Schon sehr früh ging es für die Junge von Ryan Foster am heutigen Sonntagmorgen los, denn schon gegen 5 Uhr machten sie sich auf den Weg, die 552 km in Richtung Ijssportcentrum Stappegoor zurückzulegen. Dort trafen sie dann am Nachmittag auf den Tabellenzweiten der Oberliga – die Tilburg Trappers. Nach ihrem gründlich schiefgelaufenen Start ins Wochenende wollten die Hallenser nun in den Niederladen zeigen, was in ihnen steckt und sich mit der Tabellenspitze messen.

Nach dem bisherigen Verlauf der Saison und der Qualität des Tilburger Eishockeys stand den Saalestädtern ein weiteres schweres Spiel bevor. Doch es hieß einmal mehr, sich auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten zurückzubesinnen und alle sich bietenden Chancen auf Tore auch für sich zu nutzen. In diesem Sinne ging es bei den Bulls, welche im Spiel auf Valasek, May, Schmitz und Wunderlich verzichten mussten, auch direkt los und es begann ein schnelles, hartes, aber weitestgehend faires Spiel. Die Hausherren konnten sich zwar auch recht schnell die schwarze Scheibe schnappen, doch den Bulls gelang von Beginn an ein schnelles Umschaltspiel zwischen Offensive und Defensive. Selbst eine erste Unterzahlsituation meisterten die Bulls problemlos.

Auch in die andere Richtung funktionierte es dieses Mal besser als am Freitag, denn auch wenn es immer wieder schnell zwischen Angriff und Verteidigung wechselte, Halle ließ sich von starken Tilburgern nicht an die Wand spielen. Jeder einzelne Spieler strahlte Selbstbewusstsein aus, dies wurde besonders nach dem durchaus verdienten Führungstreffer der Bulls in der 9. Minute durch Kapitän Jannik Striepeke deutlich. Denn diese Führung brachte ihnen zusätzlichen Rückenwind, die vor allem in weiteren sehr guten Angriffen mündeten. Eine erfolgreiche Taktik, die mit dem Treffer von Valtteri Hotakainen in der 13. Minute belohnt wurde. Allerdings blieben auch die Hausherren brandgefährlich und wollten diesen Rückstand natürlich nicht kampflos hinnehmen. Und so konnten sich die Bulls tatsächlich nicht lange über die 2-Tore-Führung freuen, denn nur eine Minute später erzielte Max Hermens den Anschlusstreffer.

Beim Stand von 1:2 ging es im zweiten Abschnitt weiter. Nach dem Seitenwechsel starteten die Tilburger sehr kraftvoll und wollten nun auch den Ausgleich erzwingen. So kreierten sie einige gute Angriffe, von denen einer in der 25. Spielminute mit dem Tor von Diego Hofland den erhofften Ausgleich brachte. Leider verpassten es die Bulls in der folgenden Überzahl, sofort zurückzuschlagen, aber sie lauerten weiter auf ihre Chancen. Und die bot sich in der 34. Minute Sergej Stas, der sich in einem lehrbuchreifen Konter den Puck an der blauen Linie schnappte und allein auf das Tor der Trappers zustürmte. Dort behielt er die Nerven und schlenzte den Puck gekonnt über Tilburgs Schlussmann Ruud Leeuwesteijn hinweg ins Gehäuse. Danach erhöhten die Trappers erwartungsgemäß ihre Angriffs-Schlagzahl, setzten sich mehrfach im Drittel der Bulls fest, konnten ihre Angriffe jedoch (noch) nicht erfolgreich abschließen

So starteten die Hallenser auch in den letzten Abschnitt mit einer knappen Führung und es war klar, dass ihnen harte 20 Minuten bevorstanden, wenn man aus diesem Spiel Punkte mitnehmen möchte. Tilburg startete wieder schneller in den Abschnitt und schon nach 31 Sekunden war Urbisch im Tor der Hallenser besiegt: Max Hermens glich mit seinem zweiten Tor der Partie für seine Trappers aus. Doch es zeichnet das Team von Ryan Foster in dieser Saison aus, dass sie sich von solchen Rückschlägen nicht unterkriegen lassen. Sie zeigten ihre Hörner und kämpften weiter für den greifbaren Erfolg. Zwar lag der Druck im letzten Abschnitt lag ganz klar bei den Hausherren, welche mit 16 zu 6 Torschüssen auch deutlich aktiver im Angriff waren. Aber die Bulls wissen nur zu gut, dass nicht die Quantität in der Offensive ein Spiel entscheidet, sondern nur die Qualität. Und so waren dieses Mal die Gäste von der Saale mit ihrer Geduld erfolgreich, sie nutzten eine ihrer Chancen, die sich ihnen durch ein Überzahlspiel in der 53. Minute bot: Finn Walkowiak holte von der blauen Linie aus zum Gegenschlag und versenkte den Puck im Netz.

Zeit zur Freude bleib nicht wirklich, denn ihnen standen jetzt noch sieben harte Minuten bevor. Doch dank geschlossener Reihen und einem überragenden Urbisch im Tor konnten die Bulls den knappen Vorsprung „ins Ziel“ retten. Somit sichern sich die Saale Bulls bereits zum zweiten Mal in dieser Saison die drei Punkte gegen starke Tilburger.

Für Halle geht es – nach der Corona-bedingten Absage des für Dienstag geplanten Heimspiels gegen Rostock – nun erst am Freitag auswärts in Herford weiter.

 

Torschützen:

0:1 Jannik Striepeke – 9.
0:2 Valtteri Hotakainen – 13.
1:2 Max Hermens – 14.
2:2 Diego Hofland – 25.
2:3 Sergei Stas – 34.
3:3 Max Hermens – 41.
3:4 Finn Walkowiak– 54.

Tore: 3:4 (1:2/1:1/1:1)