Von Christoph Lesk

Halle (Saale) – Die Vorfreude auf seine neue Aufgabe ist Vojtech Suchomer anzumerken. „Das Gesamtpaket bei den Crocodiles passt einfach“, wird der 25-Jährige in einer Mitteilung der Hamburger zitiert – dem neuen Arbeitgeber des Verteidigers. Denn nach seiner zweiten Saison bei den Saale Bulls (die erste war 2017/18) wechselt Suchomer zum Konkurrenten der Hallenser in der Eishockey-Oberliga Nord. Von den Saale Bulls hatte er nach schwacher Saison kein neues Vertragsangebot erhalten.

Die abgelaufene Spielzeit, die wegen der Ausbreitung des Coronavirus vor den Playoffs abgebrochen werden musste, beendeten die Norddeutschen auf dem dritten Platz. Sie hatten sich viel auf dem Weg Richtung Zweitliga-Aufstieg ausgerechnet. Nun soll in der kommenden Saison erneut angegriffen werden.

Corona-Krise: Saale Bulls gehen 60.000 Euro verloren

Dann mit Suchomer. „Natürlich kommt bezüglich nächster Saison und des Coronavirus noch eine Ungewissheit dazu“, sagt der gebürtige Münchener, der für die Bullen zehn Tore in 35 Spielen vorbereitet hatte. Doch er sei überzeugt, „dass wir oben mitspielen können“.

Das wollen natürlich auch wieder die Saale Bulls, die in der gestoppten Spielzeit trotz des teuersten Kaders der Klubgeschichte insgesamt enttäuscht hatten und als Siebter sogar in die Pre-Playoffs mussten. Erst recht negativ: Durch den Abbruch gehen dem MEC nach eigenen Angaben Einnahmen von mindestens 60.000 Euro verloren.

Ein herber Schlag für Präsident Daniel Mischner, der „sehr arbeitsreiche“ Tage hinter sich hat. „Ich kann mich trotz der Pause nicht zurücklehnen.“ Denn es musste ein Plan her, wie der Verein mit der finanziell angespannten Situation umgeht: „Wir haben drei Szenarien erstellt, die je nach Länge der Pause und der wirtschaftlichen Situation variieren.“

Daniel Mischner sieht bei Zukunft der Saale Bulls nicht schwarz

Heißt: Der Verein kann entsprechend reagieren, sollten Partner und Sponsoren aufgrund eigener finanzieller Probleme durch die Corona-Krise den Umfang ihres Engagements bei den Saale Bulls zurückfahren müssen. „Ich sehe in der aktuellen Situation nicht schwarz“, erklärt Mischner deshalb. Der Verein müsse mit den Partnern zusammen „Wege finden, damit die Qualität und der Standort gesichert werden“.

Ein Vorteil für die Saale Bulls ist, dass Sponsorengelder für eine komplette Hauptsaison gezahlt werden und diese auch zu Ende gespielt werden konnte. Somit drohen dem Klub keine Rückzahl-Forderungen, die zusätzlich finanziell belasten würden. (mz, 23.03.2020)