Nach ihrem hart erkämpften Auswärtssieg bei den Tilburg Trappers am vergangenen Sonntag waren die Saale Bulls gestern wieder mit dem Mannschaftsbus unterwegs zur nächsten Begegnung in der Oberliga Nord. Der Weg führte sie ein zweites Mal nach Herford, wo sie in der imos Eishalle „Im kleinen Felde“ auf die Ice Dragons vom HFO trafen. In dieser Partie mussten sie weiter auf Eric Wunderlich und Tim May verzichten, aber dafür bekamen sie vom Neuzugang Frantisek Wagner tatkräftige Unterstützung.

Natürlich wollten die Bulls bei den Herfordern die nächsten drei Punkte einfahren und ihren Stand in der Tabelle weiter festigen. Doch es sollte anders kommen, denn der bessere Start gelang den Hausherren und auch danach waren sie die aktivere Mannschaft auf dem Eis. Zwar konnten die Bulls auch eigene und durchaus gefährliche Angriffe fahren, doch Kieren Vogel im Tor des HFO erwies sich am Freitagabend als echter Bullenbezwinger.

Nach einem dieser missglückten Angriffe in der dritten Spielminute ging es plötzlich sehr schnell oder besser zu schnell, denn nun waren wieder die Herforder im Vorwärtsgang. Sie spielten einen Querpass mitten durch die Verteidigung der Hallenser, welcher dann von Jörn Weinkamp angenommen und vorbei an Urbisch ins Netz geschossen wurde. So waren die Gastgeber in Führung, aber dabei sollte es nicht bleiben. Bei Wiederanbully blieben die Drachen in Puckbesitz und der Spielzug von kurz vorher wurde noch einmal wiederholt. Und so war das zweite Tor des Herforder EV durch Tim Krüger eine Art Kopie des ersten Treffers nur 26 Sekunden zuvor.

Durchaus geschockt von diesen beiden schnellen Führungstreffern brauchten die Gäste aus Halle recht lange, um wieder ins Spiel zurückzufinden. Herford blieb die spielbestimmende Mannschaft, doch zumindest Jakub Urbisch im Tor der Hallenser war nun im Spiel angekommen und hielt seinen Kasten fortan mit tollen Paraden sauber. Im Gegenzug machte Vogel einen genauso guten Job und die Bullen bissen sich an ihm die Zähne aus. Da die Drachen auch in Unterzahl taktisch clever agierten, konnte Halle auch diese Strafminuten nicht zu ihrem Vorteil nutzen.

So ging es im zweiten Abschnitt beim alten Spielstand weiter, doch auch das Bild auf dem Eis blieb nahezu gleich. Weiterhin waren die Dragons druckvoll und die Bulls versuchten mit ihren Aktionen, irgendwie in die Partie zu kommen. Sie konnten sich in der Folge zwar einige sehr gute Torchancen erspielen, aber bei diesen blieb es dann auch, denn der Puck wollte weiter einfach nicht über die rote Linie gehen. Zu allem Überfluss ließen die Bulls auch in diesem Drittel erneut zwei Strafzeiten gegen den HFO liegen, so dass diese zwanzig Minuten torlos blieben.

Nun hatten die Saalestädter nur noch einen Spielabschnitt, um die drohende Niederlage abzuwenden. Nun legten sie auch endlich eine Schippe drauf und setzten die Gastgeber dauerhaft unter Druck. Damit stieg die Zahl der Torschüsse merklich an und nach vielen erfolglosen Versuchen konnte Sergei Stas in der 47. Minute auch endlich zum 2:1 Anschlusstreffer einnetzen. Jetzt hieß es, in den verbleibenden 13 Minuten die Zähne zusammenzubeißen und alles für den Ausgleich zu geben. Doch die Zeit rannte unaufhörlich gegen die Hallenser und Herford machte hinten gekonnt dicht. Auf der anderen Seite bot sich den Drachen viel Raum für Konter, die sie immer wieder brandgefährlich machten. Als letztes Mittel nahm Trainer Foster in der 57. Minute Jakub Urbisch aus dem Tor. Mit einem Feldspieler mehr konnten die Bulls den Druck noch einmal erhöhen, doch Kieren Vogel wuchs offenbar über sich hinaus, denn nach wie vor hielt er seinen Kasten dicht.

So endete die Partie mit dem Stand von 2:1 und die drei Punkte blieben in Herford. Für die Saale Bulls geht es am morgigen Sonntag zu Hause im halleschen Sparkassen-Eisdom gegen die Crocodiles Hamburg weiter.

 

Torschützen:

1:0 Jörn Weikamp – 3.
2:0 Tim Krüger – 3.
2:1 Sergej Stas – 47.

Tore: 2:1 (2:0/0:0/0:1)