Die Ansage von Head Coach Ryan Foster unmittelbar vor Spielbeginn war deutlich. „Ich erwarte eine ganz starke Reaktion“, spielte der Austro-Kanadier auf die fünf Tage zuvor bei den Hannover Scorpions erlittene bittere Pleite an. Eine Zielvorgabe, die das Team gegen die Piranhas erst spät im ersten Drittel umsetzte. Nicht nur, dass die Partie aufgrund einer staubedingt verspäteten Ankunft der Ostseestädter mit einer zehnminütigen Verspätung begann, auch waren die ersten Spielminuten geprägt von jeder Menge Stückwerk, wenig Spielfluß und einem kaum erkennbaren Rhythmus – und folgerichtig einem 0:1-Rückstand, REC-Angreifer Kilian Steinmann netzte zur Führung der Raubfische ein. „Die ersten zehn Minuten sind wir nicht gut reingekommen“, bilanzierte in der ersten Pause Bulls-Stürmer Patrick Schmid, der mit dem Ausgleichstreffer in der 15. Minute die Hausherren aufweckte. Fortan dominierten die Bulls das Spielgeschehen, erarbeiteten sich Chancen im Minutentakt und konnten durch den auffälligsten Akteur des Abends, Joonas Niemelä, noch vor der ersten Pausensirene in Führung gehen.


Ein Vorsprung, den die Bulls im mittleren Spielabschnitt dank eines Doppelschlages binnen 64 Sekunden auf 4:1 ausbauen konnten. Lukas Valasek in seinem 111. Spiel für den MEC sowie Niemelä mit seinem zweiten Treffer des Abend sorgten für einen Drei-Tore-Vorsprung zu Gunsten der Hausherren, den Rostocks letztjähriger Top-Torjäger August von Ungern-Sternberg in der letzten Minute des zweiten Drittels mit dem Anschlusstreffer zum 2:4 schmelzen und die Hoffnung auf Punkte für die Piranhas wachsen ließ. „Wir müssen im letzten Drittel mehr Gas geben“, so REC-Defender Philipp Seckel nach dem zweiten Spielabschnitt. Ein Vorhaben, welches für die Hanseaten nicht von Erfolg gekrönt war – im Gegenteil: In eigener Überzahl kassierte man den fünften Gegentreffer, Roman Pfennings netzte per Shorthander zum 5:2 für die Saale Bulls ein. Sicherlich der entscheidende Nackenschlag für die Gäste, die im Anschluss weiter bemüht waren, in die Partie zurückzukommen. Doch ein erneuter Doppelschlag der Bulls kurz vor Abpfiff innerhalb von 69 Sekunden sorgte für die Entscheidung und den 7:2-Endstand. „Im Großen und Ganzen bin ich natürlich stolz auf die Mannschaft. Gegen die Scorpions waren wir alle, Spieler und Trainer, nicht gut. Und deswegen war der Sieg heute so wichtig“, so Trainer Foster nach Spielende.

Ein Erfolg, der ob der personellen Situation so sicherlich nicht im Vorfeld erwartet werden konnte, standen doch mit Tim May, Kai Schmitz, Tatu Vihavainen, Christian Guran und Jannik Striepeke gleich fünf Spieler verletzungsbedingt nicht zur Verfügung, genau wie die beiden Torhüter hinter Sebastian Albrecht, Jakub Urbisch und Eric Steffen. Somit stand das hallesche Eigengewächs Luke Epping als Backup hinter Albrecht zur Verfügung, avancierte dadurch mit seinen gerade einmal 16 Jahren zum jüngsten jemals auf dem Spielprotokoll vermerkten Bulls-Spieler aller Zeiten. Eine vereinshistorische Randnotiz nach einem Spiel, in dem die Saale Bulls die eingeforderte Reaktion gezeigt und die Niederlage in Mellendorf endgültig abgeschüttelt haben. (Jy)

Saale Bulls Halle – Rostock Piranhas 7:2 (2:1, 2:1, 3:0)

0:1 (09:30) Steinmann (Maylan, Kraus)
1:1 (14:14) Schmid (Pfennings, Niemelä)
2:1 (17:57) Niemelä (Schmid, Pfennings)
3:1 (32:32) Valasek (Niemelä, Grosse)
4:1 (33:36) Niemelä (Schmid, Halbauer – PP1)
4:2 (39:03) von Ungern-Sternberg (Balla, Gerstung)
5:2 (44:40) Pfennings (Niemelä, Grosse – SH1)
6:2 (56:58) Gollenbeck (Stas, Hildebrand – PP1)
7:2 (58:07) Gulda (Stas, Schmid)

Strafminuten: Halle 4, Rostock 8.
Überzahl-Vergleich: Halle 2/4, Rostock 0/2.
Hauptschiedsrichter: Ruhnau / Simankov.
Zuschauer: 849