Von Christoph Lesk

Halle (Saale) – „Er ist genau der Spieler, den wir gesucht haben“, sagt Saale-Bulls-Trainer Herbert Hohenberger über die Verpflichtung von Sergej Stas. Der Neue kommt immerhin aus der DEL 2 von den Freiburger Wölfen.

Doch noch ist die Freude des 50-Jährigen verhalten. Denn der gebürtige Weißrusse mit deutscher Staatsbürgerschaft hat in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel. Sollte der 28-jährige Angreifer vom weißrussischen Eishockey-Verein Dinamo Minsk bis 15. Juli ein Vertragsangebot erhalten, kann er vom Vertrag mit dem Oberligisten zurücktreten.

Sergej Stas zu den Saale Bulls – oder doch nach Minsk?

„Natürlich ist das nicht optimal, aber wir werden keinem Spieler die Karriere verbauen und ihm Steine in den Weg legen, sollte er so eine Möglichkeit bekommen. Aber klar hoffe ich, dass er am Ende für uns spielt“, so Hohenberger, der aktuell in seiner Heimat in Österreich weilt.

Zumal es eine im Eishockey übliche Vorgehensweise sei, klärt Präsident Daniel Mischner auf. Unruhig wird er deshalb nicht: „Wir sind in regelmäßigem Kontakt mit dem Spieler und schauen, was passiert. Aber wir bekommen nach wie vor genügend Angebote und sind in einer komfortablen Situation.“ Ersatz ließe sich also schnell finden. Der Verein sieht es zudem als gutes Zeichen, dass Stas bereits eine Wohnung in Halle hat und plant, mit seiner Frau die Zeit bis zum Saisonstart in der Saalestadt zu verbringen.

Bleibt er, wäre den Saale Bulls ein spektakulärer Transfer gelungen. Denn Stas ist in Deutschland kein Unbekannter: Nach seiner Zeit beim EHC Nürnberg und dem Krefelder EV gewann er mit den Fischtown Pinguins Bremerhaven 2014 die DEL2-Meisterschaft. Nach guten Leistungen ging es für ihn deshalb folgerichtig für zwei Jahre in die höchste deutsche Spielklasse zu den Grizzlys aus Wolfsburg.

Sergej Stas bestritt drei Länderspiele für Weißrussland

Nach zwei Spielzeiten folgte 2016 der Schritt zurück in die DEL2 nach Bayreuth und im vergangenen Sommer nach Freiburg. Bislang kommt er auf 93 Erst- und 274 Zweitligaspiele (57 Tore). Die Krönung sind drei A-Länderspiele für Weißrussland.

„Da wir schon einige Rechtsschützen haben, könnten wir nun kreativer agieren. Stas erfüllt unser Anforderungsprofil, ist groß, robust und hat ein gutes Alter“, betont Hohenberger die Vorzüge des 91-Kilogramm schweren Stürmers.

Damit wären auch die Transferaktivitäten für die kommende Saison so gut wie abgeschlossen. „Wir liebäugeln noch mit einem guten Verteidiger, um personell auf Nummer sicher zu gehen“, so Mischner. (mz, 19.06.2019)

Stand der Kaderplanung bei den Saale Bulls

Abgänge: Nathan Burns, Maximilian Schaludek, Alexander Zille, Tim May, Dominik Patocka, Tim Marek, Maximilian Spöttel, Henning Schroth, Jonas Gerstung, Justin Schrörs, Jan-Niklas Pietsch, Marius Stöber, Philipp Schneider
Zugänge: Kyle Helms, Mark Heatley, Michel Weidekamp, Sebastian Albrecht, Michal Bezouska, Sergej Stas
Vertragsverlängerungen: Chris Francis, Finn Walkowiak, Eric Wunderlich, Johannes Ehemann, Kai Schmitz