Von Fabian Wölfling

Halle (Saale) – 8,1 Sekunden auf der Uhr. Plötzlich Stille. Nur ein explosionsartiger Jubel im Block des EV Landshut. Ein Schockmoment.
Der hielt aber nicht lange an. Dann stand der gesamte Sparkassen Eisdom wieder und applaudierte einer Saale-Bulls-Mannschaft, die am Freitagabend durch ein spätes Tor mit 3:4 das Spiel und somit auch die Viertelfinal-Serie gegen Landshut verlor.

Die sich aber dank eines couragierten Auftritts mit erhobenem Haupt aus den Playoffs der Eishockey-Oberliga verabschieden konnte. „Es ist gerade sehr schmerzhaft. Aber die Mannschaft hat alles reingeworfen, was möglich war. Leider hat das nicht gereicht. Trotzdem bin ich stolz auf das Team“, sagte Ryan Foster, für den es die letzte Partie als Trainer der Saale Bulls war.

Saale Bulls brennen von Beginn an ein Feuerwerk ab

Tatsächlich brannte Halle in den ersten Minuten ein wahres Feuerwerk aufs Eis. Vom Anbully an attackierten die Bulls das Landshuter Tor, zimmerten Schuss um Schuss auf das gegnerische Gehäuse. Vom lange leblosen Auftritt am Dienstag in Bayern war nichts mehr zu spüren.

Nach dreieinhalb Minuten die Belohnung: In Überzahl packte Verteidiger Eric Wunderlich einen Schlagschuss von der blauen Linie aus, der rauschte zur Führung ins Netz. Und nur eine Minute später verwertete Nathan Burns seinen eigenen Abpraller zum 2:0.

Bis dahin war der junge Philipp Schneider im Bulls-Tor komplett beschäftigungslos. „Wir haben von Anfang alles reingehauen, was da ist“, sagte Verteidiger Jan-Niklas Pietsch.

EV Landshut trifft erneut in Überzahl

Seine erste Bewährungsprobe bekam Schneider in der achten Minute, parierte reaktionsschnell. Donnernder Applaus brandete im Fanblock auf. Beim Anschlusstreffer durch Ales Jirik war er dann machtlos. Wie so oft in der Serie spielte Landshut dabei die Stärke in Überzahl aus.

Trotzdem: Das erste Drittel, eines der stärksten der Saison, machte Hoffnung auf den Serienausgleich. Die wuchs weiter, als Burns nur eine Minute nach Wiederbeginn eine Überzahlsituation mit einem cleveren Schuss ins kurze Ecke zum 3:1 nutzte.

Landshut schien durch die Gegenwehr der Bulls tatsächlich beeindruckt, schlug dann aber durch einen Alleingang von Alexander Ehl zurück und fand so Mitte des zweiten Drittels in die Partie. Während die Bulls jetzt nur noch Konter fuhren, geriet Schneider erstmals stark unter Beschuss.  Mit Glück und Können hielt der junge Goalie aber lange die Führung fest.

„Landshut hatte am Ende das Quäntchen Glück“

Bis 41 Sekunden vor dem Drittelende Stephan Kronthaler erfolgreich von der blauen Linie  abzog. „Leider konnten wir die Führung nicht verteidigen. Aber wenn über eine ganze Serie vier gegen drei Linien spielen, merkst du das irgendwann“, sagte Trainer Foster.

Auch im letzten Drittel blieben die Landshuter das aktivere Team, spielten ihre Kraftvorteile durch den Reihenvorteil aus. Die Saale Bulls warfen sich aber mit letztem Einsatz in jeden Schuss, hielten so lange das Unentschieden.

Als es schon nach einer Verlängerung aussah, traf Thomas Plihal über die Schulter von Schneider aber genau in das Herz der Saale Bulls. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, Landshut hatte am Ende das Quäntchen Glück“, sagte ein niedergeschlagener Jan-Niklas Pietsch. (mz, 05.04.2019)