Gegen aggressiv forecheckende und jederzeit gefährliche Gäste aus Neuwied mussten unsere Saale Bulls hart kämpfen für den Sieg vor heimischem Publikum. Zum Sonntag Nachmittag sahen wir ein schnelles und intensives, aber auch sehr faires Spiel.
Am Ende geht der Sieg für unser Team in Ordnung, auch wenn da noch viel Luft nach oben ist.
Die Partie im Detail:
Die Saale Bulls und der EHC Neuwied lieferten sich im ersten Drittel im Eisdom eine schnelle und intensiv geführte Partie. Beide Mannschaften suchten konsequent den Weg nach vorn und schenkten sich in den Zweikämpfen wenig.
Die Bulls versuchten von Beginn an, kontrolliert ins Angriffsdrittel zu kommen und setzten die ersten offensiven Akzente. Ein Schuss von Calder Anderson wurde ins Fangnetz abgefälscht, wenig später bot sich Nikita Knaus im Slot an. Nach guter Vorarbeit von Adam Domogalla und Knaus kam Fabian Belendir von der blauen Linie zum Abschluss.
Doch auch die Gäste fanden schnell in die Partie und nutzten in der vierten Minute einen Konter zur Führung. Nick Huard hatte zuvor versucht, mit einem Pass eine Lücke zu finden, doch die Scheibe kam nicht beim Mitspieler an. Neuwied schaltete sofort um und Kevin Handschuh spielte den Puck quer durch das hallesche Drittel. Petr Heider stand im Passweg, lenkte die Scheibe jedoch unglücklich mit dem Schlittschuh ins eigene Tor – 0:1 für die Bären.
Die Antwort der Saale Bulls ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Nur eine Minute später nahm Thomas Merl die Scheibe an der blauen Linie auf und spielte zu Niklas Jentsch. Dieser legte quer auf Fabian Belendir, der vom gegenüberliegenden Bullykreis abzog und Felix Köllejan zum 1:1 überwinden konnte.
Halle blieb anschließend am Drücker und hatte in der siebten Minute die große Gelegenheit, die Partie zu drehen. Nach einem Bully kam die Scheibe zu Calder Anderson, der sich freispielte und abschloss. Sein Schuss landete jedoch nur an der Latte.
In der achten Minute erhielten die Bulls nach einem Haken von Lennart Esche das erste Powerplay des Spiels. Die Gastgeber fanden schnell in ihre Formation. Robin Palka feuerte einen harten Schuss von der blauen Linie ab, während vor Köllejans Tor viel Verkehr herrschte. Neuwied verteidigte allerdings sehr kompakt und überstand die Unterzahl ohne weiteren Gegentreffer. Auch nach Ablauf der Strafe hielten die Bulls den Druck hoch, Palka versuchte es unter anderem noch einmal aus spitzem Winkel.
Kurz darauf wechselten die Vorzeichen. Fabian Belendir musste wegen Haltens auf die Strafbank und Neuwied setzte die hallesche Defensive in Überzahl gehörig unter Druck. Die Gäste suchten immer wieder den Abschluss, doch die Bulls hielten dagegen und konnten sich zwischenzeitlich über Adam Domogalla befreien.
Auch bei fünf gegen fünf blieb das Tempo hoch. Beide Mannschaften führten die Partie aggressiv und mit viel Zug zum Tor. Eine starke Einzelaktion zeigte Kyle Bollers in der 14. Minute: Er nahm im eigenen Drittel Fahrt auf, ließ auf seinem Weg ins Angriffsdrittel mehrere Neuwieder hinter sich und fand schließlich John Rogl, der sofort den Abschluss gegen Köllejan suchte.
In der Schlussphase des Drittels gelang es den Bulls weiterhin, viel Zeit im Neuwieder Drittel zu verbringen. Die Bären verteidigten jedoch sehr aggressiv und ließen trotz des halleschen Drucks nur wenige klare Abschlüsse zu.
Nach einem schnellen, körperlich intensiv geführten und über weite Strecken ausgeglichenen ersten Drittel mit einem 1:1 in die Kabinen. Fabian Belendir hatte die frühe Neuwieder Führung nur eine Minute später ausgeglichen, während Calder Anderson mit seinem Lattentreffer der halleschen Führung am nächsten gekommen war.
Mit einem Blitzstart eröffneten die Saale Bulls das zweite Drittel gegen den EHC Neuwied. In einem weiterhin schnellen und intensiv geführten Spiel wechselten sich offensive Chancen und hart umkämpfte Phasen ab.
Kaum waren beide Mannschaften zurück auf dem Eis, schlugen die Bulls zu. Halle brachte die Scheibe ins Angriffsdrittel und spielte sie zunächst hinter das Neuwieder Tor. Im Slot fehlte bei den Gästen kurzzeitig die Zuordnung, sodass der Puck zu Kyle Bollers kam. Der ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und zog ab, Calder Anderson lenkte die Scheibe perfekt ins gegnerische Tor zur 2:1-Führung in der ersten Minute des Mittelabschnitts.
Neuwied reagierte und suchte seinerseits den Weg nach vorn, doch zunächst konnten die Bulls die Scheibe erobern und direkt zum Gegenangriff ansetzen. Ein Schuss von der blauen Linie landete anschließend sicher bei Felix Köllejan. Auch Thomas Merl und John Rogl suchten in dieser Phase immer wieder den Abschluss.
Doch wie schon beim ersten Gegentreffer hatten die Bulls wenig Glück bei der Entstehung des zweiten Neuwieder Tores: Nach einem schnellen Konter zog Jeffrey Smith ab, traf einen halleschen Verteidiger und von dort wurde die Scheibe unhaltbar ins eigene Tor abgefälscht. Damit stand es in der 23. Minute 2:2.
Die Bulls ließen sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Robin Drothen bediente John Rogl, der in den Slot zog, mit seinem Abschluss jedoch genau Köllejan traf. Beide Mannschaften spielten nun mit offenem Visier und sorgten für einen schnellen Schlagabtausch. Halle hatte dabei erneut Pech, als die Scheibe zum zweiten Mal an diesem Nachmittag nur an der Latte landete.
In der 26. Minute musste Neuwieds Tom Stumpe wegen Beinstellens auf die Strafbank. Die Bulls fanden sofort in ihre Powerplay-Formation und erhöhten den Druck. Niklas Jentsch bekam zunächst freistehend die Gelegenheit zum Abschluss, scheiterte jedoch an Köllejan. Wenig später zahlte sich das Überzahlspiel schließlich aus: Kyle Bollers spielte die Scheibe genau auf den Schläger von Thomas Merl, der sie mit der Rückhand zum 3:2 ins Tor lenkte. Neben Bollers erhielt auch Jentsch einen Assist.
Die Partie blieb anschließend körperlich intensiv. Adam Domogalla setzte gegen Kevin Handschuh einen guten Check, während an der Bande um jeden Zentimeter Eis gekämpft wurde. Neuwied blieb gleichzeitig gefährlich und kam immer wieder zu schnellen Gegenstößen.
Nach dem Power Break erhöhten die Gäste den Druck. Die Bulls hatten zunehmend Schwierigkeiten, mit Geschwindigkeit aus dem eigenen Drittel zu kommen, weil Neuwied die Lauf- und Passwege konsequent zustellte. Ein weiterer Konter brachte den Bären eine große Gelegenheit, kurz darauf landete ein Schuss am Außennetz. Die Gäste hielten die Scheibe anschließend sogar gegen zwei Hallenser hinter dem Bulls-Tor und unterstrichen mit ihrem aggressiven Forecheck, dass die knappe Führung keineswegs Ruhe in die Partie brachte.
Halle fand dennoch immer wieder Möglichkeiten, sich aus dem Druck zu lösen. Robin Palka und Adam Domogalla kombinierten sich per Doppelpass nach vorn, ehe der Querpass John Rogl erreichte. Dessen Direktabnahme konnte Köllejan erneut entschärfen.
In der Schlussphase wurde es dann auch auf den Strafbänken unübersichtlich. Zunächst beförderte Jeroen Plauschin die Scheibe aus dem eigenen Drittel über die Bande und erhielt wegen Spielverzögerung zwei Minuten. Fast gleichzeitig musste Nick Huard wegen Beinstellens vom Eis, nachdem er einen Neuwieder Konter verhindern wollte. Wenig später folgte Robin Palka wegen Haltens, sodass die Bulls für knapp 45 Sekunden sogar eine Vier-gegen-Drei-Unterzahl überstehen mussten.
Halle verteidigte diese kritische Phase erfolgreich. Als Huard von der Strafbank zurückkehrte, bekam er sogar unmittelbar die Möglichkeit zum Konter. Beim Abschluss wurde er regelwidrig gestört – Penalty für die Saale Bulls: Huard übernahm selbst die Verantwortung, lief auf Felix Köllejan zu und versuchte, den Neuwieder Schlussmann zu verladen. Köllejan blieb jedoch bei ihm, ging die Bewegung mit und verhinderte das mögliche 4:2. Direkt nach dem folgenden Bully konterten die Gäste noch einmal auf der anderen Seite, doch auch Marco Wölfl war zur Stelle und parierte.
Damit blieb es nach einem ereignisreichen zweiten Drittel bei der knappen 3:2-Führung der Saale Bulls. Calder Anderson und Thomas Merl hatten die beiden halleschen Treffer des Mittelabschnitts erzielt, während Jeffrey Smith zwischenzeitlich für Neuwied ausgeglichen hatte. Die Bulls mussten sich ihre Führung gegen aggressiv forecheckende und jederzeit gefährliche Gäste hart erarbeiten – die Entscheidung war damit auf das Schlussdrittel vertagt.
Die Saale Bulls boten ihren Fans im Schlussdrittel noch einmal einiges an Spannung. Zweimal glich der EHC Neuwied eine hallesche Führung aus, doch die Bulls fanden jeweils eine Antwort. Petr Heider sorgte schließlich in der vorletzten Spielminute mit seinem Treffer zum 5:4 für die Entscheidung und sicherte Halle damit den Heimsieg.
Mit der knappen 3:2-Führung aus dem zweiten Drittel gingen die Bulls in die letzten 20 Minuten. Zunächst begann der Schlussabschnitt deutlich ruhiger als die beiden vorangegangenen Drittel. Keine Mannschaft konnte sich dauerhaft im gegnerischen Drittel festsetzen. Die erste große Gelegenheit gehörte dennoch Halle: Bereits in der dritten Minute trafen die Bulls erneut nur das Gestänge – zum dritten Mal an diesem Abend fehlten damit lediglich Zentimeter zum Torerfolg.
Auf der Gegenseite wurde es wenig später ebenfalls gefährlich. Philip Kecojevic wurde mit einem guten Pass in den Lauf geschickt, scheiterte aber knapp an Marco Wölfl. Petr Heider versuchte es anschließend aus halber Distanz, während Nick Huard nach einem schnellen Vorstoß ins Angriffsdrittel direkt den Abschluss suchte.
Danach verlor die Partie vorübergehend etwas an Tempo. Neuwied setzte zwar immer wieder zu Kontern an und konnte sich zwischenzeitlich im halleschen Drittel festsetzen, zwingende Möglichkeiten blieben zunächst jedoch aus. Auch die Bulls fanden immer wieder den Weg nach vorn, unter anderem mit einem Schuss von Julian Wäser von der blauen Linie.
Nach dem Power Break nahm das Spiel wieder Fahrt auf – zunächst allerdings zugunsten der Gäste. Petr Heider beförderte die Scheibe nach einem Bully aus dem eigenen Drittel über die Bande und musste wegen Spielverzögerung für zwei Minuten auf die Strafbank. Neuwied fand schnell in seine Überzahlformation und ließ die Scheibe laufen. Vor dem halleschen Tor wurde es zunehmend brenzlig. In der 52. Minute fiel schließlich der Ausgleich. Marco Wölfl konnte einen Schuss zunächst nur abprallen lassen. Die Scheibe landete bei Juuso Rajala, der sofort abzog. Adam Domogalla versuchte noch, sich in den Schuss zu werfen, konnte den Einschlag zum 3:3 aber nicht mehr verhindern.
Die Bulls reagierten und suchten umgehend wieder den Weg nach vorn. Robin Palka verfehlte das Tor, ehe Thomas Merl mit einer starken Aktion an der Bande wichtigen Raum für seine Mitspieler schuf.
Vier Minuten vor dem Ende belohnte sich Halle schließlich. Kyle Bollers trieb den nächsten Angriff nach vorn und spielte zu John Rogl, dem die Scheibe zunächst versprang. Bollers nahm den Puck wieder auf und fand Marvin Neher. Dessen Abschluss traf den Schlittschuh eines Neuwieder Verteidigers und wurde von dort ins Tor abgefälscht – 4:3 für die Saale Bulls.
Doch entschieden war die Partie damit noch lange nicht. Neuwied drängte erneut nach vorn und kam zwei Minuten später wieder zum Ausgleich: Nach einem gewonnenen Bully zog Juuso Rajala hinter dem halleschen Tor entlang und lockte Wölfl aus seinem Gehäuse. Rajala legte anschließend auf Kevin Handschuh ab, der die Scheibe zum 4:4 im Tor unterbrachte, bevor Wölfl auf seine Position zurückkehren konnte.
Wieder hatten die Bulls ihre Führung aus der Hand gegeben – und wieder folgte die Antwort beinahe unmittelbar: Halle erhöhte sofort den Druck. Petr Heider bekam die Scheibe an der blauen Linie und suchte den Abschluss. Sein erster Versuch wurde noch geblockt, doch Heider blieb an der Scheibe und zog erneut ab. Diesmal fand der Puck den Weg ins Neuwieder Tor. In der 59. Minute gingen die Bulls mit 5:4 in Führung.
Die letzten Sekunden wurden noch einmal zur Nervenschlacht. Neuwied nahm Felix Köllejan zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis und drängte auf den erneuten Ausgleich. Als Nick Huard kurz vor Schluss wegen Beinstellens auf die Strafbank musste, nahm Neuwied bei noch 20,6 Sekunden auf der Uhr seine Auszeit.
Die Gäste bekamen damit noch einmal die Gelegenheit, mit zwei zusätzlichen Feldspielern alles nach vorn zu werfen. Doch das entscheidende Bully ging an die Bulls. Marvin Neher brachte die Scheibe über Adam Domogalla aus der Gefahrenzone – und wenig später war Schluss.
Fazit: Nach einem intensiven und bis in die letzten Sekunden offenen Spiel feierten die Saale Bulls einen 5:4-Heimsieg gegen den EHC Neuwied. Die Gäste hatten den Bulls über die gesamten 60 Minuten alles abverlangt und im Schlussdrittel zweimal ausgeglichen. Doch Halle zeigte nach beiden Rückschlägen die richtige Reaktion. Am Ende war es Petr Heider, der mit seinem späten Treffer von der blauen Linie den Unterschied machte und einen hart erkämpften Heimsieg im Eisdom perfekt machte. (FE)
Torschützen:
0:1 Kevin Handschuh – 4.
1:1 Fabian Belendir – 6.
2:1 Calder Anderson – 21.
2:2 Jeffrey Smith – 23.
3:2 Thomas Merl – 28. (PP1)
3:3 Juuso Rajala – 52. (PP1)
4:3 Marvin Neher – 56.
4:4 Kevin Handschuh – 58.
5:4 Petr Heider – 59.
Tore: 5:4 (1:1/2:1/2:2)
Mit: HWGmbH
Foto: Justin Hoffmann