Es war offenbar das befürchtete Ende des Jahres, wo sich die Saale Bulls im dritten Spiel in nur sechs Tagen letztlich der Erschöpfung geschlagen geben mussten. Und natürlich starken Leipzigern, die auf das dritte Derby der Saison einfach sehr gut eingestellt waren und zum erwartet schweren Gegner für die Bulls wurde. Agierten die Spieler von Ryan Foster in den Spitzenspielen gegen Hamburg und Herne noch auf Augenhöhe, mussten sie spätestens gestern den vielen Ausfällen und dem engen und harten Spielplan vor Jahreswechsel Tribut zollen und konnten an die Leistungen der Spiele zuvor nicht mehr anknüpfen. Das Krankenlager die Hallenser hatte sich auch vor diesem prestigeträchtigen Spiel nicht gelichtet, weiterhin fehlten Horschel, Weidekamp, Bezouska und Schön.

Doch jedes Spiel fängt bei null an und so auch dieses, bei beiden Mannschaft stand erst einmal Vollgas und Angriff ohne Ende auf dem Plan. Die schwarze Scheibe flog nur so über das Leipziger Eis und die Torhüter bekamen von der ersten Minute an viel zu tun. Zur Mitte des ersten Drittels hatten die Saalestädter eine sehr gute Gelegenheit für die Führung, da die IceFighters eine Strafe kassierten und die Bulls in der folgenden Überzahl ordentlich Druck aufbauen konnten. Jedoch sollte es auch hier nur beim Druck bleiben, ein Tor war ihnen nicht vergönnt. Im Gegenzug drehten nun die Leipziger richtig auf und wollten das Momentum der überstandenen Unterzahl für sich nutzen. Und dies gelang ihnen nach einigen Anläufen, als Patrick Raaf-Effertz in der 14. Minute zum 1:0 traf. Ab sofort machten nun die Hausherren das Spiel und den Gästen das Leben schwer, denn egal wie oft sie sich bis vors Leipziger Tor kämpften, es war immer ein Gegner zur Stelle, der den Angriff gekonnt vereitelte.

Somit ging es auch im Mittelabschnitt mit dem 1:0-Rückstand weiter und Halle kam entsprechend offensiv eingestellt zurück aus der Kabine. Sie wollten möglichst schnell den Ausgleich erzielen und erarbeiteten sich dafür auch einige gute Chancen, allein die Chancenverwertung funktionierte nicht. Anders bei den Leipzigern, die im Gegenzug ihre Chancen effektiver zu nutzen wussten, so traf erst Michal Velecky zum 2:0 und gut eine Minute später legte Gianluca Balla (27.) bereits zum 3:0 nach. Damit waren die Schützlinge von Ryan Forster noch mehr unter Zugzwang, wollte man eine ähnliche Derbyklatsche wie zu Saisonbeginn verhindern. Doch einmal mehr standen sich nun die Bulls auch selber im Weg, denn durch zu viele Strafen dezimierten sie sich selber immer wieder. Bei doppelter Unterzahl kam es dann auch wie es kommen musste und die Leipziger legten mit dem Tor von Antti Paavilainen in der 30. Minute zum 4:0 nach. Es war dann nur ein kleiner Befreiungsschlag, als Halle kurz vor Ende des zweiten Drittels endlich ihr eigenes Überzahlspiel nutzen und zumindest auf 4:1 verkürzen konnten.

Im letzten Spielabschnitt mussten die Hallenser nun eigentlich alles daransetzen, die deutliche Führung der Gastgeber zu verkürzen. Doch Leipzig verteidigte taktisch klug und ließ so gut wie nichts zu, was sie hätte in Bedrängnis bringen können. Der Kampf auf dem Eis nahm immer mehr zu, vor allem die Härte in der Partie stieg spürbar an, was dazu führte, dass beide Lager immer wieder handfest aneinandergerieten. Immer wieder flogen die Fetzen, ob zwischen Striepeke und Fischer oder zwischen Knaub und Lilik. Die beiden Letztgenannten kassierten dafür dann auch jeweils eine 10-minütige Disziplinarstrafe und konnten nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen. Doch auch allen anderen auf dem Eis verbliebenen Spieler konnten sich nicht mehr in die Scorerliste eintragen, es blieb bis zum Spielende beim 4:1. Damit endete das dritte mitteldeutsche Derby der Saison wieder mit einem Sieg für Leipzig.

Nun gibt es endlich eine ersehnte Pause für die Saale Bulls, die sie auch dringend zum Generieren benötigen. Zum Start ins Neue Jahr geht es für sie erst am Freitag – dann auf heimischem Eis – gegen die Füchse Duisburg weiter und natürlich will man ins Jahr 2020 erfolgreicher starten, als man 2019 beendet hat.

 

Torschützen:

1:0 Patrick Raaf-Effertz – 14.
2:0 Michal Velecky – 26.
3:0 Gianluca Balla -27.
4:0 Antti Paavilainen – 30.
4:1 Nicholas Miglio – 40.

Tore: 4:1 (1:0/3:1/0:0)