Nur kurz nach den Weihnachtsfeiertagen ging es für die Saale Bulls am Montagabend schon wieder auf’s Eis. Sie hatten im heimischen Sparkassen-Eisdom keinen Geringeren als den aktuell Tabellenzweiten Tilburg Trappers zu Gast. Und damit stand ihnen eine Mammutaufgabe bevor, denn der mehrfache Meister hatte sich nach Corona bedingten Einschränkungen inzwischen gut in die Saison zurückgespielt und auch die Bilanz gegen die Saale Bulls sprach eher für die Gäste. Erschwerend für die Saale Bulls kamen weitere verletzungs- oder krankheitsbedingte Ausfälle hinzu, neben Tatu Vihavainen und Tim May (beide verletzt) meldete sich am Sonntag auch noch Jannik Striepeke vorsorglich von der Mannschaft ab und pausierte krankheitsbedingt. Somit rechnete wohl keiner realistisch mit einem Sieg, doch auch nur ein Punkt wäre wohl als Erfolg zu werten gewesen.

Trotz oder gerade wegen all dieser Widrigkeiten starteten die Bulls hochmotiviert in die Partie, man stellte sich sehr schnell die bange Frage, ob man das hohe Tempo der Trappers, die mit vier Reihen angereist waren, über 60 Minuten mitgehen kann. Die Taktik der Bulls ging aber erstmal auf und es entwickelte sich ein schnelles Hin und Her auf dem Eis. Bezeichnend für die gesamte Partie: beide Teams taten sich sehr schwer damit, ihre Chancen zu nutzen und den gegnerischen Goalie zu überwinden. Sowohl Sebastian Albrecht als auch Ian Meierdres zeigten ihre ganze Klasse und sorgten für ein über die volle Zeit offenes Spiel.

In den Anfangsminuten schienen die Gäste aus Nordbrabant den größeren Druck auszuüben, sie setzten die Verteidigung der Bulls mehrfach unter Dauerbeschuss und versuchten, sich die Führung zu sichern. So wiesen sie auch mehr Torschüsse als die Saalestädter auf, aber Sebastian Albrecht konnte sein Tor sauber halten. Nach einem Bully vor Albrechts Tor folgte in der siebten Minute ein Alleingang von Kyle Helms, er schlängelte sich gekonnt durch die Reihen der Gäste und zog vor dem Tor eiskalt ab. Mit dieser starken Einzelleistung brachte er seinen Bulls die 1:0-Führung und auch etwas mehr Ruhe in die eigenen Reihen. Die Gäste versuchten im Gegenzug nun mit aller Kraft und Gewalt den Ausgleich zu erzwingen, aber dies sollte ihnen bis zur ersten Pause nicht gelingen, wobei ihnen dies auch in Überzahl dank der geschlossenen Verteidigungsleistung der Bulls nicht gelang.

So ging es im Mittelabschnitt beim Stand von 1:0 weiter. Die Trappers waren nun warm oder besser heiß, denn bei der Rückkehr auf das Eis machten sie wieder ordentlich Druck und wollten nun endlich den Ausgleich. Jedoch konnten die Hausherren die schwarze Scheibe immer wieder aus ihrem Drittel heraus befördern und die Angriffe abwehren. Doch die Gäste ließen einfach nicht locker und konnten sich immer wieder im Drittel des Bulls festsetzen und das Tor bzw. Albrecht unter Beschuss nehmen. Genau zur Spielmitte wurde diese Angriffswelle belohnt, als Wouter Sars mit seinem Treffer ausgleichen konnte. Die Gastgeber ließen sich von diesem Treffer jedoch nicht zurückwerfen und suchten weiter ihre Möglichkeiten, um erneut in Führung zu gehen. Da auch die Trappers nichts an ihrem Vorwärtsdrang änderten, wurde das Spiel auf dem Eis etwas hektischer, verlor aber nie an Qualität. Da die Verteidigung beider Teams im weiteren Spielverlauf kaum Fehler machte, blieb es bis zur zweiten Sirene beim 1:1-Spielstand.

Somit blieb die Frage, ob eine Entscheidung nun im letzten Abschnitt fallen wird, oder ob es einmal mehr in die Verlängerung geht. Das entscheidende Drittel begann ähnlich umkämpft und hektisch, wie das zweite aufgehört hatte. Es blieb beim ständigen Hin und Her auf dem Eis, wobei es den Tilburgern immer wieder gelang, Albrecht auch langanhaltender unter Druck zu setzen. So brachten es die Trappers allein in diesem Abschnitt auf 22 Torschüsse, bei nur 6 Schüssen der Bulls. Doch zum Glück für die Saale Bulls sollte heute Abend die Qualität über die Quantität siegen, denn nach einem abgeprallten Schuss von Kapitän Kai Schmitz konnte Valtteri Hotakainen nachsetzen und den Puck ins Tor der Trappers feuern.

Die Saalestädter waren damit nur neun Minuten vor Ende wieder in Führung und kämpften nun mit vollem Körpereinsatz, um diese über die restliche Zeit zu verteidigen. Sie erwehrten sich dabei immer wieder der Angriffe der Tilburger, blockten mit Beinen, Armen oder dem ganzen Körper alle Schüsse des Gegners. Die Trappers nahmen als letzte Möglichkeit 39 Sekunden vor dem Ende ihren Torhüter für den zusätzlichen Spieler vom Feld, aber auch dieser brachte keinen Vorteil bzw. Zählbares mehr.

Damit konnten sich die Saale Bulls mit 2:1 gegen Tilburg durchsetzen und drei wichtige Punkte sichern, damit der Abstand zur Spitzengruppe der Oberliga Nord nicht zu groß wird. Für sie geht es nun nicht weniger hart bereits am Mittwoch weiter. Das letzte Spiel des Jahres 2020 führt sie auswärts zum souveränen Tabellenführer – den Hannover Scorpions. Doch mit einer erneut so geschlossenen und kämpferischen Leistung kann man vielleicht auch dort für eine kleine Überraschung sorgen.

 

Torschützen:
1:0 Kyle Helms – 7.
1:1 Wouter Sars – 30.
2:1 Valtteri Hotakainen – 51.
Tore: 2:1 (1:0/0:1/1:0)