Wenn am Sonntag um 18 Uhr – am letzten Spieltag beginnen alle Partien zur gleichen Zeit – der Puck im halleschen Sparkassen-Eisdom eingeworfen wird, stehen den Bulls noch drei Drittel in einer bislang überragenden Hauptrunde bevor: 20 Siege aus 22 Heimspielen, Meister der Oberliga Nord, der erste Titelgewinn sein neun Jahren, ein Punkteschnitt von 2,48 Zählern pro Partie.
Allesamt beeindruckende Fakten und Zahlen und das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit, sowohl der Akteure auf dem Eis als auch den Verantwortlichen in der Geschäftsstelle. Ein Erfolg, der ob der Umstände umso höher einzuschätzen ist, forderte doch die zweite Coronasaison in Folge ein Maximum an Flexibilität von Allen. Mit dem Titelgewinn lieferten die Bulls eindrucksvoll den Beweis, dass der Eis- und Eishockeysport seinen festen Platz in der Händelstadt hat und es nun an der Politik ist, den Aus- und Umbau des Sparkassen-Eisdoms voranzutreiben und den Worten Taten folgen zu lassen.
 
Nach dem gestrigen 6:0-Heimsieg gegen die Bulls reisen die Indians nun zu einem echten „Endspiel“ nach Halle, wo man sicherlich alles andere als nur Staffage für die nach Abpfiff erfolgende Meisterpokal-Übergabe sein möchte. Denn die Niedersachsen haben es im Fernduell mit Leipzig weiterhin in der eigenen Hand, sich mit einem Sieg, genauer gesagt mit zwei Zählern, den vierten Tabellenplatz und somit das Heimrecht in den Playoffs zu sichern – ein Ziel, das ob der Lockerungen die Zuschauerbegrenzungen betreffend auch in finanzieller Hinsicht mehr als lohnenswert ist.

 
Das Heimrecht haben sich die Bulls mit der Meisterschaft bereits gesichert. Nun gilt es, auch mit Selbstvertrauen in die in Kürze startenden Playoffs zu gehen. Selbstvertrauen, was man sich mit einem Sieg gegen einen starken Gegner holen möchte, der mit einer Serie von nunmehr neun Erfolgen in Serie mit breiter Brust anreist und sicherlich den Party-Crasher vor der halleschen Meisterfeier spielen möchte, ob der eigenen Notwendigkeit eines Sieges gar spielen muss. Doch unabhängig vom Ausgang des 40. Duells beider Mannschaften wird es am Ende des Abends auf hallescher Seite sicherlich strahlende Gesichter geben. Nämlich dann, wenn der Pokal überreicht und die Medaillen umgehangen werden – doch davor stehen halt noch einmal sechzig harte und spannende Minuten in einer schon jetzt vereinshistorisch überragenden Hauptrunde. (Jy)