Vor etwas mehr als zwei Wochen war an dieser Stelle von der „Wundertüte Rostock“ die Rede. Im Vorfeld des Heimspiels gegen die Piranhas wusste man nicht so genau, was einen ob der im bisherigen Saisonverlauf gezeigten Leistungen der Raubfische erwartet – am Ende stand ein klarer 5:0-Erfolg der Saale Bulls auf der Anzeigentafel. Und auch im Anschluss an diese Partie wurde der Tabellenelfte seinem Ruf wieder gerecht: Nach einer folgenden 1:3-Niederlage gegen Leipzig führte man im Nordderby gegen Hamburg nach 44 Minuten auf eigenem Eis bereits mit 4:1 – um am Ende nach fünf Gegentoren doch noch mit 4:6 zu unterliegen. Die Mannschaft von Head Coach Chris Stanley ist und bleibt ein Rätsel. Denn nur so lassen sich die beiden Erfolge in der vergangenen Woche gegen Ligenprimus Hannover Scorpions (3:2 n.V.) sowie die Hannover Indians (6:3) erklären – nur, um am Sonntag dann zuhause gegen den Aufsteiger Diez-Limburg mit 2:5 den Kürzeren zu ziehen.

Doch auch hinter den Saale Bulls liegt eine außergewöhnliche Woche: Eine trotz ausschließlich negativer PCR-Test vom Amts wegen angeordnete Präventiv-Quarantäne bedeutete eine einwöchige Spielpause, neben der bereits vorab verlegten Partie gegen Herford mussten auch die Spiele gegen die Indians, Erfurt und Rostock abgesagt werden. Rostock? Ja, Rostock. Denn auch dieses Aufeinandertreffen fiel eigentlich der Vorsorgequarantäne zum Opfer, doch dank abermals negativer Tests bei den Bulls darf die Mannschaft von Ryan Foster ab sofort wieder ins Spielgeschehen eingreifen und nun planmäßig am Dienstag ab 19 Uhr mit den Raubfischen die Schläger kreuzen.

Es ist müßig zu spekulieren, ob diese Pause nun gut oder schlecht war, hat doch jede Medaille zwei Seiten. Zum einen konnten leichtere Blessuren auskuriert, der Kopf frei bekommen werden – andererseits verlor man jedoch den Spielrhythmus, der aufgrund der besonderen Umstände bereits jetzt Playoff-Charakter mit bis zu drei Spielen binnen einer Woche hat. Es wird spannend bleiben zu sehen, wie sich die Mannen um Kapitän Kai Schmitz nach einer Woche ohne Spielpraxis präsentieren werden und ob man die aktuelle Siegesserie von sieben Erfolgen in Serie weiter ausbauen und sich punktemäßig weiter an Tilburg auf Tabellenrang zwei anpirschen kann. Aktuell liegen die Bulls auf einem hervorragenden dritten Platz, doch warum soll man sich nicht neue Ziele stecken? Zwar haben die Trappers aktuell zehn Punkte mehr auf dem Konto als die Bulls, allerdings auch schon zwei Spiele mehr absolviert – und das direkte Duell beider Teams steht ja auch noch bevor…

Um aus Träumen (vielleicht) noch Realität werden zu lassen sind jedoch Punkte nötig. Und die nächsten drei Zähler werden bereits morgen vergeben. Bully im Sparkassen-Eisdom gegen die Rostock Piranhas ist 19.00 Uhr, die Partie kann live bei BullsTV/SpradeTV verfolgt. (Jy)

Saale Bulls vs. Rostock Piranhas (23.03.2021)

  • Gesamtbilanz: 73 Spiele, 54 Siege (2xnV, 2xnP), 19 Niederlagen (3xnP), 331:191 Tore (+140)
  • Heimbilanz: 35 Spiele, 30 Siege, 5 Niederlagen (1xnP), 180:76 Tore (+144)
  • seit sechs Spielen gegen die Raubfische ungeschlagen
  • Bulls blieben in drei der letzten acht Duelle gegen die Piranhas im Sparkassen-Eisdom ohne Gegentor
  • Kalender-Historie 23. März: 2 Spiele, 2 Siege
    • 2007 (H) FASS Berlin 3:2 (S)
    • 2012 (H) EV Füssen 5:3 (S)