Von Fabian Wölfling

Halle (Saale) – In diesem Fall sagt eine Zahl tatsächlich mehr aus als viele Worte: 1004. So viele Spiele haben Kyle Helms und Mark Heatley zusammengenommen in der zweiten Eishockey-Liga, heute DEL2, absolviert. Viel mehr Erfahrung geht kaum.

„Routine“, ist dann auch die erste siegversprechende Eigenschaft, die Trainer Herbert Hohenberger einfällt, wenn er über das neue Star-Duo der Saale Bulls spricht. Mit den Verpflichtungen der beiden Deutsch-Kanadier hat der hallesche Eishockey-Oberligist aufhorchen lassen. Das einhellige Urteil der Hockey-Szene über die neuen Angreifer: Top-Transfers.

Saale Bulls lassen mit Top-Transfers aufhorchen

Dementsprechend begeistert äußert sich Hohenberger, selbst neu als Trainer in Halle, über die Zugänge. „Ich freue mich, dass die Spieler zu uns kommen, das spricht für den Standort Halle“, sagt der Österreicher. Der 50-Jährige hat sich selbst intensiv um Helms und Heatley bemüht.

„Mit Mark haben wir uns persönlich in Halle getroffen, mit Kyle habe ich öfter telefoniert, wie haben uns auch über Face-Time ausgetauscht“, erzählt er. „Beide haben Lust auf die Oberliga, freuen sich auf die Aufgabe.“

Mit den Transfers haben die Bulls ihren Anspruch untermauert, in der kommenden Saison mindestens das Playoff-Halbfinale zu erreichen. Was die Vita der Zugänge verdeutlicht: Heatley, Bruder des ehemaligen NHL-Stars Dany Heatley, kam in 551 Zweitliga-Spiele auf 337 Torbeteiligungen, konnte dreimal die deutsche Zweitliga-Meisterschaft erringen.

Kyle Helms und Mark Heatley: In einer Reihe bei den Saale Bulls?

Zuletzt spielte der gebürtige Freiburger für Bayreuth. „Er war einer der besten Bully-Spieler der DEL2“, sagt Hohenberger über den 1,92-Meter-Mann. „Dazu bringt er eine hohe Spielintelligenz mit. Er soll das Spiel machen, in wichtigen Situationen aber auch scoren.“

Ein ganz ähnliches Anforderungsprofil soll Helms ausfüllen. Auch er soll vorangehen, Verantwortung übernehmen. Zuletzt spielte Helms für die Heilbronner Falken in der DEL2, kommt auf 453 Zweitliga-Partien mit 287 Torbeteiligungen.

Dazu absolvierte Helms, dessen Vater in Hameln geboren wurde, auch noch 141 Erstligaspiele mit 49 Scorerpunkten. „Er ist ein quirliger, bissiger Spieler“, sagt Hohenberger über den 1,71-Meter-Zugang. „Er geht dahin, wo es wehtut, ist stark an der Bande, verliert kaum eine Scheibe.“

Dazu kommt bei beiden die Routine. Die aber auch eine Kehrseite hat. Helms, 33 Jahre, und Heatley, 35 Jahre, bringen nicht mehr das höchste Tempo auf das Eis. Was dafür spricht, dass die Zugänge jeweils als Spielgestalter in einer Reihe auflaufen und dort schnelle, jüngere Flügelspieler einsetzen. „Ob das so kommt, weiß noch nicht genau“, sagt Hohenberger. „Es ist auch denkbar, dass ich sie in einer Reihe auflaufen lasse.“ (mz/red, 09.05.2019)