Von Fabian Wölfling

Halle (Saale) – Für die mit großen Ambitionen in die Saison gestarteten Saale Bulls stand am Ende der Hauptrunde nur ein enttäuschender siebter Platz. Deshalb müssen die Hallenser in die Pre-Playoffs, sich dort gegen die Moskitos Essen durchsetzen. Vor dem ersten Spiel am Freitag hat Fabian Wölfling mit Coach Ryan Foster über Rituale, Personalien und Erwartungen für die K.o.-Runde gesprochen.

Herr Foster, wenn im Eishockey die Zeit der K.o.-Spiele beginnt, wachsen meist die Bärte. Machen Sie auch bei diesem Ritual mit?

Ryan Foster: Einige Spieler lassen sich tatsächlich schon ihren Bart wachsen. Als aktiver Spieler habe ich das auch immer gemacht. Ich überlege aber noch, ob ich jetzt mitmache. Mein Bartwuchs ist ziemlich stark (lacht).

Die Playoffs beginnen für die Bulls früher als erhofft. Eigentlich war Platz vier und damit der Heimvorteil in der K.o-Runde das Ziel. Warum hat das nicht geklappt?

Die Konstanz hat gefehlt, wir hatten zu viele Höhen und Tiefen. Ich weiß, dass viele Beobachter und Fans die Saison deshalb schon abgehakt haben. Aber ich gebe nicht auf und bin fest davon überzeugt, dass wir etwas reißen können. Wir haben viele Spieler mit individuellem Talent, haben das aber viel zu selten gezeigt. Deshalb ist für mich nicht die Frage, ob wir etwas reißen können, sondern ob wir das wollen.

Mit Nick Miglio, Tyler Mosienko und Chris Francis haben Sie drei Kontingentspieler zur Verfügung. Nur zwei Ausländer dürfen spielen. Was planen Sie für die Playoffs?

Alle drei Spieler haben ihre Stärken und Schwächen. Nick Miglio kann ein Spiel mit seiner Schnelligkeit allein entscheiden, er muss aber seine Disziplin unter Kontrolle haben. In der vergangenen Saison hatte er in Essen in den Playoffs Probleme mit Strafen. Er weiß, dass er deshalb etwas zu beweisen hat. Tyler Mosienko hat eine absolute professionelle Einstellung, nach seinem Innenbandriss im Knie tut er sich aber schwer, in Form zu kommen. Chris Francis hat unglaublich viel Talent, bei ihm fehlt aber manchmal die richtige Einstellung. Gegen Essen werden Miglio und Francis spielen. Dort sehe ich momentan das größte Potenzial.

Das größte Problem während der Saison waren die vielen Gegentore. 3,5 Treffer hat Ihr Team pro Spiel kassiert. Nun fällt mit Eric Wunderlich auch noch der konstanteste Verteidiger wegen eines Muskelbündelrisses in der Bauchmuskulatur aus. Hilft da nur, ein Tor mehr zu schießen als der Gegner?

Wir haben in den vergangenen Monaten viel Arbeit in unser Verhalten in der Defensivzone investiert. Auch hier geht es um Konstanz. Es gab Spiele, da waren wir sehr gut, in anderen haben wir unseren Kopf verloren. Wir brauchen in jedem Spiel den richtigen Fokus, müssen einfach spielen und schnell die Scheibe aus der Defensivzone bringen. Da waren wir oft zu langsam.

Nicht nur auf den Ausländer-Positionen, auch im Tor haben Sie viel probiert, immer wieder zwischen Sebastian Albrecht und Michel Weidekamp gewechselt. Setzen Sie die Rotation in den Playoffs fort?

Gegen Essen setze ich auf Erfahrung, Sebastian Albrecht steht im Tor. Aber Michel Weidekamp hat zuletzt gegen Hannover sehr gut gespielt. Albrecht muss sich also zeigen. In den Playoffs muss der Goalie dein bester Spieler sein.

In der Hauptrunde gelangen vier Siege gegen Essen. Kann da jetzt in den Pre-Playoffs überhaupt etwas schiefgehen?

Das erste Spiel ist ganz wichtig, das müssen wir gewinnen. Sonst stehen wir am Sonntag gegen Essen direkt mit dem Rücken zur Wand. Klar ist: Playoffs sind wie eine neue Saison. Essen wird ganz anders auftreten als beim letzten Spiel. Wichtig ist, dass wir die Moskitos gleich unter Druck setzen, damit sie merken, dass es für sie nichts zu holen gibt. Die Trainingswoche war sehr gut, ich bin daher überzeugt, dass uns das auch gelingt. Alle sind motiviert, wissen, dass es nicht nur um den Erfolg des Vereins geht. Wenn wir in den Pre-Playoffs ausscheiden, werden viele Spieler Schwierigkeiten haben, Verträge in der neuen Saison zu bekommen.

›› Anbully zu Spiel eins gegen die Moskitos Essen am Freitag um 20 Uhr im Sparkassen Eisdom. Am Sonntag um 18.30 Uhr folgt Spiel zwei in Essen. (mz, 06.03.2020)