Ganz im Stil einer Spitzenmannschaft haben die Saale Bulls einen souveränen 4:1-Auswärtssieg bei den TecArt Black Dragons Erfurt eingefahren und somit ihre Punkte 103 bis 105 eingefahren. Ohne Dennis Schütt, Joonas Niemelä, Jakub Urbisch, Patrick Schmid, Michael Fomin und Sergej Stas angereist, entwickelte sich in der thüringischen Landeshauptstadt von Beginn an eine ausgeglichene Partie auf Augenhöhe, in der die Bulls bereits nach 157 Sekunden durch Tatu Vihavainen in Führung gehen konnten. In einer fortan von beiden Seiten extrem physisch geführten Begegnung, bei 24 der insgesamt 32 Strafminuten für beide Teams wurden alleine im ersten Drittel ausgesprochen wurden. „In den ersten zehn Minuten waren wir richtig gut, haben mit hoher Intensität gespielt, sind auf den Körper gegangen“, so Foster. „Wir wollten gleich von Beginn an Erfurt ein wenig Playoff-Charakter aufzeigen – und das haben wir gemacht.“ Beide Mannschaften scheiterten mit ihren Angriffsbemühungen immer wieder an Konstantin Kessler im Erfurter sowie Sebastian Albrecht im halleschen Gehäuse, ein weitere Treffer blieb den Zuschauern vorerst verwehrt. „In den zweiten zehn Minuten haben wir Erfurt ins Spiel zurückkommen lassen und ein paar unnötige Strafe genommen“, spiel Foster auf den Erfurter Ausgleich an. Denn es bedurfte erst einer doppelten Überzahl Erfurts, um Albrecht erstmals zu überwinden. Drachen-Kapitän Thomas Schmid nahm im Slot stehend der halleschen Nummer 30 beim Schuss von Arnoldas Bosas im Slot die Sicht, folglich ging es mit einem 1:1 in die erste Drittelpause.
 
Ein ähnliches Bild dann im mittleren Spielabschnitt, auch wenn die körperliche Intensität deutlich reduziert wurde. Beide Mannschaften bemühten sich weiterhin, Chance zu kreieren, ohne sich jedoch sogenannte „hundertprozentige“ erarbeiten zu können. Kurz vor dem Ende des zweiten Drittels dann die Vorentscheidung: Maurice Becker spielte den Puck von der rechten Seite in die Mitte, wo er in Pascal Grosse einen perfekt stehenden Abnehmer fand. Und der 23-jährige Defender scheint die Lust am Toreschießen für sich entdeckt zu haben: Erzielte er vor einer Woche gegen Hamm mit dem zweiten halleschen Treffer sein erstes Tor für die Saale Bulls in der Hauptrunde, so zeichnete der Linksschütze nun auch in Erfurt für den zweiten Treffer verantwortlich. Und nur 90 Sekunden später wiederholte Tim May, was er bereits am Mittwoch in Herne erfolgreich praktizierte – unmittelbar im Slot stehend die Hartgummischeibe am gegnerischen Torwart vorbei ins Gehäuse zu bugsieren. Ein hallescher Doppelschlag, der, erzielt zu einem psychologisch wichtigem Zeitpunkt kurz vor der zweiten Pause, Wirkung zeigen sollte.
 
Denn im Schlussabschnitt nahmen die Bulls das Heft des Handelns in die Hand und ließen zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen, dass sie sich die Punkte noch nehmen lassen würden. „Wenn wir im letzten Drittel vorne liegen, sind wir wirklich schwer zu schlagen“, so Foster, der mit ansehen konnte, wie das Ergebnis, das durch Becker noch auf 4:1 ausgebaut wurde, souverän bis zum Abpfiff verwaltet wurde. Am Ende verließ man das Eis als Sieger und profitierten beim Ausbau der Tabellenführung sogar von der gleichzeitigen Niederlage der Hannover Scorpions gegen die Crocodiles Hamburg. Da man sich ligenseitig zur Wiedereinführung der Quotientenregelung entschieden hat, sind die nunmehr die Tilburg Trappers (2,24 Punkte pro Spiel; 94 Zähler) der nächste Verfolger der Saale Bulls (2,56; 105), während die Mellendorfer – der nächste Gegner des Foster-Teams – aktuell auf Rang drei (2,21; 97) platziert sind. (Jy)


TecArt Black Dragons Erfurt – Saale Bulls Halle 1:4 (1:1, 0:2, 0:1)
    
0:1 (02:37) Vihavainen (Valasek, Grosse)
1:1 (19:25) Bosas (Fischer, Beach – PP2)
1:2 (35:31) Grosse (Becker, Gollenbeck)
1:3 (37:01) May (Vihavainen, Valasek – PP1)
1:4 (53:45) Becker (Striepeke, Grosse)

Strafminuten: Erfurt 14, Halle 18