Nach 236 Tagen ging es für die Saale Bulls endlich wieder auf‘s Eis, genau eine Woche vor dem Start der neuen Saison in der Oberliga Nord. Doch diese 236 Tage haben aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht nur Deutschland und die Welt verändert, sondern auch die coolste Mannschaftssportart an der Saale. So startet die Saison 2020/2021 erst mit einiger Verspätung und auch das Vorbereitungsprogramm fällt kürzer aus als gewohnt.

Für die Bulls begann mit dem heutigen Auswärtsspiel in Regensburg quasi eine erste englische Woche der Saison, denn schon am Sonntag treffen sie im heimischen Sparkassen-Eisdom zum Rückspiel auf die Eisbären Regensburg und schon am Dienstag geht es zum dritten und letzten Testspiel noch einmal auswärts weiter, dann gegen die Hannover Indians.

In Regensburg trafen die Spieler von Headcoach Ryan Foster auf eine schon gut abgestimmte Mannschaft des EVR. Sie hatten bereits 4 Testspiele absolviert und waren hier auch sehr erfolgreich. So erwarteten wohl alle, dass die Eisbären klare Vorteile gegenüber den Saale Bulls aufs Eis bringen würden, doch es lief ganz anders.

Die Saale Bulls begannen ihr Spiel beherzt und engagiert, man hatte nicht den Eindruck, dass sie weniger aufeinander abgestimmt seien, als die Gastgeber. Den stärksten Rückhalt gab dem Team heute Goalie Sebastian Albrecht, der sich immer wieder mit hervorragenden Saves in Szene setzte. Beide Teams starteten schnell und offensiv in die Partie, wobei die Bulls dabei auch mal zu viel Energie aufs Eis brachten und dafür immer wieder Strafen kassierten. Wie im fünf gegen fünf überzeugte jedoch die Defensive und man überstand diese Unterzahlsituationen unbeschadet.

Mit voller Mannschaftsstärke versuchten sie, gegen die ebenfalls stark aufspielenden Eisbären ihre Chancen zu finden und konnten sich dabei auch mehrfach vor dem Tor der Gastgeber festsetzen. Doch diese Gelegenheiten blieben leider ungenutzt liegen, wie auch weitere Strafzeiten auf beiden Seiten. So war es fast etwas ungerecht, dass nur 21 Sekunden vor der ersten Pausensirene dann doch der erste Treffer fiel. Nach einem Icing ging es im Drittel der Bulls weiter und Constantin Ontl überwand mit seinem gekonnten Schuss den bis dahin hervorragend haltenden Albrecht.

Damit ging es im Mittelabschnitt mit dem ungeliebten 1:0 Rückstand weiter, aber dies sollte nur ein Ansporn für die Saalestädter sein. Jedoch blieb das Bild auf dem Eis gleich: die Bulls ackerten, doch der Erfolg blieb einfach aus, die Chancen vor dem Eisbärentor wurden nicht genutzt und zusätzlich stellten sie sich durch weitere Strafzeiten selbst ein Bein. Im Gegenzug schafften sie es, alle Angriffe der Regensburger früh zu stören und wenn alles nichts half war Albrecht rechtzeitig zur Stelle.

Bis zur zweiten Pause ging es auf dem Eis immer wieder hin und her, aber dabei war auf beiden Seiten nur der Torpfosten oder die Stange bei den Schüssen zu hören. Auch Kai Schmitz‘s Hammerschüsse von der blauen Linie landeten leider nur im Handschuh von Berger. Die Eisbären blieben so weiter in Führung und brachten diese auch ins letzte Drittel.

In diesen letzten Abschnitt mussten die Regensburger mit einem Mann weniger starten, da sie kurz vor der Pause noch eine Strafe kassiert hatten. Und nach einer weiteren Strafe waren die Bulls kurze Zeit sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Was ihnen zum Glück noch fehlte war der Treffer zum Ausgleich. Dieser blieb jedoch aus und es ging in der ausgeglichenen Partie weiter. Bis in der 46. Minute nun die Hallenser in Unterzahl gerieten und die Eisbären zeigten, wie man Powerplay nutzt. So erhöhte sich der Rückstand auf 2:0.

Doch nun drehten die Bulls richtig auf und konnten – Dank des Treffers von Leon Fern- nur zwei Minuten später auf 2:1 verkürzen. Es blieben noch gut 10 Minuten für weiteren Aktionen und den erhofften Ausgleich. Und gegen Ende des Spiels wurde es noch einmal richtig hektisch, denn es folgten weitere Strafzeiten, welche nun aber auch gleich zu Treffern führte. Den Anfang machte Tim May, welcher in der 53. Minute mit seinem Tor verdient ausgleichen konnte. Doch die Freude währte nicht lange, da in der 57. Minute das Spiel genau andersherum lief und so Constantin Ontl für die Eisbären wieder die Führung sicherte.

Die Bulls setzten nun alles auf eine Karte und Albrecht verließ für den sechsten Feldspieler vom Eis. Doch ein Rückpass von Hotakainen landete nicht wie gewollt bei Kai Schmitz, sondern im eigenen Tor. So bekam der Eisbären Torwart Patrick Berger das Tor zugesprochen. Auch danach blieb das Tor der Hallenser leer und dies wurde von Lars Schiller für seinen Treffer zum Endstand noch einmal ausgenutzt.

Damit endet das erste Testspiel der neuen Saison mit einem viel zu deutlichen 5:2, denn der Spielverlauf war ein vollkommen anderer. Aber sei es drum, Ryan Foster wird viel notiert haben, er hat viel ausprobiert und genau dafür gibt es ja diese Vorbereitungsspiele. Für die Saale Bulls geht es nun am kommenden Sonntag zu Hause weiter, dann empfangen sie ihren heutigen Gegner aus der Oberliga Süd zum Rückspiel kommen.

Aufgrund der besonderen Umstände der Pandemie wird dieses Spiel, wie auch alle weiteren Begegnungen im November 2020, ohne Zuschauer stattfinden. Das Spiel wird im Livestream übertragen auf SpradeTV und natürlich auch wieder durch unseren Liveticker begleitet.

 

Torschützen:

1:0 Constantin Ontl – 20.   (EQ)
2:0 Nikola Gajovsky – 47.   (PP1)
2:1 Leon Fern – 48.   (EQ)
2:2 Tim May – 53.   (PP1)
3:2 Constantin Ontl – 57.   (PP1)
4:2 Patrick Berger – 59.   (EN)
5:2 Lars Schiller – 60.   (EN)

Tore: 5:2 (1:0/0:0/4:2)