Gestern Abend hatten die Saale Bulls – nach nur drei Punkten am letzten Wochenende – keinen Geringeren als den aktuell Tabellendritten im heimischen Sparkassen-Eisdom zu Gast. Die Hannover Scorpions mussten bislang erst dreimal Punkte abgeben oder teilen, so dass die Bulls einen echten Brocken vor der Brust hatten. Es galt also, ihre bisherige Auswärtsstärke auch zu Hause aufs Eis zu bringen und auch hier etwas für eine positive Bilanz zu tun. Nach längerer Pause stand gestern Sebastian „Borschtel“ Albrecht wieder im Kasten der Bulls und natürlich auch in besonderem Focus.

Die Gastgeber waren augenscheinlich sehr gut auf ihre Gäste aus Niedersachsen eingestellt und erwischten auch den besseren Start ins Spiel. Sie setzten die Scorpions von Anbeginn unter Druck und Enrico Salvarani bekam im Tor der Gäste ordentlich zu tun. Noch blieb das Glück aber bei all den Angriffen auf seiner Seite, denn er konnte alle Angriffe entschärfen. Diese Glückssträhne hielt jedoch nur bis zur elften Spielminute an, nach einem direkten Schuss von Chris Francis konnte er den Puck nicht halten und er rutschte unter seinem Arm ins Tor. Damit holten sich die Bulls endlich die verdiente Führung.

Dieser Führungstreffer brachte ihnen weiteren Auftrieb, schnell sollte der zweite Treffer folgen. Das Übergewicht der Torchancen und vor allem der Torschüsse blieb somit weiterhin bei den Bulls, welche immer wieder auf das Tor von Salvarani anrannten. Als sie gut eine Minute vor der ersten Pause auch noch in Unterzahl gerieten, schien es das mit dem Ausbau der Führung gewesen zu sein. Doch es fiel nicht etwa der Ausgleich durch die Scorpions, vielmehr schnappte sich Walkowiak im Verteidigungsdrittel den Puck, stürmte Richtung Angriffsdrittel los, spielte kurz nach der blauen Linie an Michal Bezouska  ab und der hämmerte die schwarze Scheibe unhaltbar ins Netz.

Somit gingen die Bulls mit dem Stand von 2:0 in die erste Pause. Doch sie mussten auch in Unterzahl starten und es blieb für die Gäste die Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Jedoch kamen die Hausherren frisch gestärkt aus der Kabine und verhinderten die Angriffe der Gäste gekonnt. Auch in der Folge konnten die Bulls alle Aktionen der Scorpions mit gutem Forchecking und einer aufmerksamen Verteidigung verhindern. So ging es munter immer wieder auf dem Eis hin und her, aber beide Teams konnten die nun zahlreicher werdenden Strafzeiten nicht für ihren Vorteil nutzen. So lief die Uhr ohne weiteren Treffer runter, allerdings kassierten die Gastgeber kurz vor Ende des Drittels erneut eine Strafe. Und es kam noch schlimmer, denn mit dem Abpfiff zur zweiten Unterbrechung erwischte es auch noch Chris Francis mit einer weiteren Strafe und so mussten die Bulls mit doppelter Unterzahl ins letzte Drittel starten.

Doch auch hier agierten sie hochkonzentriert und ließen den Hannoveranern nur wenig Gelegenheiten zu Torschüssen. Mit dieser Taktik kamen die Hallenser zum gewünschten Erfolg und sie überstanden die Strafzeiten ohne Gegentor. Die Zeit lief gegen die Niedersachsen und ab der 50. Spielminute waren sie dann im Dauerangriff und konnten sich immer wieder vor dem Tor von Albrecht festsetzen. Halle verteidigte weiter mit allen Mitteln und blieben mit ihren Kontern auch weiterhin gefährlich. Einer dieser Angriffe endete am Schoner vom liegenden Salvarani und es folgte der Versuch, den Puck doch noch ins Netz zu stochern. Ganz zum Ärger der Scorpions und von Robinson, welcher mit ganzem Körpereinsatz den Hallenser Spieler vor Salvarinis Tor umstieß. Danach entlud sich die Anspannung, welche schon länger zu spüren war und es flogen die Fäuste zwischen Striepeke und Robinson. Beide mussten daraufhin mit 2+2 plus 10 Minuten raus und ein Hannoveraner erhielt eine zusätzliche 2-Minuten-Strafe.

So konnten die Bulls in Überzahl weiterspielen und sie wussten diese auch recht schnell zu nutzen. Nachdem sie erst nur wieder den Torpfosten erwischten, spielten sie Salvarini gekonnt aus, der den Puck nicht mehr sichern konnte. Den freien Puck schnappte sich Kyle Helms und hob die schwarze Scheibe über den liegenden Salvarani zum 3:0 ins Tor. Somit war das Spiel nun endgültig entschieden und die letzten drei Minute liefen torlos ab. Damit blieben die drei Punkte dieses Mal an der Saale und Sebastian Albrecht, welcher auch verdient zum Spieler des Tages gewählt wurde, kann sich seinen ersten Shutout der Saison sichern. Am Sonntag müssen die Saale Bulls nun wieder auswärts ran, wenn es für sie zu TecArt Black Dragons Erfurt geht.

 

Torschützen:

1:0 Christopher Francis – 11.
2:0 Michal Bezouska – 20.
3:0 Kyle Helms – 57.

Tore: 2:0 (2:0/0:0/1:0)