Zum Abschluss des Nord-Ost-Pokals ging es für die Saale Bulls in den Kampf um Platz 5 in der Tabelle. Doch nicht nur dieser Umstand brachte Spannung in den halleschen Sparkassen-Eisdom, denn zum ersten Mal in der neuen Saison hieß es auch „Derbyzeit“ an der Saale, denn die Mannschaft von den EXA IceFighters Leipzig war zu Gast. Jedoch gingen die Hausherren nicht mit den besten Voraussetzungen in das 49. Aufeinandertreffen im mitteldeutschen Derby gegen die Sachsen, da sie auf Schmitz, Gulda, Stas, Schmid, Pfennings und Vihavainen aufgrund ihrer Covid-Impfung, sowie verletzungsbedingt auf Urbisch, verzichten mussten.

Jedoch setzten die besonderen Begegnungen ganz neue Kräfte in der Mannschaft frei und unter diesen Bedingungen hatten auch die Spieler der hinteren Reihen die Chancen sich auf dem Eis zu beweisen. Bevor es jedoch dazu kommen konnte, waren nach dem Anbully erst einmal die Gäste aus Sachsen am Zuge. Diese stürmten zielgerichtet auf das Tor von Sebastian Albrecht los und es gab die ersten Schüsse. Mit diesen war wenige Sekunden später Joonas Riekkinen für die Icefighters auch erfolgreich und sicherte ihnen die 0:1 Führung.

Doch da Hannon von den Leipzigern in der Folgeminute die schwarze Scheibe aus der Not in den VIP Bereich des Eisdoms feuerte, kassierten sie eine Strafe wegen Spielverzögerung und es war erst mal Schluss mit dem Angriffsdrang. Nun kamen auch die Bulls zum Zuge und gingen sofort in die Offensive. Zwar konnten sie nichts aus der Überzahl machen, aber kurz darauf brachte May den Puck zum Tor der Gäste und passte ihn zu Max Pietschmann, welcher seinen ersten noch abgewehrten Schuss doch noch über die rote Linie zum 1:1 Ausgleich brachte.

Auch danach ging es recht gleichwertig auf dem Eis weiter, wobei sich der MEC einige gute Torchancen sicherte. Hierbei konnte die Hausherren auch die eigene Unterzahl nicht lange aufhalten. Mit voller Mannschaft ging es wieder in den Angriff und Niklas Hildebrand traf auf Vorlage von Niemelä in der 13. Minute zur 2:1 Führung, welche sie auch bis zur ersten Pause verteidigten.

Nach dem Seitenwechsel ging es mit viel Kampf weiter und die Saalestädter steckten nicht gegen die Leipziger zurück. So ging es immer wieder zwischen beiden Toren hin und her, wobei die Bulls auch zwei Unterzahlspiele ohne Gegentore überstanden. Jedoch konnten auch die Hallenser mit ihrer Überzahl in der 33. Minute keinen weiteren Treffer erzielen, da der Puck einfach nicht über die rote Linie gehen wollte.

Ab der 37. Minute gab es richtig Derbystimmung auf dem Eis, denn nach einem Check von Christian Guran gegen Marvin Miethke stürmte Florian Eichelkraut herbei und es ging mit den Fäusten ordentlich zur Sache. Diese Auseinandersetzung brachte beiden Teams je zwei kleine Strafen ein. Lange spielten die Gäste nicht in gleicher Anzahl, da nach Hon und Eichelkraut kurz darauf auch Slanina wegen eines Stockschlages vom Eis musste. 

Doch damit war noch nicht Schluss, denn statt des nächsten Tores, kassierten nun auch die Bulls in der 38. Minute eine Strafe und vorbei war es mit der Überzahl. Diese angespannte Stimmung setzte sich bis zum Ende fort, da es 1,2 Sekunden vor der zweiten Pause wieder handfest zur Sache ging und der Kampf selbst nach einer 5 plus Spieldauerstrafe noch im Kabinengang weiterging.

Nach der Pause mussten die Bulls auf Jannik Striepeke und Maurice Becker, und auf der anderen Seite die IceFighters auf Walther Klaus und Robin Slanina verzichten. So blieben den Hallensern für die letzten 20 Minuten nur noch 10 Spieler. Doch davon ließen sie sich nicht abschrecken, sondern setzten ihre Taktik weiter fort. So hatte Patrick Glatzel im Tor der Gäste ordentlich zu tun und nach der nächsten Strafe gegen die IceFighters wurde es nicht weniger.

Doch daraus konnte der MEC leider nichts machen und es ging mit dem alten Spielstand weiter. Dieser änderte sich erst nach zwei Strafen gegen die Bulls, wobei die doppelte Überzahl noch gut überstanden werden konnte. In der 49. Minute konnte Patrick Demetz den Puck zum 2:2 Ausgleich ins Tor schieben. Nach dieser Aktion schien beiden Teams irgendwie die Ideen zu fehlen sich noch schnell die Führung zu sichern, und so plätscherte das Spiel vor sich hin. Dieser Umstand wurde nur kurz von der Auseinandersetzung von Pascal Grossez und Jonas Wolter unterbrochen, welche dafür ebenfalls  duschen gehen durften.

Ohne weitere Tore in der regulären Spielzeit musste die Entscheidung in der Overtime her. Bei drei gegen drei stieg die Geschwindigkeit auf dem Eis, aber auch diese brachte keine wirklich drängenden Angriffe auf die Tore hervor. So lief auch die Verlängerung ohne Treffer ab und es ging ins Penaltyschiessen. Hier waren alle drei Schützen des MEC erfolgreich, wogegen nur zwei Leipziger trafen und Erik Gollenbeck damit den Pokal-Derbysieg für die Bulls sicherte.

Damit haben die Saale Bulls nun die ersten beiden Punkte im Kampf um Platz 5 gesichert. Für die Bulls geht es bereits am Sonntag auswärts im Kohlrabizirkus gegen Leipzig weiter, und auch hier wollen die Hallenser wieder erfolgreich vom Eis gehen.

Torschützen:

0:1 Joonas Riekkinen – 1.

1:1 Max Pietschmann – 5.

2:1 Niklas Hildebrand – 13.

2:2 Patrick Demetz – 49.

3:2 Erik Gollenbeck – 65.

Tore: 3:2 n.P. (2:1/0:0/0:1/0:0/1:0)

[RJ]