Von Fabian Wölfling

Halle (Saale) – Ryan Foster ist zurück in Halle. Der Austro-Kanadier, im Frühjahr bereits Interimscoach, hat wieder das Traineramt bei den Saale Bulls übernommen. Als Nachfolger des am Mittwoch entlassenen Herbert Hohenberger soll der 45-Jährige den schwach gestarteten Eishockey-Oberligisten wieder auf Kurs bringen. Bevor er am Donnerstagnachmittag seine erste Trainingseinheit leitete, stand Foster der MZ für ein erstes Gespräch zur Verfügung.

Ryan Foster über…

… die Rückkehr nach Halle: „Ich habe die Entwicklung in Halle die ganze Zeit verfolgt, die schwierige Situation mitbekommen. Trotzdem ist es mir überhaupt nicht schwer gefallen zurückzukehren. Ich habe die letzten Monate in der Eishockey Akademie Steiermark in Graz gearbeitet. Jedoch mit dem Wissen, dass ich gern wieder in den Profibereich einsteigen würde, wenn sich etwas ergibt. Zum Glück war das jetzt der Fall.“

… die Vertragslaufzeit bis 2021: „Das war mir sehr wichtig. Ich hatte einen guten Job in Österreich, deshalb wollte ich einen längerfristigen Vertrag. Ich bin sehr glücklich, dass es funktioniert hat.“

… seinen Eindruck von der Mannschaft: „Ich habe mir die Zusammenfassungen der Spiele angeschaut. Dabei sind mir vor allem Schwächen in der Defensivarbeit aufgefallen. Der Slot (Anm. d. Red.: der Bereich direkt vor dem Tor) wurde oft freigelassen. Wir werden daher zunächst taktisch viel an der Defensivzone arbeiten. Da darf man nicht direkt Wunder erwarten, aber ich bin überzeug davon, dass es bald Verbesserungen gibt.“

… erste Maßnahmen: „Es sind nur noch acht, neun Spieler aus dem letzten Jahr dabei. Daher will ich die neuen Gesichter kennenlernen, viele Einzelgespräche führen. Dazu werde ich heute (Anm. d. Red.: Donnerstag) ein ziemlich hartes Eistraining durchführen. Ich will hohe Intensität, auch wenn morgen das Derby ist. Dann wissen die Spieler gleich, was sie erwartet.“

… Erwartungen für das Derby gegen Leipzig am Freitagabend: „Ich will unbedingt siegen. Allerdings ist nur ein Tag Zeit, daher kann ich den Spielern nicht viel vorwerfen, wenn taktisch nicht alles klappt. Auf jeden Fall will ich Disziplin, Zusammenhalt und hohen Wettkampfgeist über 60 Minuten sehen.“

… zu viel Egoismus in der Mannschaft: „Das geht überhaupt nicht und das werde ich in den Einzelgesprächen auch thematisieren. Die Spieler müssen verstehen, dass wir nur gemeinsam erfolgreich sein können. Und auch nur wenn die Mannschaft Erfolg hat, haben auch die einzelnen Spieler Erfolg.“

… eine mögliche Rückkehr des zuletzt ausgemusterten Mark Heatley: „Ich hatte ein langes Gespräch mit Mark, das sehr positiv war. Ich bin überzeugt davon, dass er uns helfen kann. Daher darf er wieder mittrainieren und sich neu beweisen. Wir müssen schauen, wie das Training geht, die letzten Wochen hat er sich in der 1b fit gehalten. Ob er morgen gleich 60 Minuten spielt, muss man sehen.“ (mz, 07.11.2019)