Nach ihrer weitesten Auswärtsfahrt der Saison am Freitag nach Tilburg bestritten die Saale Bulls ihr zweites Spiel des Wochenendes im heimischen Sparkassen-Eisdom und hatten dort den Tabellensechsten von den Crocodiles Hamburg zu Gast. Und natürlich war hier das klare Ziel, das Spiel zu gewinnen und die Punkte an der Saale zu halten. Während für diese Mission Kapitän Kai Schmitz wieder zur Verfügung stand, musste Vojtech Suchomer aufgrund seiner Spieldauerstrafe gesperrt zuschauen.

Und die Partie ging rasant los: Zwar konnten die Gäste aus Hamburg den Anbully für sich entscheiden, aber die Saalestädter eroberten sich die schwarze Scheibe zurück und standen wenige Sekunden später vor dem Tor von Kai Kristian. Dort zog Michal Bezouska aus flachem Winkel ab brachte sein Team nach nur 12 Sekunden in Führung. Angestachelt vom frühen 1:0 drehten die Hausherren nun so richtig auf. So waren die Schützlinge von Herbert Hohenberger im Dauerangriff, allerdings sollte ihnen ein weiterer schneller Treffer nicht mehr vergönnt sein. In den ersten Spielminuten sah man tatsächlich keinen einzigen Torschuss von Hamburg, aber das sollte sich bald ändern.

Denn eine Erkenntnis hatte wohl jeder nach Spielende – die effizientere Mannschaft hatte ganz eindeutig Hamburg auf dem Eis, die Mitte des ersten Drittels quasi ihre beiden einzigen wirklichen Chancen auch verwandelten. So kam Dennis Reimer in der 9. Minute für die Hamburger aus einem Konter und zirkelte den Puck vorbei an Michel Weidekamp ins Netz. Und dabei sollte es leider nicht bleiben, denn die Bulls versuchten nach diesem unglücklichen Ausgleich sofort wieder in Führung zu gehen, aber verlegten sich anscheinend damit zu sehr auf den Vorwärtsgang. Zwar waren sie spielbestimmend, aber nach einer Strafe gegen die Hallenser nutzten die Gäste dann die Gelegenheit zur eigenen Führung in der 11. Minute durch Dominik Lascheit. In der Folge herrschte sichtlich Chaos in den Reihen der Saalestädter, welche die Spritzigkeit aus den ersten Minuten vermissen ließen und das Spiel nun an die Hamburger abgaben.

So blieb es eben nur bei den vielen Schüssen aufs Tor ohne dass etwas zählbares dabei heraus kam. Im zweiten Abschnitt kam zudem Hamburg immer besser ins Spiel, machten von Anfang an Druck und unterbanden früh alle Angriffsversuche der Bulls. Selber aber behielten sie ihre Effizienz, so klingelte es in der 22. Spielminute wieder im Kasten von Weidekamp und Dominik Lascheit konnte sich zum zweiten Mal in die Torschützenliste eintragen. Nach einer Auszeit der Hausherren und dem gleichzeitigen Torhüterwechsel sollte nun Sebastian Albrecht sein Team vor weiteren Gegentreffern bewahren.

Doch die Hamburger zeigten weiter ihre Zähne und machten ihr Spiel. Bei den zwischenzeitlichen Angriffen der Bulls wollte das Zusammenspiel einfach nicht mehr funktionieren. Der Torerfolg blieb ausschließlich auf Seiten der Crocodiles und hier vor allem bei Dominik Lascheit, denn dieser zog in der 25. Minute zu seinem Hattrick ab und brachte die in Überzahl spielenden Hamburger unter eisigem Schweigen in der Halle mit 1:4 in Führung. Es fehlte weiter die passende Antwort von den Hallensern, welche nun immer wieder ins eigene Drittel gedrängt wurden. So hatten weiterhin die Gäste die besten Chancen und Jordan Draper legte für sie in der 26. Minute auch noch einmal nach.

In der Folge versuchten die Bulls mit mehr Härte, den Puck doch noch über die rote Linie zu bringen, aber dies brachte keinen Erfolg, sondern endete nur mit einer Schlägerei von Tom Kübler und Kyle Helms, welche beide mit 2+2+10 Minute für den Faustkampf zum Abkühlen raus durften. Bis zur zweiten Unterbrechung versuchten die Hausherren wieder in den Tritt zu kommen, aber es fehlte ihnen an der Passgenauigkeit und so hatten die Hamburger einfaches Spiel. Somit blieb es beim bitteren 1:5 Zwischenstand und den Hallensern bleiben nur noch 20 Minuten, um etwas dagegen zu tun.

Im letzten Abschnitt präsentierten sich die Bulls nun wieder offener und waren über die gesamte Zeit im Angriff. Jedoch fehlte ihnen die nötige Konzentration vor dem Hamburger Tor und immer wieder waren es nur Zentimeter, die einen weiteren Treffer der Hausherren verhinderten. So kam entweder ein Mitspieler zwei Schritte zu spät oder man traf nur den Pfosten oder scheiterte ein ums andere Mal an dem gut aufgelegten Kai Kristian im Hamburger Tor. Die Gäste hatten sich mit der deutlichen Führung nun ganz auf die Verteidigung verlegt und den Bulls lief einfach die Zeit davon, denn Tore wollten einfach nicht mehr fallen.

Somit endet das letzte Spiel vor dem zweiten mitteldeutschen Derby dieser Saison mit einer derben Niederlage. Am kommenden Freitag wird dann hoffentlich das Zusammenspiel der Saale Bulls wieder passen und die Stimmung im Sparkassen-Eisdom wieder steigen, denn dann werden die EXA IceFighters Leipzig zu Gast sein und die Bulls wollen ihre Schmach aus dem Hinspiel in Leipzig wieder wett machen.

 

Torschützen:

1:0 Michal Bezouska – 1.
1:1 Dennis Reimer – 9.
1:2 Dominik Lascheit – 11.
1:3 Dominik Lascheit – 22.
1:4 Dominik Lascheit – 25.
1:5 Jordan Draper – 26.

Tore: 1:5 (1:2/0:3/0:0)