Von Christoph Lesk

Halle (Saale) – Eigentlich sollten sich viele Mannschaften der Eishockey-Oberliga im Moment in den Playoffs, dem Höhepunkt der Saison, befinden und ausspielen, wer in der kommenden Saison in der zweiten Liga antreten darf. Doch die Ausbreitung des Coronavirus ließ dies nicht zu. Vor zwei Wochen wurde vom Verband beschlossen, die Spielzeiten in Deutschland zu beenden und die Playoffs abzusagen. Es wird diese Saison keine Auf- und Absteiger geben.

So saßen die Vertreter der Klubs aus der Oberliga Nord am Ende der vergangenen Woche bei einer Telefonkonferenz zusammen, um zu beratschlagen, wie die Liga und jeder einzelne Klub mit dieser unvorhersehbaren und finanziell teils dramatischen Situation umgehen kann. Der Konkurrenzgedanke wurde beiseite gestellt. Es geht im Moment um das Überleben der Vereine, die mit Einnahmen durch Heimspiele in den Playoffs kalkuliert hatten. Allein den Saale Bulls fehlen deshalb 60.000 Euro.

Eishockey-Oberlige verzichtet vorerst auf Transfers

Deshalb wurde gemeinsam beschlossen, bis zum 30. April „keine Spielertransfers vorzunehmen oder Vertragsgespräche zu führen“, heißt es in einer Mitteilung vom Montag, die von allen Vereinen unterzeichnet wurde. Jeder Klub solle aufgrund dieses Abkommens die Möglichkeit haben, „sich erst einmal zu konsolidieren und den wirtschaftlichen Herausforderungen und Aufgaben zu stellen“, erklären die Vereine den solidarischen Schritt. Dabei geht es konkret um die Kostensenkung „indem beispielsweise Verwaltungskosten, Spielergehälter und Nebenkosten sowie Abgaben und Gebühren auf den Prüfstand kommen“.

Einen Schritt, den sie bei den Saale Bulls schon vorher in Angriff genommen hatten. „Doch wir haben schon 14 Spieler für die kommende Saison unter Vertrag“, sagt Präsident Daniel Mischner, ohne Namen nennen zu wollen. „Deshalb ist der Spielraum bei uns nicht mehr so groß.“ Aufgrund der fortgeschrittenen Kaderplanung gäbe es drei Varianten, wie der Verein nun fortfahren könne: „Wir können unseren Plan durchziehen oder aber in der Tiefe oder Breite des Kaders sparen.“

In der qualitativen Breite des Kaders hatten die Saale Bulls bereits in dieser Saison gespart, was sich in der Zeit um den Jahreswechsel gerächt hatte, als viele Spieler verletzt waren oder auf Formtiefs einzelner Profis nicht reagiert werden konnte. (mz, 24.03.2020)