Gestern ging es für die Saale Bulls wieder auf große Tour, am Freitag dem 13. führte sie der Weg in den Ruhrpott nach Herne zum aktuellen Tabellenzweiten. Und leider wurde dieser Freitag seinem Namen am Ende des Tages mehr als gerecht.

Im ersten Drittel kam Halle gar nicht ins Spiel, die Hausherren zeigten ihr Können und vor allem ihre Angriffslust von Beginn an auf dem Eis. Zwar versuchten die Bulls, einen schnellen Erfolg der Herner zu verhindern, aber sie wurden deutlich unter Druck gesetzt. Gute und erfolgversprechende Gegenangriffe der Saalestädter waren eher Fehlanzeige. Hinzu kam die herausragende Offensivstärke der Hausherren in Überzahl, welche sie fast immer auszunutzen wussten. Die erste Gelegenheit dazu bekam Herne in der fünften Spielminute nachdem Sebastian Albrecht nach einem abgewehrten Schuss eine Strafe wegen Spielverzögerung erhielt. Der HEV brauchte nur zwei Angriffe, bis Marcus Marsall den 1:0-Führungstreffer erzielte. Obwohl nun wieder vollzählig, wurden die Bulls im eigenen Drittel weiter festgenagelt und nur 15 Sekunden später musste Albrecht erneut hinter sich greifen, nachdem Dennis Palka zum 2:0 nachgelegt hatte.

Ryan Foster nahm folgerichtig eine Auszeit und versuchte, seine Spieler wach zu rütteln. Diese Maßnahme zeigte zum Glück Wirkung und Halle kam immer besser ins Spiel, allerdings klappte es mit dem Tore schießen noch nicht so richtig. Entweder gingen die Schüsse knapp am Tor vorbei, trafen Pfosten oder Latte oder endeten bei Linda.

Nach der ersten Pause kamen die Bulls mit deutlich mehr Schwung und Angriffslust aus der Kabine zurück aufs Eis und waren nun ihrerseits unaufhörlich in der Offensive. So drehten sie den Spieß ein Stück weit um und Björn Linda im Tor des HEV musste schon sein ganzes Können aufwenden, um nicht den Anschlusstreffer zu kassieren. Doch auf ewig funktionierte dies auch nicht, da das konzentrierte Spiel und die schnellen Pässe der Bulls ihnen immer wieder Vorteile verschafften, welcher in der 29. Minute auch endlich etwas Zählbares einbrachten, als Eric Wunderlich zum 1:2 traf. Und Halle setzte weiter nach und gab den Hausherren kaum Luft zum Durchatmen.

Zu Hilfe kam den Hallensern nun auch eine Strafe gegen den HEV und erneut war es Eric Wunderlich, der den Überzahlvorteil in der 33. Spielminute zu nutzen wusste und zum inzwischen verdienten 2:2-Ausgleich traf. Doch dieses Duell blieb weiter auf Augenhöhe und während der nächsten Strafzeit gegen Halle ließen sich die Hausherren nicht lange bitten und Denis Fominych schoss sein Team wieder in Führung. Mit diesem Stand von 3:2 ging es in die zweite Pause.

Das letzte Drittel stand also unter den gleichen Vorzeichen und es sollte spannend bleiben. Die Saale Bulls starteten hoch motiviert und es dauerte dieses Mal nicht lange, bis sie erneut den Ausgleich erzielen und sogar erstmals selbst in Führung gehen konnten: Ein Doppelschlag der Bulls mit den Toren von Chris Francis in der 46. Minute und Nick Miglio in der 47. Minute ließ die Hoffnung auf einen Sieg zu Recht steigen. Die Zeit lief nun gegen die Hausherren, doch die drehten natürlich noch einmal richtig auf und warfen alles nach vorne. Dieser Kampf wurde nur zwei Minuten vor der Schluss-Sirene belohnt, als Patrick Asselin eine kurze Unaufmerksamkeit in der Hallenser Abwehr nutzte und den Ausgleich erzielte. Obwohl Halle nun noch einmal in eine Daueroffensive startete, gelang ihnen kein weiterer Treffer, so dass die Entscheidung in der Verlängerung fallen musste.

Und hier erwischten die Bulls den optimalen Start und bei 4:44 auf der Anzeigetafel trafen sie zum entscheidenden 4:5-Siegtreffer … das zumindest war die erste Entscheidung der Unparteiischen. Doch leider wurde diese nach einer heftigen Diskussion revidiert (man sei nicht sicher, ob der Puck komplett über der roten Linie war) und nach dem Siegesjubel mussten die Bulls wieder umschalten und weiterspielen. Kein leichtes Unterfangen, denn die Konzentration und nötige Anspannung war natürlich nicht einfach wiederherzustellen. Somit lag das Momentum beim HEV, der durch eine weitere Strafzeit gegen Halle nun auch noch einen entscheidenden Vorteil hatte. Und so kam es, wie es kommen musste und Michel Ackers versenkte in der 63. Minute den Puck im Kasten von Albrecht.

Eines ist klar, in diesem Spiel hätten bis zur letzten Minute beide Teams als Sieger vom Eis gehen können, es war ein hochklassiges Duell auf Augenhöhe, wo es vielleicht gar keinen Sieger hätte geben sollen. So, wie die Entscheidung jedoch gefallen ist, bleibt leider ein kleiner fader Beigeschmack. Doch jammern gilt nicht, nun müssen die Jungs von Ryan Foster am Sonntag noch einmal Gas geben, um das Wochenende versöhnlich ausklingen zu lassen. Im Heimspiel gegen die Rostock Piranhas werden sie aber voraussichtlich auf die Dienste vom Spieler des Tages Eric Wunderlich verzichten müssen, der sich bei einer Aktion im letzten Drittel so schwer verletzte, dass er nicht mehr weiterspielen konnte. Wir wünschen ihm von hier aus gute Besserung!

 

Torschützen:

1:0 Marcus Marsal – 5.
2:0 Dennis Palka – 6.
2:1 Eric Wunderlich – 29.
2:2 Eric Wunderlich – 33.
3:2 Denis Fominych – 37.
3:3 Chris Francis – 46.
3:4 Nick Miglio – 47.
4:4 Patrick Asselin – 59.
5:4 Michel Ackers – 63

Tore: 5:4 n.V. (2:0/1:2/1:2/1:0)