So hatte sich Ryan Foster sein Jubiläum am vergangenen Sonntag sicherlich nicht vorgestellt. Bei seinem 100. Pflichtspiel als Head Coach der Saale Bulls musste sich seine Mannschaft in einem denkwürdigen Spiel dem amtierenden Nordmeister Hannover Scorpions deutlich geschlagen geben. Nun gilt es, eine entsprechende Reaktion zu zeigen und sich im Heimspiel gegen die Rostock Piranhas anders zu präsentieren.

Doch nicht nur die Bulls sind auf Wiedergutmachung aus, auch die Gäste von der Ostsee stehen in Zugzwang: Nach bislang fünf vielen mit ebenso vielen Niederlagen sind die Räuberfische weiterhin punktlos, weisen mit 35 Gegentreffern die löchrigste Abwehr der Liga auf. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass man die ersten beiden Partien in Tilburg (4:9) sowie Mellendorf (4:11) bestreiten musste – und bei den Scorpions kassierten auch andere Teams in dieser Saison schon elf Gegentore…

Es verbietet sich also, im Vorfeld die Favoriten- und Außenseiterrolle vergeben zu wollen, zumal der Kader der Raubfische qualitativ hochwertig besetzt ist: Höherklassige erfahrene Neuzugänge wie Kevin Lavallee, Justin Maylan oder Jack Combs (dessen Vertrag am Mittwoch aufgelöst wurde) wurden verpflichtet – nur zahl(t)en sich die Verpflichtungen bislang noch nicht in Form eines besseren Tabellenplatzes aus. 

Eine Situation, die man an der Küste bereits aus der Vorsaison kennt, als man mit sechs Niederlagen aus sieben Partien die Spielzeit startete und erst im achten Spiel den ersten Dreier einfahren konnte. Eine zu hohe Bürde, die man im Saisonverlauf nicht mehr aufholen konnte und schlussendlich Head Coach Niels Garbe seinerzeit den Job kostete. Sein Nachfolger Chris Stanley wird alles daran setzen, mit seinem Team den Negativlauf zu beenden, um endlich in der Saison 2021/22 anzukommen. Es verspricht also spannend zu werden, wenn HSR Mischa Apel den Puck zum Bully einwirft – die Saale Bulls werden bereit sein.