Das erste Heimspiel des neuen Jahres im Sparkassen-Eisdom stand am gestrigen Freitagabend für die Saale Bulls auf dem Programm. Und nicht nur das Thema Corona sollte die Oberliga und die Bulls ins Jahr 2021 begleiten, sondern auch die schweren Aufgaben auf dem Eis. Zu Gast an der Saale war der dominierende Tabellenführer aus Niedersachsen – die Hannover Scorpions, welche mit 16 Punkten Vorsprung vor dem Tabellenzweiten von den Tilburg Trappers liegen. Doch kurz vor Silvester hatten die Hallenser der Mannschaft von der Leine immerhin einen Punkt auswärts abkämpfen können.

Und vielleicht sollte ja mit dem Heimvorteil auch noch ein wenig mehr drin sein. Aber schon die ersten Minuten des Spiels zeigten dies leider nicht, denn von Beginn an machten die Scorpions Druck und setzten sich immer wieder im Drittel der Hausherren fest. Doch trotz des Dauerangriffes der Gäste stand die Verteidigung rund um Sebastian Albrecht und konnte eine frühe Führung der Hannoveraner verhindern. Wirklich zurückdrängen konnten die Bulls die Scorpions aber erst in der 10. Spielminute, da sie in Überzahl agieren konnten.

Jedoch blieb die Zahl der eigenen Angriffe im weiteren Spielverlauf viel zu gering und so waren auch die Chancen für ein Tor eher Mangelware. Ganz anders sah es da bei den Niedersachsen aus, denn diese waren unaufhörlich im Vorwärtsgang und machten dann auch etwas aus ihren Torchancen. So konnte sich Dennis Arnold in der 15. und 18. Minute gleich zwei Mal in die Torschützenliste eintragen. Beim ersten Tor konnte er einen Fehlpass zur 0:1 Führung verwandeln und legte gut drei Minuten später aus einem abgewehrten Angriff der Bulls noch einmal nach.

So mussten die Hausherren im Mittelabschnitt einem 0:2 Rückstand hinterherrennen und brauchten in der Pause dringend eine gute Strategie gegen die spielbestimmenden Scorpions. Doch auch nach dem Seitenwechsel fanden die Bulls kein richtiges Mittel gegen ihre Gäste, vor allem haperte es beim ruhigen Spielaufbau. Zu viele Fehlpässe, zu viele hektische Aktionen prägten das Spiel der Bulls. Die Partie blieb dennoch schnell und mit der Zeit nahm auch die Härte auf dem Eis zu. So wurden einige Situation schon lautstark ausdiskutiert und es gab kleinere Rempeleien.

In der 27. Minute ging es dann Schlag auf Schlag, denn erst stürmten die Hannoveraner durch die Reihen der Bulls und Robert Pfennings erhöhte mit seinem Tor auf 0:3. Doch auch die Bullen waren nun erwacht und so konnten sie nur 17 Sekunden später den alten Abstand wiederherstellen. Doch noch fehlten ihnen weiterhin zwei Tore zum Ausgleich. Zumindest konnten sie sich nun größere Spielanteile sichern und in Mellendorf vor knapp zwei Wochen hatten sie sich bei gleichem Spielstand noch einmal zurückkämpfen können. Doch da hatte dieses Mal wohl Dennis Arnold etwas dagegen, denn nach einigem Hin und Her konnte er in der 39. Minute bereits zu seinem dritten Treffer einnetzen.

Mit diesem Rückstand lag ein schweres Stück Arbeit vor den Saalestädtern im letzten Spielabschnitt. Und leider zeigte sich dann doch, dass wohl alle Anstrengungen nicht mehr viel bringen würden. So hatten die Bulls einfach kein Glück vor dem Tor von Jaeger, wenn sie sich bis dahin durchgekämpft hatten. Im Gegenzug bestimmten die Gäste das Spiel gekonnt weiter nach ihrem Ermessen und konnten die Hallenser immer wieder zurückdrängen. Zu allem Übel erhöhte Robert Peleikis in der 47. Minute auf nun 1:5 und damit war das Spiel, wie bereits vorher absehbar, wohl endgültig gelaufen. Doch die Gäste setzten weiter nach und ließen den Bulls keine Luft zum Durchatmen. So konnte sie dann auch dank des Treffers von Patrick Schmid in der 52. Spielminute auf 1:6 erhöhen.

Beide Teams kämpften trotz des eigentlich klaren Spielstandes bis zur letzten Sekunde und vor allem die Hausherren wollten das Ergebnis so nicht hinnehmen. Dieser Kampf wurde noch mit zwei Toren belohnt, zu spät, aber zumindest konnte etwas Ergebniskorrektur betrieben werden: In der 57. Minute verkürzte Valterri Hotakainen auf 2:6 und zwei Minuten später konnte Tatu Vihavainen einen ausgesprochenen Penalty zum 3:6 Endstand verwandeln. So gingen die drei Punkte nicht unverdient an die Hannover Scorpions.

Für die Saale Bulls geht es am Sonntag gleich ähnlich schwer weiter und das mit der für sie längsten Anreise im Ligabetrieb, denn es steht das Auswärtsspiel bei den Tilburg Trappers am Sonntagnachmittag auf dem Plan. Verschoben wird hingegen das für Dienstag geplante Heimspiel gegen die Rostock Piranhas, da diese sich bedingt durch Corona in Quarantäne befinden.

Torschützen:
0:1 Dennis Arnold – 15.
0:2 Dennis Arnold – 18.
0:3 Robert Pfennings – 27.
1:3 Tatu Vihavainen – 28.
1:4 Dennis Arnold – 39.
1:5 Robert Peleikis – 47.
1:6 Patrick Schmid – 52.
2:6 Valtteri Hotakainen – 57.
3:6 Tatu Vihavainen – 59. (PS)
Tore: 3:6 (0:2/1:2/2:2)