Beim zweiten Spiel des Wochenendes ging es im halleschen Sparkassen-Eisdom bei den Saale Bulls noch einmal hoch her, denn das 45. Mitteldeutsche Derby stand auf dem Plan und entsprechend gut gefüllt war der Sparkassen-Eisdom. Gegen den direkten Tabellennachbarn auf Platz 6 mit nur einem Punkt Vorsprung wurde von gut 2.200 Zuschauern zu Recht ein spannendes Duell erwartet. Doch wir beginnen aus gegebenem Anlass heute mal mit der Torstatistik, die ohne weitere Ausführungen dazu geeignet wäre, den Spielverlauf zu beschreiben:

Torschützen:

0:1 Michal Velecky – 2.
0:2 Alexander Zille – 2.
1:2 Sergej Stas – 13.
1:3 Florian Eichelkraut – 24. (Penaltyschuss)
2:3 Eric Wunderlich – 28. (Doppelte Überzahl)
3:3 Tyler Mosienko – 31.
3:4 Gianluca Balla – 37. (Überzahl)
3:5 Damian Schneider – 40. (Doppelte Überzahl)
3:6 Damian Schneider – 46. (Überzahl)
3:7 Antti Paavilainen – 48.
4:7 Eric Wunderlich – 51.

Tore: 4:7 (1:2/2:3/1:2)

Einen starken Start ins Spiel erwischten die Gäste aus Leipzig, die mit einem Doppelpack in der zweiten Minute deutlich machten, dass man hier unbedingt gewinnen wollte.

Es folgte eine Auszeit der Bulls, um etwas Ruhe in die eigenen Reihen zu bekommen. Mit fortschreitender Zeit gelang nun auch den Hausherren, in ihr Spiel zu finden. Bezeichnend für diese Phase und das restliche Spiel ist die Aussage des Gästetrainers Sven Gericke auf der anschließenden Pressekonferenz: „Ryans Mannschaft hat im 5 gegen 5 brutal stark gespielt.“ Vor diesem Hintergrund scheint die letztendliche verdiente Niederlage der Bulls umso bitterer.

In der zweiten Hälfte des ersten Drittels blieb es zwar bei einigen guten Angriffen der Gäste, aber nun wurden auch die Konter der Saalestädter gefährlich. Erfolgreich war zunächst Sergej Stas, der den Puck in der 13. Minute mit der Rückhand zum 1:2 ins Netz beförderte. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war es endlich eine Partie auf Augenhöhe und es ging immer wieder auf dem Eis hin und her, aber weitere Tore sollten bis zur ersten Pause nicht mehr fallen.

Den Beginn des zweiten Drittels verpassten die Hausherren dieses Mal nicht und so entwickelte sich ein schneller und körperbetonter Kampf um die schwarze Scheibe. Dabei schossen die Bulls bei der Verteidigung ihres Tores auch etwas über das Ziel hinaus und die Leipziger bekamen in der 24. Spielminute einen Penalty zugesprochenen, welcher dann auch von Florian Eichelkraut zum 1:3 verwandelt werden konnte. Doch Halle ließ sich davon nicht so beeindrucken, wie von den ersten beiden schnellen Treffern zu Spielbeginn.

Vor allem nutzte man nun auch endlich den eigenen Überzahlvorteil und man sich in der 28. Minute im Drittel der Leipziger festsetzte und Eric Wunderlich mit einem Schlagschuss von der blauen Linie den Puck durch die Verteidigung der IceFighters zirkelte. Schon waren die Bulls auch wieder im Spiel und hatten das Momentum eigentlich auf ihrer Seite. Sie erhöhten noch einmal den Druck und dank des Dauerangriffes konnte sich Tyler Mosienko in der 31. Minute ebenfalls in die Torschützenliste eintragen und zum 3:3 ausgleichen.

Warum sich die Bulls ab diesem Zeitpunkt das Leben selber unnötig schwer machten, ist nun nicht mehr zu erklären. Zuerst gerieten sie nach einem Crosscheck von Nicholas Miglio in Unterzahl und dies nutzten die Gäste aus Sachsen eiskalt aus. Dank des Tores von Gianluca Balla in der 37. Spielminute waren die Leipziger wieder in Führung. Keine zwei Minuten später war ein erneuter Check von Miglio der Auslöser für eine handfeste Auseinandersetzung vor der Leipziger Spielerbank, in deren Folge Suchomer, Schmitz (beide Halle) und Israel (Leipzig) jeweils eine 5min+Spieldauerstrafe kassierten. Zusätzlich musste natürlich auch Miglio wegen seines Bandenchecks auf die Bank. Die doppelte Überzahl nutzte Damian Schneider recht schnell für den fünften Treffer von Leipzig.

Die Hausherren starteten auch in den letzten Abschnitt also in Unterzahl, wobei sie sich mit Händen und Füssen gegen weitere Treffer verteidigten, aber eine erneut unnötige Strafe gegen Sergej Stas in der 44. Minute war dann doch zu viel des „Guten“: Damian Schneider nahm die Einladung gerne an und Leipzig zog durch seinen Treffer bereits auf 3:6 davon. Natürlich hatten nun sie das Momentum auf ihrer Seite und nutzten jede Gelegenheit zum Angriff auf das Tor von Albrecht, welcher in der 48. Minute nach dem Treffer von Paavilainen erneut hinter sich greifen musste.

Ein kleiner Lichtblick für die Bulls und deren Fans im Sparkassen-Eisdom folgte in der 51. Minute, als Eric Wunderlich zum wiederholten Male mit einem harten Fernschuss erfolgreich war und auf 4:7 verkürzen konnte. Die Gastgeber kämpften weiter um den Puckbesitz, aber sie standen sich weiter selber im Weg, statt erfolgversprechendem Zug zum Tor häuften sich Fehlpässe, aber vor allem kassierten sie weiter unnötige und dumme Strafen. So musste zuerst Victor Knaub mit 2+2 Minuten raus, ihm folgte dann auch noch Sergej Stas mit der gleichen Strafe. Damit war der Angriffsdrang der Bulls völlig dahin und die Minuten bis zum Spielende liefen ohne weitere Tore ab.

Letztlich haben die Bulls ein gewinnbares Spiel durch eigene Fehler aus der Hand gegeben. Dies gilt es schnell und konsequent auszuwerten, denn bereits am kommenden Freitag müssen sie wieder eingreifen im Kampf um Punkte und einen sicheren Playoff-Platz. Man startet am Freitag mit einem Heimspiel gegen die Wohnbau Moskitos Essen, bevor es am Sonntag zu den Hannover Indians geht.