10:0 Tore, drei Punkte & ein Jubiläum – das sind die reinen Fakten der gestrigen Partie der Saale Bulls gegen den Krefelder EV. Und doch bot das Spiel mehr als nur die reinen Zahlen. Ein Blick auf die Tabellensituation im Vorfeld der Begegnung machte deutlich, dass die Bulls als Tabellenführer als klarer Favorit in das Duell gegen den Zwölftplatzierten gehen würden. Mit lediglich 13 Feldspielern – Head Coach Ryan Foster musste auf Joonas Niemelä, Erik Gollenbeck, Philipp Halbauer, Dennis Schütt, Michael Fomin und Tim May verzichten – sah man sich den Seidenstädtern gegenüber, die zwar drei Feldspieler mehr im Lineup aufweisen konnten, staubedingt allerdings eine eher suboptimale Anreise hatten und erst eine halbe Stunde vor Spielbeginn am Sparkassen-Eisdom ankamen.

Und genau an diesem Punkt gilt es, dem KEV und dessen Head Coach sowie Sportlichen Leiter in Personalunion, Elmar Schmitz, Respekt zu zollen. Die Rheinländer betraten quasi direkt nach Ankunft an der Halle sofort das Eis, verzichteten auf das ihnen trotz verspäteter Ankunft zustehende Warmup. „Die Leute stehen hier und warten, da brauchen wir die 30 Minuten Verzögerung nicht auch noch nehmen“, so Schmitz. „Ich glaube, für den Ausgang des Spieles hätte das jetzt nicht den gigantischen Unterschied gemacht.“

Und in der Tat waren – bei aller Wertschätzung und sportlichem Respekt – die Seidenstädter schlussendlich chancenlos, die individuelle Klasse der Saale Bulls einfach mindestens eine Nummer zu groß. „Wir hatten eine schwierigre Anreise, aber das ist keine Entschuldigung. Wir wussten, wo wir heute hinfahren – und dafür waren wir heute einfach nicht gut genug“, so Schmitz. Lag sein Team nach dem ersten Drittel nur mit zwei Toren im Hintertreffen, so nutzten die Bulls in einem „ziemlich wilden zweiten Drittel“ (Schmitz) ihre Chancen gnadenlos aus, konnten sechs weitere Treffer erzielen.

Somit stand im Schlussdrittel lediglich die Frage nach einem eventuellen Ehrentreffer des KEV im Raum – oder würden es die Bulls gar zweistellig machen? Und unabhängig vorstehender Fragen zeichnete sich ob des deutlichen Vorspungs bereits frühzeitig ab, dass neben dem Team vor allem Torhüter Sebastian Albrecht besonderen Grund zum feiern hätte – wäre doch ein Erfolg gleichbedeutend mit seinem 100. Sieg als Start-Torhüter und somit ein Novum in der Bulls-Historie.

Und es sind genau solche Geschichten, die den Sport ausmachen: Es steht 9:0 für die Hausherren. Der Sieg ist sicher. Albrecht wird einen Rekord aufstellen. Die Bulls sind in Unterzahl. Auf der Uhr sind noch acht Sekunden – und Patrick Schmid macht seinen Hattrick perfekt. Schmid jubelt. Albrecht jubelt. Die Fans feiern. Der Referee pfeift ab, Albrecht sichert sich den Puck – das Ende eines perfekten Abends, an dem die Bulls mit einem 10:0 einen weiteren Schritt Richtung Meisterschaft machten und Sebastian Albrecht wohl einen Rekord für die Ewigkeit aufstellte. (Jy)

 
Saale Bulls Halle – Krefelder EV 81 10:0 (2:0, 6:0, 2:0)

1:0 (07:49) Stas (Valasek, Schmid – PP1)
2:0 (15:28) Schmid (Hoffmann, Sturm)
3:0 (20:52) Sturm (Valasek, Schmid)
4:0 (23:00) Pfennings (Grosse, Stas)
5:0 (26:25) Pfennings (Schmid, Sturm)
6:0 (27:43) Gulda (Pfennings, Hildebrand – PP1)
7:0 (35:01) Grosse (Valasek, Vihavainen)
8:0 (38:34) Schmid (Stas, Vihavainen – PP1)
9:0 (50:21) Valasek (Walkowiak, Grosse)
10:0 (59:52) Schmid (Valasek, Walkowiak – SH1)

Strafminuten: Halle 10, Krefeld 12