Halle. Mit dem Krefelder EV 81 empfangen die Saale Bulls am Freitagabend (20 Uhr) als Tabellendritter vom Papier her den aktuell (punktgleich mit Rostock) Letzten des Rankings. Auch wenn es wie hohlen Phrasen klingt – bekanntermaßen gibt es in der Liga keine leichten Gegner und jeder kann jeden schlagen. Dies bekamen am Dienstag die Crocodiles Hamburg zu spüren, die sich nach einer 2:0-Führung im Rheinland am Ende dem KEV mit 2:3 geschlagen geben mussten. Genau wie die Ice Dragons vom Herforder EV, die zwei Tage zuvor auf eigenem Eis ebenfalls mit 2:0 führten, um dann am Spielende eine 3:5-Niederlage gegen die Schwarz-Gelben quittieren zu müssen. Nach zuvor siegreichen Spielen gegen Duisburg (zweistellig!), zweimal Essen, Leipzig und Herne waren die beiden zurückliegenden Partien die Saisonerfolge Nummer sechs und sieben für das Team von Head Coach Elmar Schmitz. Der konnte sich erstmals in der laufenden Hauptrunde mit seiner Mannschaft über zwei Siege in Serie freuen.

Auch im vierten Jahr ihrer Oberliga-Zugehörigkeit ist und bleibt das primäre Ziel der Seidenstädter jungen Akteuren Spielpraxis zur ermöglichen und sie an das Profi-Eishockey heranzuführen. Dementsprechend groß ist die Liste der für die Liga gemeldeten Spieler. Finden sich auf der KEV-Homepage 21+4 dem Oberliga-Kader zugerechneten Kufencracks, kamen – auch mittels Förderlizenz – im bisherigen Saisonverlauf bereits 37+6 Akteure zum Einsatz. Gewiss, der Großteil der darunter eingesetzten 15-18-jährigen Nachwuchsspieler kommt bislang lediglich auf maximal eine Handvoll Partien, konnten aber dadurch bereits erste und wichtige Erfahrungen im Seniorenbereich sammeln.

Kampf um wertvolle Punkte

Aus diesem Grund weist der KEV-Kader einen interessanten Mix aus. Als Leitwölfe und Leistungsträger fungieren die erfahrenen Ex-DEL-Akteure und Krefelder Ikonen Adrian Grygiel und Martin Schymainski. Auf den Importstellen setzt man mit Aaron McLeod (kam aus Essen) und Carter McLlwain (Europa-Neuling und mit 21 Jahren jüngster Kontingentspieler der Liga) sowie mit Martin Benes (kam aus Dinslaken, Regionalliga) auf die kanadische beziehungsweise tschechische Karte.

Gewiss, die Statistiken zurückliegender Duelle sprechen für die Bulls, aber die Rheinländer werden nach den letzten Erfolgserlebnissen alles daransetzen, weitere Zähler zu sammeln und die rote Laterne abzugeben, um sich dann mit entsprechendem Selbstvertrauen auf die Playdowns und dem erklärten Ziel „Klassenerhalt“ vorzubereiten. Aber auch die Saale Bulls benötigen weiterhin jeden Punkt, um ihrem Ziel – Heimrecht in den Playoffs – wieder ein Stück näherzukommen beziehungsweise den aktuellen Tabellenrang zu zementieren. Spannung im Sparkassen-Eisdom ist also am Freitag, dem 13., garantiert!

Update: Das Pech schlug  zum Freitag zu: Die Verletzungsmisere reißt auch in der heißen Phase der Saison nicht ab! Stürmer Lukas Valasek fällt für die anstehenden Spiele der Meisterrunde aus. Lukas hat sich das vordere Kreuzband angerissen und ist für mindestens zwei Monate raus.

Valasek reiht sich somit in die Riege der Langzeitverletzten ein. Importspieler Mathieu Tousignant ist am Mittwoch erfolgreich am Kreuzband operiert worden. Vojtech Suchomer kuriert sein gebrochenes Handgelenk aus. Gute Besserung an alle!

In den kommenden Ligapartien steht auch Kapitän Sergej Stas nicht auf dem Eis. Sergej ist wegen eines Kniechecks gegen einen Spieler der Hannover Scorpions vom DEB nachträglich für vier Matches gesperrt worden. (Jy)