Von Fabian Wölfling

Halle (Saale) – Immerhin der erste Torerfolg ging auf das Konto der Saale Bulls. Kapitän Kai Schmitz höchstpersönlich verwandelte den Puck zur Führung gegen den Erzrivalen, die Icefighters Leipzig – ganz entspannt im Sitzen.

Beim ersten virtuellen Sommer-Game in der Geschichte der mitteldeutschen Rivalen dominierten dann aber über weite Strecken die Sachsen, entschieden alle drei Partien auf der Konsole für sich. „Aber es hat trotzdem Spaß gemacht und vor allem seinen Zweck erfüllt“, sagte Schmitz. 25.000 Euro konnten allein die Bulls durch das besondere Kräftemessen als Hilfsmittel in der Corona-Krise einspielen.

Mischner und Krüll müssen in den Fanblock des Gegners

Schon vor dem ersten Bully der virtuellen Partien konnten beide Klubs einen Sieg verbuchen. Die Leipziger setzten sich im Ticket-Wettstreit durch, verkauften 4.102 Tickets. Da konnten die Saale Bulls nicht ganz mithalten, auch wenn sie über 3.899 Karten, für sechs Euro das Stück, verkaufen konnten. Damit muss Bulls-Präsident Daniel Mischner nun beim nächsten realen Derby in den Leipziger Fanblock. „Das werde ich machen und es wird bestimmt lustig“, sagte Mischner gelassen.

Schließlich konnte er auch einen Sieg verbuchen. Die Bulls konnten mehr Spieltagspräsentatoren für das virtuelle Derby akquirieren. Wetteinsatz hier: André Krüll, Geschäftsführer der Leipziger muss beim nächsten Derby in Halle in das Maskottchen-Kostüm der Bulls.

„Wetteinsätze sind einzulösen“, sagte Krüll. „Ich gehe gern in das Kostüm rein.“ Beide Macher zeigten sich dann generös: So wird auch Mischner in die Fankluft der Icefighters steigen, Krüll wiederum in den Bulls-Fanblock kommen.

Saale Bulls gegen Icefighters: Bald ein Freiluft-Derby?

An der Konsole setzten die Icefighters, vor allem dank Ex-Bulle Patrick Glatzel, früher ein passionierter Zocker, ihren starken Derby-Lauf fort. Nach drei von vier Siegen während der regulären Saison auf dem Eis gingen nun alle Duelle an der Konsole an die Icefighters. 5:4, 8:6 und, das war für Halle besonders bitter, 6:0 im letzten Duell. Denn da standen zwei Fässer Freibier und die Finanzierung einer Kabinenparty auf dem Spiel. Beides müssen nun die Bulls für Leipzig übernehmen.

Zufrieden waren aber trotzdem alle, auch die Hallenser, mit der Veranstaltung, die nun eine besondere Fortsetzung erleben soll – ein Freiluft-Derby. Auf dem Eis, nicht an der Konsole. „Wir werden uns ernsthaft damit beschäftigen, wenn die kommende Saison wieder läuft“, kündigte André Krüll an. „Ziel ist es, das in der übernächsten Saison umzusetzen.“ (mz, 13.04.2020)