Unsere Gastgeber ließen von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie die Punkte bei sich behalten wollten. Unser Team fand bis zum Schluss zu selten geeignete Mittel, die gut aufgestellte Abwehr der Trappers zu überwinden. Einzig Thomas Merl im zweiten und Robert Hechtl im letzten Drittel gelangen die beiden Treffer für unsere Bulls.
Die Partie im Detail:
Kein Abtasten im ersten Drittel – die Saale Bulls erwischten auswärts bei den Tilburg Trappers einen schwierigen Start in die Partie. Die Gastgeber übernahmen vom ersten Bully an die Initiative und sorgten früh für viel Verkehr vor dem halleschen Tor.
Phillip Marinaccio führte bereits den ersten Angriff ins Drittel der Bulls, wenig später prüfte Bjorn Borgman direkt Marco Wölfl. Tilburg setzte sich anschließend immer wieder in der halleschen Zone fest und hielt den Druck hoch.
Nach vier gespielten Minuten mussten die Bulls erstmals in Unterzahl agieren, nachdem Nick Huard wegen Stockschlags für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Die Trappers fanden schnell in ihre Powerplay-Aufstellung und kamen zu einer guten Gelegenheit, doch Wölfl war zur Stelle und verhinderte den frühen Rückstand. Halle überstand die Unterzahl schadlos und konnte anschließend selbst für einige Zeit im Angriffsdrittel Fuß fassen, ohne jedoch zu einem gefährlichen Abschluss zu kommen.
Die Gastgeber blieben insgesamt die druckvollere Mannschaft. Immer wieder verlagerte Tilburg das Spiel schnell von einer Seite auf die andere und beschäftigte damit die hallesche Defensive. In der neunten Minute zahlte sich dieser Druck aus: Phillip Marinaccio bediente Marvin Timmer im Slot, der die Scheibe zum 1:0 für die Trappers im Tor unterbrachte.
Kurz darauf bekamen die Saale Bulls ihre erste Überzahlchance. Kilian van Gorp musste wegen Haltens auf die Strafbank. Halle brachte die Scheibe gut in die gegnerische Zone. Kyle Bollers zog von der blauen Linie ab, Cedrick Andree ließ den Puck zunächst abprallen, doch die Bulls konnten daraus kein Kapital schlagen. Auch Nick Huard versuchte es nach einem schnellen Vorstoß über die linke Seite mit der Rückhand, scheiterte jedoch ebenfalls.
Kaum waren die Trappers wieder komplett, schlugen sie auf der Gegenseite zu. Van Gorp kam von der Strafbank, erhielt die Scheibe und leitete sofort den Angriff ein. Kurz vor dem halleschen Tor fand er Delany Hessels in der Mitte, der den Pass zum 2:0 verwertete.
Die Bulls versuchten in der Folge, offensiv eine Antwort zu finden. Huard und Brett Schaefer prüften Andree mit Schüssen aus der Distanz, während Niklas Jentsch trotz Bedrängnis mit der Rückhand zum Abschluss kam. Tilburg blieb jedoch gefährlich und setzte sich weiterhin regelmäßig im Drittel der Saale Bulls fest. Wölfl musste mehrfach eingreifen und hielt seine Mannschaft mit seinen Paraden im Spiel.
In der 17. Minute bot sich Halle die nächste Gelegenheit in Überzahl, nachdem Bjorn Borgman wegen übertriebener Härte für zwei Minuten vom Eis musste. Die Bulls ließen die Scheibe in der Formation laufen, fanden jedoch zunächst keinen Weg zum Abschluss. Bollers spielte schließlich quer durch die Box, doch die Scheibe wurde von einem Tilburger Schlittschuh abgefälscht und landete bei Andree. Auch diese Überzahl blieb damit ungenutzt. In der Schlussminute waren die Trappers wieder komplett und verlagerten das Geschehen erneut in die hallesche Zone. Robert Hechtl konnte noch einen Konter einleiten, brachte diesen aber nicht erfolgreich zu Ende.
So gingen die Saale Bulls nach einem schwierigen ersten Drittel mit einem 0:2-Rückstand in die erste Pause. Tilburg hatte über weite Strecken mehr Druck entwickelt und sich häufiger im Angriffsdrittel festgesetzt. Die Bulls hatten ihrerseits durchaus Möglichkeiten, insbesondere in den beiden Überzahlsituationen, konnten Cedrick Andree im Tor der Trappers aber noch nicht überwinden.
Das zweite Drittel begann zunächst zerfahren. Bereits in der ersten Minute folgten mehrere Unterbrechungen durch Abseits- und Icing-Situationen, sodass kaum Spielfluss aufkam.
Die erste gute hallesche Möglichkeit hatte Nikita Knaus, der in Richtung Tor zog, kurz vor dem Slot aber entscheidend am Abschluss gehindert wurde. Tilburg übernahm anschließend wieder zunehmend die Kontrolle. In der dritten Minute brachte ein Schuss von der blauen Linie Marco Wölfl in Bedrängnis. Der hallesche Schlussmann konnte die Scheibe nur abprallen lassen, Donny van Belkom stand im Slot richtig und erhöhte auf 3:0.
Nur wenig später mussten die Bulls erneut in Unterzahl agieren. Petr Heider erhielt zwei Minuten wegen Stockschlags. Halle verteidigte die Unterzahl jedoch ordentlich und konnte sich mehrfach befreien. Kurz vor Ablauf der Strafe hatte Tilburg dennoch eine gefährliche Gelegenheit, als Wölfl einen Schuss zunächst nur abprallen ließ. Phillip Marinaccio setzte den Nachschuss quer durch den Torraum, verfehlte aber das Gehäuse.
Direkt nach seiner Rückkehr von der Strafbank sorgte Heider auf der Gegenseite für eine der bis dahin größten Chancen der Bulls. Er lief allein auf Cedrick Andree zu, konnte den Torhüter der Trappers jedoch nicht überwinden.
Wenig später fiel dann aber doch der verdiente erste hallesche Treffer. Thomas Merl bekam die Scheibe an der blauen Linie zugespielt, zog allein ins Angriffsdrittel und schloss gezielt ab. Sein Schuss schlug zum 3:1 ein.
Die Bulls versuchten nun, den Schwung mitzunehmen. Robert Hechtl setzte Phillip Marinaccio im gegnerischen Drittel unter Druck und konnte ihm die Scheibe abnehmen, bekam sie anschließend jedoch nicht kontrolliert.
In der 33. Minute nutzten die Gastgeber einen halleschen Fehler erneut eiskalt aus. Brett Schaefer wollte einen langen Pass spielen, brachte die Scheibe aber nicht sauber unter Kontrolle. Kobe Roth kam an den Puck und schloss sofort ab. Wölfl ließ erneut prallen, und van Belkom verwertete den Nachschuss zu seinem zweiten Treffer des Abends und zum 4:1.
Tilburg blieb danach am Drücker. Die Bulls kamen zwar noch einmal ins Angriffsdrittel und verfehlten das Tor nur knapp, doch die Gastgeber waren in ihren Aktionen deutlich konsequenter. In der 38. Minute startete Marinaccio aus dem eigenen Drittel, setzte sich trotz mehrerer hallescher Gegenspieler durch und kam vor Wölfl zum Abschluss. Sein Schuss über die Schulter des Torhüters brachte den Trappers das 5:1.
Halle versuchte, noch einmal zu antworten. Marvin Neher brachte die Scheibe ins Angriffsdrittel und legte für Émil Lessard-Aydin auf, der jedoch nicht sauber zum Abschluss kam. Praktisch im Gegenzug setzte Tilburg den nächsten Treffer. Justin van de Ven traf kurz vor Drittelende zum 6:1.
Nach diesem Tor wurde es noch einmal hitzig. Am Mittelbullypunkt entwickelte sich eine Auseinandersetzung, in die schnell mehrere Spieler verwickelt waren. Calder Anderson erhielt auf hallescher Seite fünf plus zwei Strafminuten wegen Kämpfens. Auf Tilburger Seite kassierte Justin van de Ven fünf Minuten, Bjorn Borgman weitere zwei Minuten. Am Kräfteverhältnis änderte sich dadurch jedoch nichts, die Partie wurde mit fünf gegen fünf fortgesetzt.
Zu Beginn des Schlussdrittels wechselten die Saale Bulls auf der Torhüterposition. Nils Kapteinat übernahm für Marco Wölfl zwischen den Pfosten. Halle startete engagiert und konnte sich zunächst längere Zeit im Angriffsdrittel festsetzen, ohne dabei sofort zwingend vor das Tor zu kommen.
In der 42. Spielminute belohnten sich die Bulls dann aber für ihren Aufwand. Niklas Jentsch legte an der blauen Linie auf John Rogl ab, der sofort abzog. Robert Hechtl fälschte die Scheibe im Verkehr vor dem Tor noch entscheidend ab und verkürzte damit auf 2:6.
Auch danach versuchte Halle weiter, nach vorne zu spielen. Adam Domogalla wurde auf dem Weg zum Abschluss gestört, Kyle Bollers startete einen Konter, wurde dabei jedoch hinter das Tilburger Tor abgedrängt. Immer wieder liefen die Bulls an, doch die Trappers standen in der Defensive kompakt und machten die Räume eng.
In der sechsten Minute prüfte Émil Lessard-Aydin Cedrick Andree mit einem Schuss von der blauen Linie. Kurz darauf kam auch John Rogl zum Abschluss, doch erneut war der Tilburger Schlussmann zur Stelle.
In der 48. Minute bot sich Halle eine weitere Überzahlchance, nachdem Kobe Roth wegen Beinstellens auf die Strafbank musste. Die Trappers blieben jedoch auch in Unterzahl gefährlich. Max Hermens setzte zu einem Konter an und lief allein auf Kapteinat zu, doch der hallesche Torhüter fing die Scheibe sicher aus der Luft – STARK! Nur wenig später endete die Überzahl vorzeitig. Petr Heider brachte einen Tilburger bei einem weiteren Konter hinter der blauen Linie zu Fall und erhielt ebenfalls zwei Strafminuten wegen Beinstellens. Für rund eine Minute ging es damit vier gegen vier weiter.
Nach Ablauf der Strafen entwickelte sich ein offeneres Spiel. Lessard-Aydin versuchte mehrfach, mit Tempo ins Angriffsdrittel zu gelangen, während die Bulls auf der anderen Seite die eigene blaue Linie besser verteidigten. Bollers kam vom rechten Bullykreis zum Abschluss, Calder Anderson lauerte auf den Abpraller, doch Andree begrub die Scheibe unter sich.
Tilburg blieb trotzdem gefährlich. Kapteinat musste mehrfach eingreifen und verhinderte weitere Treffer. Auf der Gegenseite fand Robert Hechtl nach einem Lauf um das Tor Niklas Jentsch, dessen Abschluss erneut von Andree abgewehrt wurde.
Auch in der Schlussphase suchte Halle weiter den Weg nach vorn. Lessard-Aydin verfehlte das Tor mit einem Schuss knapp, ehe Kapteinat einen weiteren Versuch von Phillip Marinaccio nur abprallen lassen konnte. Die Bulls kamen anschließend noch einmal in den Gegenangriff, konnten daraus aber kein weiteres Tor erzielen.
In der 58. Minute setzte Tilburg schließlich den Schlusspunkt. Nach einem Querpass kam Nardo Nagtzaam frei zum Abschluss und traf über die Schulter von Kapteinat zum 7:2. Die Gastgeber hielten den Druck anschließend bis zur Schlusssirene hoch, weitere Treffer fielen jedoch nicht mehr.
Fazit: Damit mussten sich die Saale Bulls in Tilburg am Ende deutlich mit 2:7 geschlagen geben. Halle zeigte im Schlussdrittel noch einmal Moral und kam durch Robert Hechtl zum zweiten Treffer, doch der große Rückstand aus den ersten 40 Minuten ließ sich nicht mehr entscheidend verkürzen. (FE)
Torschützen:
1:0 Marvin Timmer – 9.
2:0 Delany Hessels – 12.
3:0 Donny van Belkom – 23.
3:1 Thomas Merl – 27.
4:1 Donny van Belkom – 33.
5:1 Phillip Marinaccio – 38.
6:1 Justin van de Ven – 40.
6:2 Robert Hechtl – 42.
7:2 Nardo Nagtzaam – 58.
Tore: 7:2 (2:0/4:1/1:1)
Mit: HWGmbH