Noch genau acht Partien sind bis zum Ende der Hauptrunde in der Oberliga Nord noch zu bestreiten. Um die Ausgangsposition für die Playoffs noch zu verbessern bzw. die direkte Playoff-Teilnahme zu sichern, müssen die Saale Bulls ab sofort eigentlich jedes Spiel gewinnen. Los ging es gestern Abend im heimischen Sparkassen-Eisdom gegen die Mannschaft des ESC Wohnbau Moskitos Essen. Die Gäste aus dem Ruhrpott belegen momentan Platz 10 der Tabelle.

Von der Papierlage her zu urteilen, lag somit eine lösbare Aufgabe vor den Saalestädtern, aber das Team von Ryan Foster stand in den Tagen nach dem Null-Punkte-Wochenende extrem unter Beschuss. Der Trainer zog Konsequenzen, der Verein zog Konsequenzen und die Spieler wendeten sich in einem offenen Brief an die Fans. Und die wollten von ihrem Team eine klare Reaktion auf dem Eis sehen – diese Erwartungen wurden definitiv erfüllt!

Halle startete entsprechend hoch motiviert in die Partie und konnte die Moskitos damit auch etwas überraschen, Halle übernahm von der ersten Minute an die Regie auf dem Eis. Gleich in der zweiten Minute brachte Sergej Stas die Hausherren mit 1:0 in Führung. Und es blieb beim Dauerangriff auf das Tor von Kevin Beech, der aber aufgrund einer fast nicht vorhandenen Abwehr seiner Teamkollegen wenig dagegensetzen konnte. So legte in der 6. Minute Moritz Schug zum 2:0 nach und die Torhymne war noch nicht verklungen, als Beech schon wieder hinter sich greifen musste. Johannes Ehemann netzte im Alleingang zum 3:0 ein.

Essen nahm die Auszeit, doch auch die half irgendwie nicht. Sie wurden weiter in ihrem Drittel festgenagelt, mussten nur verteidigen, kamen so gut wie gar nicht zu eigenen Angriffen. Der Druck der Bulls brachte auch weiter Zählbares für sie, denn Kyle Helms erhöhte in der 9. Minute auf bereits 4:0 und nur drei Minuten später legte Helms gleich noch einmal zum 5:0 nach. Dies war dann auch endgültig zu viel für Kevin Beech und für ihn kam nun Leon Frensel in den Kasten der Moskitos. Er konnte zunächst etwas besser auf die Schüsse der Bulls reagieren und brachte seiner Mannschaft etwas Ruhe im eigenen Drittel. So kamen sie nun auch zu eigenen Angriffen und in der 14. Spielminute konnte ihr Kapitän Stephan Kreuzmann für sie zum 5:1 einnetzten. Mit diesem Stand ging es in die erste Pause.

Gleich nach Wiederanbully ging die Angriffswelle der Bulls aber weiter und Eric Wunderlich hämmerte in bekannter Manier die schwarze Scheibe zum 6:1 ins Netz. Die Essener gaben trotz des deutlichen Rückstandes jedoch nicht so einfach auf und meldeten sich mit dem Tor von Daniel Willaschek in der 23. Minute auch noch einmal zurück. Es war trotzdem der Tag der Bulls und vor allem war es ihr Spiel, da sie als eine Mannschaft auf dem Eis agierten und ihren Gästen nicht viel Platz ließen. Damit kamen sie immer wieder zum Erfolg – mit den Toren von Tyler Mosienko (31.), Moritz Schug (34.) und Michal Bezouska (34.) konnten sie den Spielstand auf bereits 9:2 hochschrauben.

Es blieb noch sehr viel Zeit bis zur zweiten Unterbrechung und beide Teams nutzten diese Zeit, um noch einmal im Abschluss erfolgreich zu sein. Erst traf Enrico Saccomani (36.) für die Moskitos, doch im Gegenzug neutralisierte Lukas Valasek diesen Treffer sofort wieder. Mit dem magischen zehnten Tor im Rücken ging es in die letzte Pause.

Durch die mehr als deutliche Führung ließen es die Saalestädter im letzten Abschnitt etwas gemächlicher angehen und gaben ihren Gästen somit auch mehr Raum für eigene Angriffe. Dieser wurde auch sofort genutzt und die Moskitos konnten sich mehrfach vor dem Tor von Weidekamp festsetzen. Diese Phase nutzte Essen, um noch etwas Ergebniskorrektur zu betreiben – in der 43. Spielminute traf Toni Lamers zum 10:4. Doch dieses Tor und vor allem die nachfolgende Überzahl war für die Bulls wieder ein Weckruf, denn nun drehten sie erneut auf und ließen den Essenern wenig Chancen. Und wieder zahlte sich dieser Angriffsdruck aus, denn mit den Toren von Michal Bezouska (49.) und Christopher Francis (50.) brachten sie es nun schon auf ein Dutzend Tore.

In den letzten Minuten nahmen die Bulls aufgrund dieser deutlichen Führung wieder etwas Tempo aus dem eigenen Spiel und auch die Konzentration ließ etwas nach, was den Gästen noch einmal Möglichkeiten gab, selber nachzulegen.  So konnten Mc Leod (57.) und Lamers (60.) für noch ein wenig Ergebniskosmetik sorgen, was aber am klaren Heimsieg der Hallenser nichts mehr änderte. Die ersten drei wichtigen Punkte im Kampf für die Play Offs haben die Saale Bulls damit bravourös gegen die Wohnbau Moskitos Essen eingefahren. Für die Hallenser geht es nun am Sonntag auswärts bei den Hannover Indians weiter und da heißt es, unbedingt an die gestrige Leistung anzuknüpfen, um auch vom Pferdeturm möglichst Punkte zu entführen.

 

Torschützen:

1:0 Sergej Stas – 2.
2:0 Moritz Schug – 6.
3:0 Johannes Ehemann – 6.
4:0 Kyle Helms – 9.
5:0 Kyle Helms – 12.
5:1 Stephan Kreuzmann – 14.
6:1 Eric Wunderlich – 21.
6:2 Daniel Willaschek – 23.
7:2 Tyler Mosienko – 31.
8:2 Moritz Schug – 34.
9:2 Michal Bezouska – 34.
9:3 Enrico Saccomani – 36.
10:3 Lukas Valasek – 36.
10:4 Toni Lamers – 43.
11:4 Michal Bezouska – 49.
12:4 Christopher Francis – 50.
12:5 Aaron Mc Leod – 57.
12:6 Toni Lamers – 60.

Tore: 12:6 (5:1/5:2/2:3)