Am dritten Advent hatten die Saale Bulls im halleschen Sparkassen-Eisdom die Rostock Piranhas zu Gast und wollten nach ihrem Punktgewinn in Herne nun das Wochenende mit drei weiteren Zählern abschließen. Nach dem bisherigen Saisonverlauf standen die Zeichen recht gut für einen Sieg, aber auch für die Rostocker läuft es aktuell sehr gut und so musste auch dieses Spiel erst einmal erfolgreich gestaltet werden.

Die besten Schritte in diese Richtung gingen die Bulls gleich zu Beginn der Partie, denn sie machten Druck und konnten das Spiel bestimmen. So kamen die Rostocker fast nicht aus ihrem Drittel heraus und die Hallenser waren im Dauerangriff. Dies brachte auch recht schnell die zählbaren Erfolge, denn nach 2,5 Minuten zog Vinci ums Tor der Gäste herum und passte die schwarze Scheibe auf Fabian Horschel, welcher auch sofort abzog und zur 1:0 Führung traf. Sofort danach ging der Angriffskurs der Saalestädter weiter, man wollte den Gästen erst gar keine Chance für mögliche Gegenschläge geben. Und dies brachte Chris Francis keine Minute später in eine gute Schussposition, die er zu nutzen wusste und zum 2:0 traf.

Entsprechend der verdienten Führung bestimmten die Bulls auch danach weiter das Geschehen auf dem Eis, aber leider ließ die Konzentration auch etwas nach und so lauerten die Piranhas aus gutem Grund auf Fehler der Gastgeber. Eine solche Unaufmerksamkeit machten sich die Rostocker in der 8. Spielminute zu Nutze und Roman Tomanek erzielte aus einem Konter heraus den 2:1-Anschlusstreffer. Damit hatten die Hausherren anscheinend nicht gerechnet, denn es gab einiges an Unruhe in den Reihen und das Zusammenspiel wollte nicht mehr wie zu Spielbeginn funktionieren. Deswegen konnten sich die Gäste immer mehr Spielanteile sichern und ihre Chancen auch in Zählbares ummünzen.

So legte der Kapitän der Piranhas Viktor Beck in der 10. Minute nach und traf zum 2:2 Ausgleich. Die Hausherren waren auf diese Spielentwicklung ganz offensichtlich nicht gut eingestellt und so kamen die Gäste immer wieder in gute Angriffspositionen. Es ging immer wieder schnell auf dem Eis hin und her und beide Teams kämpften um den Führungstreffer. In der 14. Spielminute erwischte dann Kevin Richter einen Abpraller, sein Schuss traf zwar den Schoner von Weidekamp, der Puck fand jedoch trotzdem irgendwie den Weg ins Netz. Plötzlich waren die Hausherren also selber im Rückstand und mit diesem ging es auch in die erste Pause.

Im Mittelabschnitt kam nun endlich wieder mehr Konzentration in die Bullsreihen und sie versuchten, schnellstmöglich den Ausgleich zu erzielen, aber dabei bissen sie sich nun an der Verteidigung der Rostocker die Zähne aus. Die Mannschaft von der Ostsee brachte nun auch ein härteres Spiel auf das Eis, wobei um jeden Puck hart und bis zum Ende gekämpft wurde. So endete ein Zweikampf in der 23. Minute aufgrund eines hohen Stocks von Kevin Richter mit einer Verletzung von Kapitän Kai Schmitz, der mit einer stark blutenden Nase auf dem Eis liegen blieb. Die Gäste kassierten dafür eine 2+2 Minuten Strafe, doch auch diesen Überzahlvorteil konnten die Bulls nicht für sich nutzen. So blieb es bis zur zweiten Pause weiter beim 2:3-Rückstand.

Somit blieben den Hausherren nur noch 20 Minuten Zeit, das Spiel zu drehen und den erhofften Heimsieg einzufahren. Allerdings waren die eigenen Verteidigungsreihen durch den Ausfall von Kai Schmitz nun noch lückenhafter als ohnehin schon (Vojtech Suchomer und Michal Schön fehlten bereits von Spielbeginn verletzungsbedingt) und die Bulls mussten ein gesundes Maß zwischen Angriffen und schnelles Umschalten in die Defense finden. Dennoch wollten die Hallenser endlich den Rückstand ausgleichen und sich das Spiel zurückholen. Entsprechend hartnäckig waren sie im Angriff und jede sich bietende Gelegenheit wurde für einen Torschuss genutzt. Leider fehlte noch immer das nötige Torglück, die Schüsse landeten entweder am Pfosten oder im Außennetz. Es dauerte bis zur 47. Minute, als Halle nun endlich auch eine eigene Überzahl für sich nutzen und Mark Heatley im Nachschuss zum 3:3 ausglich.

Damit war das Spiel wieder völlig offen und das Signal zum Endspurt für beide Teams war gegeben. Beide drehten nun noch einmal richtig auf, die schwarze Scheibe wurde über das Eis getrieben und die Geschwindigkeit auf selbigem war kein Vergleich mehr zum Spiel davor. Das bessere Ende dabei fanden die Hausherren in der 55. Spielminute, als Finn Walkowiak den Puck vom Bullypunkt im Drittel der Rostocker astrein ins gegnerische Tor hämmerte. Endlich hatten sie die Führung wieder auf ihrer Seite und konnten sich nun komplett auf die Verteidigung dieses knappen Vorsprungs konzentrieren. Und das mussten sie, denn um den Ausgleich zu erzielen, nahmen die Gäste nun auch ihren Goalie zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis.

Doch auch diese Aktion brachte ihnen nicht mehr den notwendigen Vorteil und die Bulls konnten das Spiel am Ende auch verdient mit 4:3 für sich entscheiden. Sie schließen das Wochenende dadurch nun versöhnlich und mit insgesamt vier Punkten ab. Am kommenden Freitag geht es für die Saale Bulls nun wieder auswärts weiter und die Reise führt sie ins Ruhrgebiet zum ESC Wohnbau Moskitos Essen.

 

Torschützen:

1:0 Fabian Horschel – 3.
2:0 Christopher Francis – 4.
2:1 Roman Tomanek – 8.
2:2 Viktor Beck -10.
2:3 Kevin Richter – 14.
3:3 Mark Heatley – 47.
4:3 Finn Walkowiak – 55.

Tore: 4:3 (2:3/0:0/2:0)