Von Christoph Lesk

Halle (Saale) – Ein wenig Stolz ist aus der Stimme von Ryan Foster zu vernehmen. Was nicht daran liegt, dass die Eishockey-Profis der Saale Bulls am Sonntag mit einem 5:4-Sieg auch das zweite Spiel in den Pre-Playoffs gegen Essen gewonnen und sich somit wie erwartet für die Oberliga-Playoffs um den Aufstieg in die DEL2 qualifiziert haben.

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Diese starten am Freitag bei den Memmingen Indians aus der Süd-Staffel. Und da kommt Fosters Trumpf ins Spiel: Der 45-Jährige pflegt gute Kontakte zu einem anderen Verein aus der Süd-Staffel. Welchen, das wollte er nicht verraten.

Playoffs: Saale Bulls mit Videoanalyse vor Memmingen-Duell

„Wir bekommen von ihnen Video-Material über Memmingen. Dafür geben wir dem Verein Material über eine Mannschaft aus unserer Nord-Staffel.“ Es ist ein Austausch von Informationen, der den Saale Bulls den entscheidenden Vorteil geben soll. Über die üblichen Wege sind lediglich Spielzusammenfassungen zu sehen. „Aber ich möchte die kompletten Spiele sehen.“

In der Vorsaison spielten die Saale Bulls ebenfalls in der ersten Runde gegen Memmingen, setzten sich mit 3:0 durch und zogen ins Playoff-Viertelfinale ein. Die Vorzeichen sind dieses Mal andere. Die Bullen spielten eine enttäuschende Saison, beendeten die Spielzeit auf Platz sieben. Memmingen hingegen wurde Zweiter, verlor erst am letzten Spieltag der Staffel Süd den Spitzenplatz.

„Mit Blick auf die Tabelle ist Memmingen klar der Favorit“, sagt Foster. „Aber auch sie haben sieben der vergangenen zehn Spiele verloren und hatten wie wir ein Tief.“

Memmingen Indians trotz Formkrise klarer Favorit gegen Saale Bulls

Denn den Saale Bulls fehlte die Konstanz. Wie auch am Sonntag gegen Essen. Nach einer 2:1-Führung kassierte das Team zu Beginn und am Ende des zweiten Drittel insgesamt drei Tore und lag vor dem letzten Abschnitt mit 2:4 hinten. „Aber wir haben Moral bewiesen“, lobt Foster seine Kufencracks. In den letzten 20 Minuten drehten diese noch einmal auf und setzten sich mit den nötigen zwei Siegen (7:2/5:4) durch.

Was vor allem an Spielern aus der zweiten und dritten Reihe wie Johannes Ehemann (fünf Torbeteiligungen), Lukas Valasek (3) und Jannik Striepeke (3) lag. Und auch Michal Schön konnte mit einem Tor und vier Assists überzeugen.

Der 33-Jährige fehlte lange wegen einer Verletzung an der Bauchmuskulatur, war erst vor etwas mehr als zwei Wochen wieder wettkampfbereit ins Training zurückgekehrt. „Noch fehlt ihm etwas die Kondition, aber das kommt mit der Wettkampfpraxis. Er hat eine wichtige Rolle im Team“, sagt Foster über den Verteidiger. (mz, 10.03.2020)