mz-web.de: Vor Playoff-Viertelfinale – Warum Bulls-Angreifer Chris Francis besonders motiviert ist

Von Fabian Wölfling

Halle (Saale) – Die Extra-Portion Motivation trägt den schönen Namen Danielle. Die Ehefrau von Chris Francis kommt demnächst aus den Staaten für einen Besuch nach Halle. „Ich will, dass sie dann Hockey sieht“, sagt der US-amerikanische Angreifer, mit dem Saale Bulls gerade mitten in den Oberliga-Playoffs.

Am Freitag steht das erste Spiel der Viertelfinal-Serie gegen den EV Landshut an. Alles einfach also? Nicht ganz: „Sie kommt erst nach dieser Runde. Wir müssen gewinnen, damit sie ein Spiel in Halle sehen kann. Das ist meine Motivation“, sagt Francis.

Damit Danielle ihrem Chris von der Tribüne aus zujubeln kann, müssen die Bulls also Landshut aus dem Weg räumen. Und das, betont Kapitän Kai Schmitz, wird eine enorme Herausforderung. Nicht nur, weil die Niederbayern als Zweiter der Oberliga Süd Heimrecht genießen. „In der Halle ist es megalaut“, sagt Schmitz. „Dazu hat Landshut eine brutale Mannschaft. Deren dritte Reihe ist genauso stark wie unsere erste. In der Runde muss jeder von uns über sich hinauswachsen.“

Saale Bulls: Chris Francis ist einer der stärksten Ausländer

Tatsächlich können die Bulls die Serie gegen den bayrischen Traditionsverein nicht über die Breite gewinnen. Um eine Chance aufs Halbfinale zu haben, müssen die Spitzenspieler groß aufspielen. Allen voran Francis, seit seiner Verpflichtung im Dezember der überragende und damit wichtigste Mann des Teams.

Der 29-Jährige ist ein feiner Eisläufer, mit guter Übersicht, Ruhe am Puck und einem präzisen Schuss ausgestattet. In der Summe „ist er mit der stärkste Ausländer, den wir hier hatten“, sagt Schmitz, immerhin seit 2005 für Halle aktiv. „Auf jeden Fall der krasseste seit Ivan Kolozvary.“ Der Slowake spielte von 2012 bis 2013 für Halle, kam in 42 Spielen auf 91 Torbeteiligungen.

Francis’ Bilanz liest sich gleichermaßen eindrucksvoll. In 26 Hauptrundenspielen hat er 21 Tore selbst erzielt und 38 aufgelegt. „Wir haben im Verein alles dafür getan, dass er sich hier wohlfühlt“, sagt Schmitz. „Er ist dann gleich eingeschlagen wie eine Bombe und daher im Kopf völlig frei.“

Chris Francis spielte für die Saale Bulls überragend gegen Memmingen

Diese Lockerheit hat sich Francis bisher auch in den Playoffs erhalten. „Er lässt sich nicht beeindrucken“, sagt auch Bulls-Präsident Daniel Mischner anerkennend. „Chris ist der Typ Spieler, der in den Playoffs noch stabiler spielt.“ Tatsächlich brillierte Francis im Achtelfinale gegen Memmingen, schoss fünf Tore in drei Spielen, legte dazu noch zwei Treffer auf. Vollkommen zurecht erhielt er die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler der Serie.

Bleibt Chris Francis bei den Saale Bulls?

Und soll nun unbedingt gehalten werden. Wie auch der zweite Kontingentspieler Tyler Mosienko. „Wir arbeiten daran“, sagt Mischer zu einer Vertragsverlängerung von Francis. Der scheint nicht abgeneigt: „Ich hatte hier ein gutes Jahr, habe Spaß auf dem Eis, dazu haben wir auch eine sehr gute Gruppe von Spielern“, sagt Francis. Klingt nicht nach Abschied aus Halle.

Jetzt wartet aber erstmal Landshut. „Ich will noch nicht heimgehen“, sagt Francis vor dem Start der Viertelfinal-Serie. Dafür muss er noch einmal so aufdrehen, wie gegen Memmingen. „Mein Schläger war einfach heiß, jeder Schuss ist reingegangen“, so der Top-Scorer zu seinen beeindruckenden Vorstellungen im Achtelfinale. „Ich hoffe, dass das so bleibt.“ Nicht nur Ehefrau Danielle würde sich darüber freuen. (mz, 29.03.2019)

 

 

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