Am Sonntagabend war es im halleschen Sparkassen-Eisdom endlich wieder Zeit für Eishockey, denn nun ging es richtig mit der Saison 2020/2021 los und der Heimspielauftakt stand an. Nachdem die Saale Bulls am Freitag mit ihrem 0:3 Auswärtssieg in Hamm bereits die ersten drei Punkte sichern konnten, sollte heute möglichst mit einem Heimsieg gegen die Mannschaft des Krefelder EV 81 das 6-Punkte-Wochenende komplett gemacht werden. Zwar konnten die Schwarz-Gelben die letzte Saison nur als Tabellenletzter beenden, aber auch da hatten sie gezeigt, dass sie immer für eine Überraschung gut sind.

Und mit so einer Überraschung ging es auch heute los, denn im Gegensatz zu den letzten Partien gegen Hannover und Hamm erwischten nun die Gäste den besseren Start und machten sofort Druck. Hier musste Jakub Urbisch im Tor der Hallenser mit vollem Einsatz die erste Großchance für die Gäste entschärfen, um eine frühe Führung der Gäste zu verhindern. Nach diesem schnellen Überraschungsangriff drehte sich das Bild auf dem Eis aber entscheidend – zugunsten der Gastgeber. Nun schlugen die Bulls zurück und ließen den Krefeldern kaum noch Zeit oder Gelegenheiten zum Durchatmen.

Mit ihrer Taktik der direkten und pfeilschnellen Angriffe aus der neutralen Zone heraus machten die Bulls dem KEV das Leben schwer und erzielten damit auch den ersten Treffer. Und: es war das hallesche Eigengewächs Max Pietschmann (welcher im Sommer vom Herner EV zurück an die Saale gewechselt war), der in der zweiten Spielminute zu seinem ersten Oberligator und zum ersten Heimspieltor der Bulls einnetzte. Dieses Tor war dann wohl das Auftaktsignal für ein folgendes kleines Torfestival, denn es folgten Treffer im Zweiminutentakt von Tim May (5.), Sergej Stas (7.) und Artur Tegkaev (9.) und so waren die Bulls zur Hälfte des ersten Drittels bereits mit 4:0 in Führung.

Erst der Torhüterwechsel der Krefelder brachte ihnen etwas Ruhe in die Reihen und sie konnten sich etwas mehr gegen die Angriffe der Bulls stemmen. Doch auch in der Folge dominierte Halle weiterhin das Spiel, denn ein Mittel, um eigene Angriffe zu starten, fand die junge Krefelder Mannschaft noch nicht. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Hausherren in der 18. Minute noch einmal nachlegten und Eric Wunderlich auf 5:0 erhöhen konnte. Aber anscheinend waren die Bulls dank der komfortablen Führung bereits mit den Gedanken in der Kabine, denn Sekunden vor der Pause netzte Maciek Rutkowski für die Gäste zum 5:1 ein.

Nach diesem späten Torerfolg kamen die Gäste im Mittellabschnitt kämpferischer zurück auf das Eis und konnten erneut den Start für sich verbuchen. Aber auch diesmal sollte dieser Schwung nicht belohnt werden, denn recht schnell kämpften sich die Hallenser zurück und waren mit dem Tor von Leon Fern in der 26. Minute wieder in der Spur. Aber natürlich waren die Krefelder noch nicht ganz abzuschreiben, denn das Spiel war noch lang und Mathias Onckels konnte zwei Minuten später mit seinem Treffer ein kleines Ausrufezeichen setzen.

Dabei sollte es dann aber auch bleiben, denn wieder hatten die Bulls die passende Antwort parat und ließen sich vom Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen. Sie konzentrierten sich weiter auf das Herausspielen weiterer Treffer und erneut war es Max Pietschmann, der sich in der 35. Minute zum zweiten Mal in die Torschützenliste eintragen durfte. Mit der Torsirene ging es dann auch fast ohne Unterbrechung weiter, denn es folgte ein schönes Rückhandtor von Kyle Helms in der 36. Minute. Die Tormaschine der Bulls wurde in Folge aufgrund einiger Strafzeiten etwas gestoppt und so ging es beim Stand von 9:2 in die zweite Pause.

Der letzte Abschnitt startete etwas zäh, denn dieses Mal legten die Krefelder keinen Schnellstart auf das Eis und auch die Bulls ließen es mit ihrer komfortablen Führung etwas ruhiger angehen. Dabei ließen sie den Gästen trotzdem nur wenig Chancen für eigene Angriffe. Auf der Gegenseite erweckte das Spielgeschehen etwas denn Eindruck, dass keiner der Hallenser den zehnten Treffer erzielen wollte. Doch die zweite Strafzeit der Partie gegen den KEV ließen die Bulls dann doch nicht ungenutzt liegen und Tatu Vihavainen markierte das 10:2.

Trotz des deutlichen Spielstandes: bei einer Sache blieben sich die Gäste treu und zwar bei der Torquote pro Drittel. Nachdem sie im ersten und zweiten Abschnitt jeweils ein Tor erzielten, war es fast folgerichtig, dass sie auch im letzten Drittel noch einmal treffen würden. Und tatsächlich – nur 11 Sekunden vor Spielende konnte der Routinier und Kapitän des KEV Adrian Grygiel zum 10:3 Endstand treffen.

Die Saale Bulls können sich mit ihrem Heimsieg gegen den Krefelder EV 81 das erste 6-Punkte-Wochenende sichern und übernehmen damit auch die Tabellenführung in der Oberliga Nord. Für sie geht es nun am kommenden Freitag erneut zu Hause, dann gegen den Herner EV, weiter. Und dieses Spiel gegen den Ligafavoriten wird dann wohl auch der erste echte Gradmesser dafür sein, wo die Mannschaft von Headcoach Ryan Foster wirklich steht.

 

Torschützen:

1:0 Max Pietschmann – 2.
2:0 Tim May – 5.
3:0 Sergej Stas – 7.
4:0 Artur Tegkaev – 9.
5:0 Eric Wunderlich – 18.
5:1 Maciek Rutkowski – 20.
6:1 Tim May – 24.
7:1 Leon Fern – 27.
7:2 Mathias Onckels – 28.
8:2 Max Pietschmann – 35.
9:2 Kyle Helms – 36.
10:2 Tatu Vihavainen – 50.
10:3 Adrian Grygiel – 60.

Tore: 10:3 (5:1/4:1/1:1)