Die Einschätzung einiger Fans nach der Schlussirene „Das war definitiv besser als am Freitag, aber leider noch nicht gut genug“ macht zumindest Hoffnung. Denn die neue Oberligasaison schreitet mit großen Schritten voran und nach ihrer Derbyniederlage am Freitag in Leipzig ging es für die Saale Bulls am Sonntagabend im heimischen Sparkassen-Eisdom nicht weniger spannend weiter, denn es war der Tabellenzweite vom Herner EV an der Saale zu Gast. Natürlich sagt die Tabellenposition zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht viel, aber zumindest konnte der HEV seine ersten drei Spiele bisher souverän für sich entscheiden. Doch daran wollten die Hallenser auf jeden Fall etwas ändern.

Anscheinend hatten sie noch die Wut vom Freitag im Bauch, denn in den ersten Minuten spielten sie ihre Gäste mit schnellen und druckvollen Angriffen an die Wand. Und dieses Mal schafften sie es, sich nicht nur im Drittel der Gegner festzusetzen, sondern auch ins Netz zu treffen. So beförderte Victor Knaub bereits in der 2. Spielminute – nach einem Bully im Drittel der Herner – den Puck über die rote Linie. Und die Gastgeber setzten weiter nach, um ihre Führung auszubauen.

Dies gelang ihnen kurze Zeit später: Sie belagerten mehrfach das Tor von Björn Linda und in einem Nachschuss konnte Michal Bezouska in der 4. Minute die schwarze Scheibe über dessen Schoner ins Tor heben. Die Bulls waren danach zwar mehrfach sehr nah am dritten Treffer, aber es fehlten leider immer ein paar Zentimeter zum glücklichen Ende. Und je weiter die Zeit voranschritt umso besser kamen nun auch die Gäste ins Spiel und wollten unbedingt etwas am Spielstand drehen, dabei konnten die Bulls zunächst auch in Unterzahl gut gegenhalten. Aber das Drittel hat nun mal 20 Minuten auf der Uhr und da muss bis zur letzten Sekunde die Konzentration gehalten werden. Diese fehlte jedoch ganz offensichtlich in der 18. Spielminute und so konnte Dennis Palka für den HEV auf 2:1 verkürzen.

Bei diesem Stand ging es im Mittelabschnitt dann auch weiter, aber lange sollte es nicht dabei bleiben, denn dieses Mal erwischten die Gäste den besseren Start. Und nach gerade einmal 22 Sekunden war der Ausgleich geschafft. Das Spiel war damit wieder völlig offen und es entwickelte sich ein munteres Hin und Her auf dem Eis. Dieser schnelle Ausgleich trug aber leider nicht zur Verbesserung der Sicherheit der Hausherren auf dem Spielfeld bei, denn plötzlich häuften sich auch wieder die Fehlpässe zwischen ihnen. So machten sie es dem HEV zu einfach, für die Gäste öffneten sich zu große Lücken für Schüsse auf das hallesche Tor und diese nutzten sie natürlich auch. In der 34. Minute konnte dann auch erneut Nils Liesegang treffen und brachte die Gäste in Führung.

Da Halle bis zur zweiten Pause selber kein Tor mehr erzielte, starteten sie ins letzte Drittel mit dem 2:3-Rückstand. Sie mussten mindestens den Ausgleich erzielen, um den HEV in die Verlängerung zu zwingen. So rannten sie wieder unaufhörlich Richtung gegnerisches Tor, allein der erfolgreiche Abschluss blieb ihnen verwehrt, da der HEV sich nun komplett aufs Verteidigen verlegt hatte. Und das taten sie äußerst effektiv, denn auch eine Strafzeit in den letzten beiden Spielminuten gegen sie und das zusätzliche Herausnehmen Weidekamps aus dem Hallenser Tor brachte sie nicht in gefährliche Bedrängnis.

Damit müssen sich die Saale Bulls dem Herner EV – zwar knapp, aber letztlich verdient – mit 2:3 geschlagen geben. Für sie geht es am kommenden Freitag zu Hause gegen die Hannover Indians weiter und gegen die Niedersachsen sollten sie endlich in die Erfolgsspur finden und Punkte für sich sichern.

 

Torschützen: 

1:0 Victor Knaub – 2.
2:0 Michal Bezouska – 4.
2:1 Dennis Palka – 18.
2:2 Nils Liesegang – 21.
2:3 Nils Liesegang – 34.

Tore: 2:3 (2:1/0:2/0:0)