Von Christoph Karpe

Halle (Saale) – Der vierte Derby-Sieg in Folge gab den letzten Kick. Mit dem 7:3 in Leipzig als Motivationsschub gehen die Saale Bulls auf die Zielgeraden der Hauptrunde in der Eishockey-Oberliga.

Die Saale Bulls dagegen müssen noch zweimal gegen das Top-Team aus Tilburg ran. „Ein Spiel davon zu gewinnen wäre nicht nur schön, sondern eigentlich auch Pflicht“, sagt Mischner, der die jeweils drei Zähler vom Freitagduell bei den Preussen in Berlin und zum Abschluss am 3. März gegen die Falken aus dem Harz fest eingeplant hat.

Wie es auch kommt: Danach geht es gegen eines der starken Teams aus der Südstaffel im Achtelfinale weiter. Mögliche Gegner sind allesamt Traditionsklubs: der EV Landshut, das Ex-DEL-Team von den Starbulls Rosenheim und die Memmingen Indians. Die belegen gerade den fünften Rang im Süden und wären aktuell der Saale-Bulls-Kontrahent.

Saale Bulls wollen in den Play-offs weit kommen

„Ich kann die Teams aus dem Süden schlecht einschätzen, aber Rosenheim ist wirklich stark, das weiß ich“, sagt Daniel Mischner. Nichtsdestotrotz und ungeachtet aller personeller Rückschläge in dieser Saison steht das Ziel fest: „Wir wollen nicht wie im Vorjahr gegen Regensburg schon im Achtelfinale scheitern sondern ins Viertelfinale. Mindestens“, sagt der Vereinschef.

Das Aus vor Jahresfrist, als man als Zweiter des Nordens am Siebten des Südens so sang- und klanglos untergegangen war, diese Blamage, soll unbedingt korrigiert werden.

Und bei den Saale Bulls hat man durchaus Lust auf mehr. „Wir haben zwar nicht explizit den Aufstieg als Ziel ausgegeben, aber die Lizenz für die zweite Liga dennoch beantragt. Und wir haben auch die Bestätigung erhalten, dass wir sie bekommen würden“, sagt Präsident Mischner.

Saale Bulls haben Lizenz für den zweite Liga schon sicher

25.000 Euro als Bürgschaft – so verlangen es die Regularien – hat der Verein dafür aufgebracht. Mischner sagt aber auch: „Wir sind sicherlich nicht der Favorit. Aber es sind schon aussichtsreiche Teams früh gescheitert und Außenseiter weitergekommen. In den Playoffs kann viel passieren, da entscheidet oft die Tagesform.“

Und womöglich spielt auch eine, wer überhaupt aufsteigen will. Rosenheim hat als eines von nur vier Teams aus dem Süden die Lizenz beantragt. Zwei aus den Top-Sechs haben also keinerlei Ambitionen. Im Norden sind es sechs Klubs, die hoch wollen. Alle von Platz zwei bis sieben – Tilburg, quasi Hollands Nationalmannschaft, ist hierzulande nicht aufstiegsberechtigt.

Was die Bulls von den Hannover Indians lernen können

„Alle anderen Klubs bewegen sich in etwa auf Augenhöhe. Viel wird in den Playoffs darauf ankommen, sich körperlich behaupten zu können“, so Mischner. Und da, so schätzt er ein, haben seine Saale Bulls durchaus noch Reserven. „Die Hannover Indians haben uns beispielsweise gezeigt, wie man mit vollem Einsatz zur Sache gehen muss.“

Um die Reserven auch in diesem Bereich freizusetzen, dafür wurde Ryan Foster als Coach geholt. „Manche Spieler im Kader waren zuletzt ein wenig abgetaucht, die sind jetzt wieder präsenter. Die Dynamik ist besser“, hat Daniel Mischner speziell beim klaren Sieg in Leipzig beobachtet. „Der neue Besen kehrt gut“, meint der Chef noch.

Allerdings ist klar: Foster bleibt nur bis Saisonende. Dann kommt ein neuer Coach. „So ist es mit Foster abgesprochen“, sagt Mischner. Verhandlungen mit dem kommenden Trainer sind schon weit fortgeschritten.

››Das Spiel der Saale Bulls in Berlin beginnt Freitag um 19.30 Uhr. (mz, 20.02.2019)