Zu einer ungewöhnlichen Spielzeit mussten die Saale Bulls im letzten Heimspiel des alten Jahres zu Hause im Sparkassen-Eisdom noch einmal ran. Und nicht nur die Uhrzeit war ungewöhnlich, auch die Kulisse in der Halle trifft man so nicht jeden Tag an: Die Mannschaft vom HEV war zusammen mit den eigenen Fans zu diesem Spiel mit einem Sonderzug angereist. Damit durften sich beide Teams ausreichender Unterstützung ihrer Fans sicher sein, für ausreichend Stimmung auf den Rängen war also gesorgt. Bei den Bulls hatten sich die Verletzungssorgen allerdings noch nicht gebessert und sie mussten erneut mit einem stark dezimierten Kader antreten.

Dennoch bekamen die voll besetzten Ränge von Beginn an etwas geboten, beide Mannschaften drehten sofort richtig auf. Das Anbully gewannen die Gäste aus Herne, welche auch Augenblicke später gefährlich vor dem Tor von Sebastian Albrecht auftauchten, der den ersten Schuss aber noch entschärfen konnte.  Nun eroberten sich die Bulls den Puck und setzten zum Gegenangriff an, doch ein früher Puckverlust in Höhe der blauen Linie brachte erneut den HEV in Schussposition. Und so konnte Patrick Asselin nach nur 29 gespielten Sekunden einen gezielten Schuss im Tor von Albrecht versenken. Doch die Bulls schlugen sofort zurück, waren nach dem Wiederanbully im Angriff. Ihre Antwort mit dem Ausgleichtreffer folgte 40 Sekunden später mit dem Treffer von Jannik Striepeke. Damit war der stürmische und verrückte Spielanfang noch nicht vorbei, denn der Angriff und vor allem das Torglück wechselte wieder zu Herne. So konnte Artjom Alexandrov sein Team erneut mit 1:2 in Führung bringen. Auch danach blieb es ein schnelles und hochklassiges Spiel, wobei sich Chancen auf beiden Seiten ergaben. Das bessere Ende fanden nun jedoch wieder die Bulls, welche dank eines zwischenzeitlichen Überzahlspiels durch Sergej Stas (6.) erneut den Ausgleich schafften und mit dem zweiten Treffer von Jannik Striepeke (10.) in der Partie nun auch endlich zur Hälfte des ersten Drittels selbst in Führung gehen konnten.

Lange blieb den Hallenser Fans aber keine Zeit, sich über das Tor und die Führung zu freuen, denn noch lief das sehr dynamische erste Drittel und die Gäste aus Herne konnten mit dem Tor von Marcus Marsall in der 12. Minute noch einmal nachlegen. Somit war das Spiel wieder offen und es ging bis zur ersten Pause immer wieder auf dem Eis hin und her. Es blieb aber zunächst bei den insgesamt sechs geschossenen Toren, somit ging es beim Stand von 3:3 im Mittelabschnitt ebenso spannend weiter. Hier konnte sich Halle zwar mehrfach im Drittel des HEV festsetzen, aber der Abschluss blieb ihnen verwehrt. Die steigende Spannung im Spiel entlud sich nun auch immer wieder in handfesten Auseinandersetzungen, so auch zwischen Miglio und Ackers in der 26. Minute, woraufhin beide für zwei Minuten auf die Bank mussten. Leider gesellte sich kurz darauf auch noch Kapitän Kai Schmitz zu Miglio, nachdem sein Schläger den Herner Goalie nach einem Schuss aufs Tor noch erwischte. Und diesen Vorteil nutzte der HEV eiskalt, denn in der 28. Minute traf erneut Marcus Marsall zum 3:4. Nur 10 Minuten später legte Patrick Asselin – erneut in Überzahl – zum 3:5 Zwischenstand nach. Trotz der Gegenoffensive der Hallenser ging es mit diesem Stand dann auch in die zweite Pause.

Die Saalestädter hatten damit nur noch 20 Minuten, um den 2 Tore Rückstand zu drehen und das Spiel für sich zu entscheiden und dafür holten sie die letzten Kräfte aus sich heraus und kämpften mit allen Mitteln zunächst für den Anschlusstreffer. Dieser gelang in der 47. Minute Chris Francis, der sich erfolgreich durch die Abwehrreihen des HEV kämpfen konnte und seinen Angriff mit dem Tor zum 4:5 abschloss. Danach erhöhte Halle noch einmal den Druck, um den wichtigen Ausgleich vor Ablauf der regulären Spielzeit zu erzielen. Dafür nahm Trainer Forster auch in der Endphase des Spiels Sebastian Albrecht zu Gunsten des sechsten Feldspielers vom Eis und wollte so noch einen kleinen Vorteil erhaschen. Leider brachte dieser Schachzug nicht mehr den erhofften Erfolg, trotz mehrerer Anläufe auf das Herner Tor wollte der Puck nicht über die rote Linie gehen. Im Gegenzug konnte aber Nils Liesegang ins leere hallesche Tor treffen und so den Endstand von 4:6 herstellen. Somit unterliegen die Bulls in diesem spannenden und knappen Spiel und können sich auch im zweiten Spiel dieser Woche keine Punkte sichern. Für sie geht es schon am Montagabend weiter beim nächsten mitteldeutschen Derby in Leipzig.

 

Torschützen:

0:1 Patrick Asselin –1.
1:1 Jannik Striepeke –2.
1:2 Artjom Alexandrov – 2.
2:2 Sergej Stas – 6.
3:2 Jannik Striepeke – 10.
3:3 Marcus Marsall – 12.
3:4 Marcus Marsall – 28.
3:5 Patrick Asselin – 38.
4:5 Christopher Francis – 47.
4:6 Nils Liesegang – 60. (empty net)

Tore: 4:6 (3:3/0:2/1:1)