 6:2. Eine weitere Strafe gegen Kai Zernikel kurz vor Spielende unterstrich die hitzige und zerfahrene Schlussphase.

Fazit: Nach 60 intensiven Minuten mussten sich die Saale Bulls Halle bei den Tilburg Trappers geschlagen geben. Trotz kämpferischer Phasen, insbesondere zu Beginn des dritten Drittels, entschieden Effizienz, Cleverness und Abgeklärtheit die Partie zugunsten der Gastgeber. (FE)

 

♦ Träger des goldenen Helms: #20 Adam Domogalla

 

Torschützen:
1:0 Ties van Soest – 10.
2:0 Kobe Roth – 18. (PP1)
3:0 Phillip Marinaccio – 28. (PP1)
4:0 Kobe Roth – 37. (PP1)
4:1 Robin Palka – 37.
4:2 Elvjis Biezais – 41.
5:2 Reno de Hondt – 54.
6:2 Phillip Marinaccio – 60. (EN)
Tore: 6:2 (2:0/2:1/2:1)

 

Mit: HWGmbH

📸: Theo Gerloff

 

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