Nach ihrer kurzen Corona-bedingten Zwangspause am vergangenen Sonntag ging es für die Saale Bulls heute an die Ostsee zu den Rostock Piranhas. In der Schillingallee sollte es nach den zuletzt gezeigten durchwachsenen und teilweise unkonzentrierten Leistungen endlich wieder zurück auf die Siegesstraße gehen. Dabei bekamen die Hallenser nun Unterstützung vom Neuzugang Lukas Miculka und auch Finn Walkowiak kehrte zusammen mit Kyle Helms zurück auf das Eis. Verzichten musste Headcoach Ryan Foster neben Tatu Vihavainen auch noch einmal auf Kapitän Kai Schmitz, der noch immer mit Problemen nach seiner Gehirnerschütterung zu kämpfen hat.

Wie sich bereits in den vergangenen Spielen gezeigt hatte, liegen die Leistungen der meisten Oberliga-Teams in dieser Saison recht nah beieinander und so können kleine Fehler eine sonst ausgeglichene Partie entscheiden. Und auch in Rostock ging es wieder von beiden Mannschaften auf Augenhöhe los. Die schwarze Scheibe flog schnell über das Eis in der Schillingallee, aber letztlich konnten die Goalies mit ihren Verteidigern vor sich alle Angriffe entschärfen. Zwar lagen auch im ersten Drittel Tore bereits in der Luft, aber egal wie, es fehlten immer ein paar Zentimeter zum Einnetzen. In der Hallenser Defense glänzten in dieser Phase neben den Paraden von Albrecht auch die Verteidiger, die immer wieder gefährliche Situationen entschärfen konnten, indem sie Abpraller gekonnt aus dem Torraum entfernten.

Im Mittelabschnitt ging es zunächst recht ähnlich weiter, aber das Spiel wurde nun intensiver oder anders gesagt, die Härte auf dem Eis nahm zu. Diese stoppte zwar einige Angriffe, aber brachte nun auch auf beiden Seiten die ersten Strafzeiten. Leider ließen die Hallenser gut vier Minuten in Überzahl ohne Führungstor liegen, aber konnten sich auch im Gegenzug in Unterzahl recht sicher präsentieren. Nach gut 30 Minuten ging es dann allerdings los mit den Toren. Denn nach einem missglückten Angriff der Saalestädter gingen die Piranhas zum Gegenangriff über und John Dunbar erzielte – nach Entscheidung des Hauptschiedsrichters – den Führungstreffer. Somit gerieten die Bulls in Rückstand und zu allem Überfluss kurze Zeit später auch erneut in Unterzahl. Diese konnten sie zwar ohne weiteren Gegentreffer überstehen, aber kurz darauf legte August Von Ungern-Sternberg für die Hausherren zum 2:0 nach.

Doch dieses zweite Tor schien nun der endgültige Weckruf für die Bulls zu sein, denn plötzlich drehten sie unerbittlich auf und zeigten den Hausherren, dass auch sie Tore schießen können. Nach ein paar missglückten Versuchen verkürzte Valtteri Hotakainen mit einem Handgelenkschuss auf 2:1. Und dabei bleib es nicht, denn 20 Sekunden später konnte Leon Fern zum 2:2 ausgleichen. Die Piranhas waren nun etwas von der Rolle und bei ihnen musste zusätzlich noch Sean Morgan auf die Strafbank. So war in der 39. Minute der Weg frei für den Führungstreffer von Valtteri Hotakainen. Beim Stand von 2:3 ging es in die zweite Pause.

Der Schock über das innerhalb von 2 Minuten gedrehte Spiel schien bei den Piranhas auch im letzten Abschnitt noch nachzuwirken, denn Halle konnte weiter sein druckvolles Spiel fortsetzen und sich weitere Torchancen erarbeiten. So lag der Spielvorteil weiter bei den Hallensern und sie wussten auch, etwas daraus zu machen. Denn mit den Toren von Lukas Valasek (45.) und erneut Valtteri Hotakainen (46.), welches bereits sein dritter Treffer in dieser Partie war, zogen sie auf nun 2:5 Tore davon.

Aber die Rostocker gaben noch nicht auf und es ging munter weiter auf dem Eis. Während einer erneuten Strafzeit gegen die Bulls kamen die Piranhas wieder besser ins Spiel und konnten mit dem Tor von Sean Morgan in der 53. Minute auch auf 3:5 verkürzen. Die Partie blieb schnell und die Tore fielen nun auch weiter am laufenden Band. So konnten die Bulls nach einem Rückpass von der blauen Linie mit dem Treffer von Leon Fern (55.) erneut nachlegen und Tim May (58.) erhöhte dann noch auf 3:7. Das Spiel war damit wohl definitiv entschieden, aber noch nicht zu Ende. Denn die Saalestädter gerieten noch einmal in Unterzahl und Matthew Pistilli (59.) konnte zum 4:7 Endstand einnetzen.

Die Bulls konnten das Spiel innerhalb von 5 Minuten drehen und bringen so am Ende verdient drei Punkte von der Ostsee mit nach Hause. Für die Saale Bulls und alle Zuschauer am Livestream gibt es am Sonntag nun etwas Neues, denn zum ersten Mal werden die Oberligaaufsteiger von der EG Diez-Limburg im halleschen Sparkassen-Eisdom zu Gast sein.

 

Torschützen:

1:0 John Dunbar – 30.
2:0 August Von Ungern-Sternberg – 34.
2:1 Valtteri Hotakainen – 37.
2:2 Leon Fern – 37.
2:3 Valtteri Hotakainen – 39.
2:4 Lukas Valasek – 45.
2:5 Valtteri Hotakainen – 46.
3:5 Sean Morgan – 53.
3:6 Leon Fern – 56.
3:7 Tim May – 58.
4:7 Matthew Pistilli – 59.

Tore: 5:3 (0:0/2:3/2:4)