Zum Sonntagsspiel am zweiten Advent ging es im halleschen Sparkassen-Eisdom wieder hoch her, da die Saale Bulls ihr Heimspiel gegen die TecArt BlackDragons Erfurt bestritten. Die Hallenser wollten mit einem Heimsieg nicht nur ihr Wochenende mit der vollen Punktzahl abschließen, sondern auch die Auswärtspleite vor ein paar Wochen in Erfurt wieder wett machen. Denn obwohl man aufgrund der aktuellen Tabellenkonstellation in der klaren Favoritenrolle war, durften die Gäste aus Erfurt nicht unterschätzt werden, Vorsicht war von der ersten Minute an geboten.

Wenig erfreulich waren für die Saalestädter bereits vor Spielbeginn die Nachrichten von der Krankenstation, denn neben Vojtech Suchomer musste man heute auch auf Finn Walkowiak verzichten, der sich beim Auswärtsspiel am Freitag verletzt hatte. Auch Viktor Knaub fehlte noch krankheitsbedingt, allerdings sprang nach dem Ausfall von Finn Kapitän Kai Schmitz in die Presche und unterstützte sein Team auf dem Eis, ungeachtet dessen, dass auch er noch von der Grippe gezeichnet war.

Doch die noch offene Rechnung mit den Gästen aus Thüringen war Ansporn genug für die Mannschaft von Trainer Ryan Foster, von Beginn an alles zu geben. Das Spiel konnten sie so recht schnell an sich ziehen und gaben ihren Gästen nur wenige Gelegenheiten für ihre Konter, einzig an der Chancenverwertung haperte es noch. Zwar hatten die Bulls mehrfach die Gelegenheit, den Führungstreffer zu erzielen – wie bei einem Schuss von Francis in der 5. Minute – doch es sollte noch etwas dauern, bis man einen Angriff erfolgreich abschließen konnte. Dies gelang den Hausherren dann erst in der 8. Spielminute, als wieder Chris Francis ins Drittel der Gäste zog und seinen Schuss in Richtung Erfurter Tor hämmerte. Der Puck prallte von Goalie Rossberg ab und wurde von Helms aufgenommen, der ihn dann geschickt über die rote Linie schießen konnte. Somit waren die Bulls nicht unverdient in Führung gegangen und wollten diese auch weiter ausbauen. Doch eine Strafzeit gegen sie und die nun härter kämpfenden Erfurter machten ihnen das Leben schwer und schwerer. So ging es mit der knappen Führung in die erste Pause.

Und wie knapp diese Führung tatsächlich war, sollte sich im Mittelabschnitt zeigen, denn nach der Unterbrechung war der Schwung bei den Bulls erst einmal irgendwie raus. Erfurt kam immer besser ins Spiel und der Hallenser Verteidigung fiel es zunehmend schwerer, die gegnerischen Angriffe zu entschärfen. Die Gäste aus Thüringen waren nun recht effektiv bei ihren Torschüssen, so auch Joonas Toivanen in der 25. Minute: Nach einem schnellen Konter zirkelte er die schwarze Scheibe an Weidekamp vorbei ins Tor. Statt die Führung auszubauen, musste Halle den Ausgleichstreffer hinnehmen. Und genau dieser Treffer gab den Erfurtern den nötigen Aufwind, um dem Spiel vorübergehend den eigenen Stempel aufzudrücken. Bei den Bulls klappten hingegen die vorher funktionierenden Spielzüge nicht mehr und es häuften sich die Fehlpässe. Hinzu kam, dass auch hochkarätige Chancen nicht in etwas Zählbares verwandelt werden konnten. Anders Erfurt, denn die nutzten die nächste Gelegenheit und Reto Schüpping schoss die Gäste in der 35. Minute sogar zur 1:2-Führung. Nun mussten die Bulls plötzlich sogar einem Rückstand hinterherrennen, doch bis zur zweiten Pausensirene fanden sie nicht zu ihrem Torglück zurück.

Damit blieben den Saalestädtern nur noch 20 Minuten, um das Spiel nicht nur von der Spielweise wieder auf ihre Seite zu holen, sondern endlich auch die nötigen Tore zu schießen. Und sie kamen offenbar richtig eingestellt aus der Kabine zurück aufs Eis und konnten das Spiel wieder bestimmen. Im Gegensatz zu den vorherigen zwei Abschnitten schafften sie es nun auch, ihre Torschüsse erfolgreich zu beenden. So stürmte Michal Bezouska in der 46. Minute in das Drittel der Thüringer und zirkelte den Puck zwischen zwei Erfurtern und über die Schulter von Rossberg ins Tor. Der verdiente Ausgleich war damit schon mal geschafft und die Bulls setzten weiter nach.

Den schwarzen Drachen blieben wieder nur die Konter, welche aber gut von den Saalestädter unterbunden werden konnten. Halle legte noch einen Zahn zu und in der 51. Spielminute konnte Nicholas Miglio endlich auch den erneuten Führungstreffer für Halle erzielen. Kurze Zeit später wurde es noch einmal spannend, denn wieder war die knappe Führung recht wacklig und die Bulls gerieten aufgrund einer Strafzeit in Unterzahl. Aber auch hier konnten sie glänzen, da Chris Francis sich kaltschnäuzig den Puck schnappte und auf das Tor der Erfurter zustürmte. Dabei wurde er unsanft vor seinem möglichen Torschuss zu Fall gebracht und der Unparteiische entschied auf Penalty, welcher von Francis lupenrein im Netz versenkt wurde. Jedoch spielten die Bulls noch weiter in Unterzahl und Erfurt war weiter am Drücker. Und sie nutzten ihren Vorteil dann recht effektiv, denn Sean Fischer erzielte den 4:3-Anschlusstreffer.

Es waren noch gut 6 Minuten zu spielen, aber die Bulls kämpften jetzt mit Händen und Füßen, um den Sieg nicht doch noch aus der Hand zu geben. Und sie waren damit erfolgreich und das Spiel ging trotz herausgenommen Erfurter Torwart ohne weitere Treffer zu Ende.

Damit können die Bulls das Wochenende erfolgreich mit den vollen 6 Punkten abschließen und ziehen aufgrund der gleichzeitigen Niederlage der Leipziger nun auf Platz 4 der Tabelle vor. Am kommenden Freitag geht es für die Saale Bulls zum Auswärtsspiel nach Herne und gegen den momentanen Tabellenzweiten wird die Partie wohl wieder schwer werden.

 

Torschützen:

1:0 Kyle Helms – 8.
1:1 Joonas Toivanen – 25.
1:2 Reto Schüpping – 35.
2:2 Michal Bezouska – 46.
3:2 Nicholas Miglio – 51.
4:2 Chris Francis – 53. (Straf-Penalty)
4:3 Sean Fischer – 54.

Tore: 4:3 (1:0/0:2/3:1)